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Einfache Parametrierung via Webbrowser
Das auf dem Controller laufende Codesys-Laufzeitsystem erfasst sämtliche Daten der angeschlossenen Klemmen. In einem einstellbaren Zeitintervall schreibt die Software die Messwerte zusammen mit einem Zeitstempel in eine Datei. Um zu gewährleisten, dass die Daten bei der späteren Auswertung synchron dargestellt werden, wird eine Synchronisation über das Network Time Protocol von jedem Datenlogger durchgeführt. Die Parametrierung erfolgt einfach über eine webbasierte Oberfläche. Damit lassen sich sämtliche Einstellungen – etwa die Zuordnung bestimmter Kanäle zu einer Messgröße und Messstelle – direkt über einen Internetbrowser vornehmen. Die Installation einer zusätzlichen Software ist dadurch überflüssig. Auch die aktuell aufgezeichneten Daten lassen sich über diese webbasierte Oberfläche visualisieren. So kann sich ein Benutzer zum Beispiel einen aktuellen Lastgang in einem bestimmten Intervall anzeigen lassen.
Sämtliche Einstellungen werden in einer Konfigurationsdatei gespeichert. Ist beim Systemstart die Konfiguration verändert, wenn beispielsweise eine zusätzliche Messklemme angeschlossen wurde, erkennt das System diese Abweichung, vermerkt dies in einer Protokolldatei und schickt eine E-Mail an eine zuvor hinterlegte Adresse. Soll ein System um einen zusätzlichen Messwert erweitert werden, muss nur die entsprechende Messklemme installiert und angeschlossen werden. Der Benutzer erhält danach eine E-Mail und kann dann bequem über die Web-Oberfläche die Konfiguration vornehmen.
Vom Controller in die Software
Die von den Wago-Controllern erfassten Daten können entweder über einen FTP-Upload oder per E-Mail zum Energy Controlling System ECS der KEVAG übertragen werden. „Die integrierte Ethernet-Schnittstelle der Controller, die alle gängigen Protokolle beherrscht, eignet sich ideal, um die Daten zur Weiterverarbeitung zu übertragen“, zeigt sich Specht von der verwendeten Hardware überzeugt. Die Adresse des FTP-Servers oder die E-Mail-Adresse, an die die Daten gesendet werden sollen, lässt sich ebenfalls während der Konfiguration einstellen. Auch die Häufigkeit der Datenübertragung – in der Regel einmal pro Stunde – legt der Benutzer selbst fest.
Eine möglichst hohe Datensicherheit ist bei einem EnMS besonders wichtig. „Daten dürfen auf keinen Fall verloren gehen“, schildert Volker Specht diese Problematik. Da allerdings bei der Übertragung per E-Mail oder auch bei einem FTP-Upload eine 100-prozentige Datensicherheit nicht möglich ist, hat man bei KEVAG eine zusätzliche Sicherheit vorgesehen: „Alle Daten werden zusätzlich auf einer SD-Karte gespeichert, die in den entsprechenden Slot des Controllers gesteckt wird. Auf diese Weise haben wir ein zusätzliches Backup und können so eine sehr hohe Datensicherheit garantieren.“ Sollte tatsächlich einmal eine E-Mail nicht ankommen oder ein Upload fehlschlagen, enthält die SD-Karte, je nach Anzahl der Kanäle, die Daten von bis zu zehn Jahren.
Auswertungen leicht gemacht
Abhängig vom Umfang der Anwendung sind zwischen zwei und 50 Wago-Controller im Einsatz, die aktuelle Verbrauchsdaten der wesentlichen Energieträger erfassen. Alle Controller übertragen ihre Daten in eine zentrale Software. Das ECS greift auf diese Informationen zu und kann damit verschiedene Auswertungen und Analysen generieren.
Bei der Erfassung elektrischer Energie ist dies zuallererst der Lastgang. Als Standard werden dabei die Verbrauchswerte in 15-Minuten-Intervallen angezeigt. Damit lassen sich sehr einfach Lastspitzen im Tages-, Wochen- oder Jahresverlauf erkennen. Da die Energiebezugspreise in der Regel reduzierbar sind, indem die Spitzenlast gesenkt wird, lassen sich hier schnell Einsparungen realisieren.
Von Interesse ist bei dieser Auswertung auch der Vergleich mit historischen Daten. So kann der Benutzer beispielsweise erkennen, wie sich der Energieverbrauch zum Vorjahr verändert hat. Andere Auswertungen, etwa Spektralanalysen, sind in ECS ebenfalls mit wenigen Mausklicks erstellbar. Auf Basis der historischen und aktuellen Werte lässt sich auch der zukünftige Energieverbrauch prognostizieren.
Aus den Auswertungen erzeugt die Software aussagekräftige Reports. Deren Layout und Design lassen sich beliebig anpassen, sodass zum Beispiel das Corporate Design eines Unternehmens berücksichtigt werden kann.
Energieeffizienz der Produktion lässt sich auch messen
Darstellbar sind, neben den reinen Verbrauchswerten, auch Beziehungen zur Produktion. Dazu kann ECS auch auf andere Datenbanken wie BDE-Systeme zugreifen. So lassen sich unter anderem die Energiekosten pro Stück oder pro Volumen angeben. Dies stellt ein direktes Maß für die Energieeffizienz eines Produktionsprozesses dar. Diese sogenannten Energy Performance Indicators (ENPI´s) werden von der Norm gefordert und können vom System mittels einer Algebrafunktion berechnet werden. Sämtliche Reports lassen sich automatisch generieren, exportieren und bei Bedarf per E-Mail versenden.
Das System der KEVAG ist vom TÜV Rheinland zertifiziert und hat eine Konformitätsbescheinigung nach DIN EN ISO 50001. „Der Kunde hat dadurch die Sicherheit, dass er bei der Verwendung von ECS die wichtige Messdaten-Grundlage hat, um eine entsprechende Zertifizierung einfach realisieren zu können“, fasst Volker Specht abschließend zusammen.
* Michael Radau, Technischer Vertriebsberater; Manuel Schmidt, Market Management Energy, Wago Kontakttechnik
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