Robogami

Der individuelle Roboter aus dem 3D-Drucker

| Redakteur: Katharina Juschkat

Die kleinen Roboter können binnen weniger Minuten designt werden – dabei kombinieren die User ihren Roboter aus 50 Körpern, Rädern, Beinen, Peripheriegeräten und der Gangart.
Die kleinen Roboter können binnen weniger Minuten designt werden – dabei kombinieren die User ihren Roboter aus 50 Körpern, Rädern, Beinen, Peripheriegeräten und der Gangart. (Bild: MIT CSAIL)

Das Massachusetts Institute of Technology entwickelt ein Konzept, das es Usern ermöglicht, einen kleinen Roboter zu designen und mit einem 3D-Drucker auszudrucken. Damit entstehen innerhalb kurzer Zeit vollkommen individuelle Roboter.

Ein individueller Roboter in wenigen Minuten – das ist das Ziel der „interaktiven Robogami“, indem sie es Nutzern ermöglichen, Roboter binnen Minuten zu designen, auszudrucken und anschließend zu verwenden. Der User wählt das Gangbild und die Form des Roboters. Für gewöhnlich ist diese Auswahl sonst oft in zwei Design-Systeme aufgeteilt. Das Konzept entstand am Massachusetts Institute of Technology (MIT) unter Leitung von Adriana Schulz.

Roboter kann vollkommen individuell zusammengestellt werden

User können aus 50 Körpern, Rädern, Beinen und Peripheriegeräten wählen. Auch die Gangart lässt sich individuell bestimmen. Das Robogami-Programm sorgt mithilfe von Simulationen und auf Algorithmen basierendem Feedback für die qualitative Entwurfserstellung der Mini-Roboter. Durch diesen Aspekt unterscheidet sich das Prinzip von vorhergehenden Robotern, die meistens in ihren Bewegungen sehr eingeschränkt waren.

Das „3D Print and Fold“-Prinzip kombiniert die wichtigsten Aspekte aus 2D- und 3D-Druck. Die Einzelteile des Designs werden flach gedruckt, an Gelenken zusammengefügt und schlussendlich in die finale Position gebracht. „Es handelt sich hier eher um Spielzeuge. Heutzutage werden immer mehr Geräte ,Roboter‘ genannt, damit soll eine bessere Marktakzeptanz erreicht werden“, stellt Viktorio Malisa, Präsident der Förderung der Automation und Robotik, klar.

„Die Idee ist nicht neu. Seit es 3D-Drucker gibt, ist es möglich, Teile zu drucken und daraus Gegenstände zu bauen. Vergleichbar mit fertigen Legobausätzen bekommt man dadurch die Möglichkeit, verschiedene 3D-Teile selber zu drucken. Zudem ergeben sich viele Möglichkeiten, unterschiedliche Geräte zu bauen“, erklärt Malisa.

Testpersonen entwickeln eigene Robogamis

Acht Testpersonen wurden 20 Minuten lang eingeschult, um zwei Aufgaben mithilfe der neuen Technologie zu erfüllen. Beim ersten Auftrag mussten die Probanden ein stabiles, mobiles Auto in nur zehn Minuten designen. Im zweiten erhielten sie einen Roboter, den sie in kürzester Zeit durch einen Hindernis-Parkour zu leiten hatten.

Das Team hat insgesamt sechs Robogamis entwickelt. Das Designen dauerte je zehn bis 15 Minuten und drei bis sieben Stunden für den Druck sowie 30 bis 90 Minuten für den finalen Zusammenbau. „Bei industriellen Robotern oder Robotern für den Home-Bereich ist es notwendig, hunderte Teile aufeinander abgestimmt zu entwickeln, die Elektronik darauf anzupassen, viele Sensoren einzubauen und ein entsprechendes Steuerprogramm zu schreiben“, betont Malisa. Das vereinfacht Robogami enorm.

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