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Schalttechnik Der „grüne“ Zug rollt mit energieeffizienter Schalttechnik als Basis

| Autor / Redakteur: Gert Zauscher / Reinhard Kluger

Seit einigen Jahren werden sowohl Energieerzeugung als auch Energieverbrauch stark thematisiert. Weltweite Ansätze lassen erkennen, dass die Industrie Energieeffizienz als wichtigen Aspekt im globalen Wettbewerb definiert. Moderne Lösungen belegen schon heute: Energie sparen ist kein technisches Thema mehr, sondern einfach jeder muss auf diesen Zug aufspringen.

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Elektrische Antriebe sind mit 70 Prozent die Hauptenergiebedarfsträger bei den elektrischen Verbrauchern in der Industrie. Jede noch so kleine Einsparung beim Schalten oder beim Betrieb macht sich positiv bemerkbar
Elektrische Antriebe sind mit 70 Prozent die Hauptenergiebedarfsträger bei den elektrischen Verbrauchern in der Industrie. Jede noch so kleine Einsparung beim Schalten oder beim Betrieb macht sich positiv bemerkbar
( Archiv: Vogel Business Media )

Mit der von der prognos AG erstellten Kurzexpertise „Stromtrend EU 27“ nennt der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA) konkrete Zahlen in der Debatte um die Energieeffizienz von Maschinen und Anlagen. Demnach ist eine Strombedarfsentwicklung in Europa von 3.306 TWh im Jahr 2007 auf einen Wert von 3.736 TWh in 2030 zu erwarten. Dieser Anstieg um 13 Prozent zeigt nicht nur die Notwendigkeit, alternative Energieerzeugungsmethoden stärker zu nutzen, sondern er veranlasst auch die Verbraucher über neue Möglichkeiten der Energieeffizienz nachzudenken.

Dass Energieeinsparung bzw. die bessere Nutzung von Energie vor allem aus deutscher Sicht ein Erfolg versprechender Weg ist, belegt der VDE-Trendreport 2010. Demnach ist und bleibt Deutschland die führende Nation bei Produktions-, Elektro-, und Medizintechnik sowie bei E-Energy. Unternehmen wie zum Beispiel Siemens unterstreichen das mit besonders Energie sparenden Gesamtlösungen. Hierzu leistet die industrielle Schalttechnik ihren Beitrag durch die konsequente Reduzierung der Verlustleistung.

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Verlustleistung systematisch minimieren

Mithilfe neuartiger Kontaktwerkstoffe reduziert sich beispielsweise der Übergangswiderstand im Hauptstromkreis. Das führt unter anderem zu einer geringeren Abwärme im Schaltschrank. In Verbindung mit einer neuen Ansteuerelektronik der Schützspulen, optimierten Bimetallstreifen bei den Schutzgeräten oder alternativ mit elektronischer Stromerfassung sorgen die neu entwickelten Schaltgeräte für eine Verringerung der Verlustleistung von bis zu zehn Prozent.

Selbst bei den Hilfskontakten konnten die Entwickler von Siemens durch hochwertige Materialien und gerippte Kontaktoberflächen Verbesserungen erreichen. So steigt dadurch die Kontaktzuverlässigkeit weiter an, was sich positiv auf die Verfügbarkeit und Produktivität von Maschinen und Anlagen auswirkt.

Entsprechende Zahlenwerte belegen, welchen Nutzen eine moderne industrielle Schalttechnik im Alltag bringt. So besitzen die energieeffizientesten Schütze innerhalb des Sirius-Systembaukastens von Siemens eine elektronische Spulenansteuerung, die die Verlustleistung um bis zu 92 Prozent senkt. Neben der Energieeinsparung dürften für Anwender auch der einfache Umgang und die erweiterte Leistungsfähigkeit ein wichtiger Aspekt sein. So wurden zum Beispiel die Baugrößen S0 und S00 der Sirius-Schütze 3RT2 bis 38 A komplett erneuert. Bei gleicher Baubreite von 45 mm können damit nun 7,5 kW (S00) statt bisher 5,5 kW bzw. 18,5 kW (S0) statt bisher 11 kW geschaltet werden.

Wirtschaftliche Verbraucherabzweige „zusammengesteckt“

Interessant an der neuen Schütztechnik des Systembaukastens „Sirius Innovationen“ ist die durchgängige Steckbarkeit. So können mithilfe von Adaptern nicht nur ganze Verbraucherabzweige schnell zusammengesteckt werden, auch die externe Verdrahtung lässt sich einfach über Federzug-Verbindungstechnik „stecken“. Selbst Stromüberwachungsrelais oder Überlastrelais lassen sich einfach von unten an den fertigen Verbraucherabzweig anfügen. Auch dabei spielt die Energieeffizienz eine wichtige Rolle: Verwendet man statt des bekannten Bimetall-Auslösers ein Gerät mit elektronischem Auslöser, kann die Eigenverlustleistung bis zu 80 Prozent gesenkt werden, zusätzlich ergibt sich ein erheblich größerer Einstellbereich.

Für den, der es noch kompakter will, hat Siemens den Kompaktabzweig Sirius 3RA6 entwickelt. Im Vergleich zu herkömmlichen Abzweigen wurde dabei die Verlustleistung um bis zu 80 Prozent gesenkt. Möglich wurde dies durch die Integration von Kurzschlussschutz, elektronischem Überlastschutz und betriebsmäßigem Schalten in ein kompaktes Gerät. Folglich kann auch beim direkten Starten von Motoren mit einer modernen Lösung wertvolle Energie gespart werden. All das führt zu einer umweltfreundlichen Antriebstechnik und Gesamtautomatisierung.

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