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Roboter

Die dritte Hand packt sicher zu

| Autor/ Redakteur: Reinhard Kluger / Reinhard Kluger

Als Kollege mit der eisernen Hand kann er so kräftig zupacken, dass man ihn sicher hinter Zäunen hält. Künftig aber soll der Roboter vermehrt mit dem Menschen zusammenarbeiten. Roboter werden künftig so zahm, dass die Zäune fallen können.

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Der Leichtbauroboter Biorob der Bionic Robotics GmbH hat die DGUV-Zertifizierung durch die Berufsgenossenschaft Holz & Metall (BGHM) erhalten.
Der Leichtbauroboter Biorob der Bionic Robotics GmbH hat die DGUV-Zertifizierung durch die Berufsgenossenschaft Holz & Metall (BGHM) erhalten.
(Bionic Robotics )

Die industrielle Produktion steht vor einer neuen Revolution. Was unter dem Stichwort „Industrie 4.0“ bekannt wurde, steht für die neuen Rahmenbedingungen der Industrie von morgen: Volatile Märkte, hohe Variantenvielfalt und kürzere Produktlebenszyklen bedingen, dass sich die Produktion zukünftig schnell auf neue Rahmenbedingungen anpassen, also wandlungsfähig werden muss. In vielen Fällen bedeutet dies weg von der starren Vollautomatisierung und hin zur flexiblen Arbeitsteilung zwischen Mensch und Roboter. „Der Einsatz des Roboters als Produktionsassistenz gestaltet die Produktion so wandlungsfähig wie nie und ermöglicht völlig neue Konzepte in der Fertigung“, erklärt Manfred Gundel, Geschäftsführer der Kuka Roboter GmbH. Damit eröffnen sich neue Wege in der roboterbasierten Automatisierung, die zusätzlich zum „klassischen“ Industrieroboter entstehen.

Industrie 4.0 bedingt neue Generation der Robotik

Für derartige neue Fertigungskonzepte stellt der Roboter eine wichtige Grundlage dar, wie Dr. Albrecht Hoene, Projektleiter für den Leichtbauroboter bei der Kuka Laboratories GmbH, betont: „Damit der Roboter als Produktionsassistent sicher mit dem Menschen zusammen arbeiten kann, bedarf es einer ganz neuen Generation von Robotern: Die Maschinen müssen sensitiv und feinfühlig sein, wie der Kuka Leichtbauroboter LBR iiwa“.

Der LBR iiwa ist mit sieben Achsen dem menschlichen Arm nachempfunden und kann in Positions- und Nachgiebigkeitsregelung betrieben werden. Diese, kombiniert mit integrierter Sensorik, verleiht dem Leichtbauroboter eine programmierbare Feinfühligkeit.

Seine hoch performante Kollisionserkennung und eine integrierte Gelenkmomentensensorik in allen Achsen prädestinieren den LBR iiwa für feinfühlige Fügeprozesse und ermöglichen den Einsatz einfacher Werkzeuge. Durch seine Sensitivität schlägt er ein neues Kapitel in der Mensch-Roboter-Kollaboration auf. Er agiert als „dritte Hand“ des Werkers und kann direkt und ohne Schutzzaun mit dem Menschen gemeinsam arbeiten. Schutzzaunlose Anwendungen bedeuten ganz neue Möglichkeiten in der modernen Fabrik, aber auch neue Rahmenbedingungen: Frank Klingemann, Geschäftsführer der Kuka Systems GmbH, stellt klar, dass für eine sichere Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK) ein geeigneter Roboter allein nicht ausreiche. „Unser Ziel ist die Erarbeitung eines ganzheitlichen MRK-gerechten Produktionskonzepts. Das MRK-Engineering und MRK-gerechte Gesamtlösungen beeinflussen die Gestaltung der Fabriken und die Produktion der Zukunft.“ Dafür baut KUKA Systems unter anderem eine umfassende Datenbank für Komponenten und Peripherie auf, die sich für die Zusammenarbeit von Mensch und Roboter eignen. Berechnungen auf Basis dieser Daten sollen künftig helfen, Anwendungen sicher, wirtschaftlich und MRK-gerecht zu gestalten – und damit die Voraussetzung für die wandlungsfähige Fabrik 4.0 schaffen.

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