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Stadiondach: flexibel und witterungsbeständig
In der Länge misst das Dach 80 m und ist dabei in zwei Abschnitte mit insgesamt neun Gewebebahnen unterteilt. Jede der Dachbahnen wird beidseitig von prismenförmigen Stahlträgern gehalten, von denen insgesamt zehn Stück den 77 m breiten Centre Court überspannen. An ihnen ist auch die gesamte Beleuchtungs- und Belüftungsanlage befestigt.
Wird das Dach geschlossen, fahren die Stahlträger auf angetriebenen Fahrgestellen vom Süd- bzw. Nordende des Stadions Richtung Stadionmitte. Die Schienen sind auf dem fixen Dach des Centre Court, das die Zuschauertribünen bedeckt, befestigt. Faltbare V-förmige Endarme verbinden die Träger miteinander und vier vertikal befestigte Antriebe fahren diese Endarme aus, um so die Stahlträger auseinanderzudrücken und das Dach zu schließen. Sind alle Endarme ausgefahren, entfalten sich die „Flügel“ der Dachmembran. Winden bis zu 70 kmh hält das Dach auch während des Öffnungs- oder Schließungsbetriebs stand.
Robuste und flexible Servoleitungen gefragt
Um sicherzustellen, dass der gesamte Vorgang einwandfrei abläuft, mussten die elektrischen Leitungen aufgrund der Bewegung des Dachs hochflexibel sein, aber auch ein hohes Maß an Witterungsbeständigkeit aufweisen. Um Steuerung und Bewegung der einzelnen Motoren aufeinander abzustimmen, wählte SCX Produkte aus der Ölflex Servo FD-Reihe der Stuttgarter Lapp Gruppe, da die Verseilung der Klasse 6 hochflexibel und der wetterfeste Polyurethan-Außenmantel adhäsionsarm ist. Hierbei handelt es sich um kombinierte Anschluss- und Steuerleitungen, was sowohl die Anzahl der erforderlichen Leitungen als auch den Zeitaufwand für die Montage verringert. Das Angebot an FD-Leitungen betrachteten die Konstrukteure als geeignet, da sie unter Prüfbedingungen über 5 Mio. Zyklen erreichen.
Qualitätsgarantie über dem „heiligen Rasen“
Das Dach lässt sich sowohl komplett als auch nur teilweise schließen und bietet so verschiedene Variationen der Beschattung und des Windschutzes. Nach vollständiger Schließung des Dachs dauert es etwa 20 Minuten, bis das Spiel fortgesetzt werden kann, da zunächst das optimale Innenklima wiederhergestellt werden muss. Dabei tragen auch die Belüftungsanlagen dazu bei, die Raumtemperatur auf 22 bis 26 °C und die Luftfeuchtigkeit auf 45 bis 55 Prozent einzustellen. Nach spätestens einer halben Stunde kann es dann wieder weitergehen auf dem „heiligen Rasen“.
Wenn man bedenkt, dass mehr als 15.000 Augenpaare im Stadion und die Aufmerksamkeit von Millionen von Fernsehzuschauern auf der ganzen Welt auf das Ziehharmonikadach gerichtet sind, sobald ein Regenschauer über dem Centre Court einsetzt, wird klar, dass bei dieser Konstruktion nur Komponenten von höchster Qualität eingesetzt werden konnten. Dies betrifft auch C-Teile wie die Leitungen von Lapp, die nichtsdestotrotz eine tragende Rolle bei der Steuerung des komplexen Mechanismus spielen. So ist es von hoher Bedeutung, dass diese den ständigen Biegungen und den wetterbedingten Belastungen ohne Funktionseinschränkungen standhalten.
Hannover Messe: Halle 11, Stand C03
* Franzsika Buch, Globalcom PR
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