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Robotik

Die elf skurrilsten Roboter-Entwicklungen

| Autor: Juliana Pfeiffer

Roboter, die Jogger mit Tomaten füttern oder uns in einsamen Stunden als Saufkumpanen Gesellschaft leisten – es gibt zahlreiche skurrile Roboter. konstruktionspraxis hat die Verrücktesten zusammengestellt.

Roboter, die Heavy Metal spielen, trinken oder Diät-Tipps geben – ein Einblick in die skurrilsten Entwicklungen.
Roboter, die Heavy Metal spielen, trinken oder Diät-Tipps geben – ein Einblick in die skurrilsten Entwicklungen.
(Bild: Yuri Suzuki)

Ob in der Fabrikhalle oder im Haushalt, Roboter sind auf dem Vormarsch. Manche unter ihnen erfüllen die skurrilsten Aufgaben.

Drinky, ein Roboter als Saufkumpane

Der winzige Saufkumpane Drinky Robot ist aus dem verzweifelten Zustand seines Erfinders Euchan Park entstanden. Aus Liebeskummer entwickelte er einen Roboter, der mit ihm zusammen einen Shot nach dem nächsten trinkt. Ein Glas hält er praktischerweise bereits in der Hand und bittet um Schnaps. Ist das Glas voll, dauert es keine zwei Sekunden, bis der gesamte Inhalt von Drinky in den praktischen, wiederverwendbaren Behälter gekippt wird. Leider ist Drinky bisher ein Unikat und sorgt nur bei seinem Erfinder für fröhliche Abende.

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Z Machines – Roboter spielen Heavy Metal

Heavy Metal der besonderen Art – das ist die Band Z Machines. Sie besteht aus drei Robotern mit ganz unterschiedlichen Eigenschaften. Der zwei Meter große Gitarrist und Frontmann „March“ sorgt mit seinen 78 Fingern für das perfekte Gitarren-Solo. Schlagzeuger „Ashura“ spielt mit 22 Armen und „Cosmo“ steht am Keyboard.

Die erste Single der drei heißt „Sad Robot Goes Funny“. Gebaut haben Forscher der Universität Tokio die Roboter. Sie wollen herausfinden, ob eine Robo-Band auch Menschen mit ihrer Musik erreichen kann. Kostprobe gefällig?

Tomatan Robot versorgt Jogger mit Energie

Tomatan Robot ist ein rucksackgroßer Roboter, der Joggern auf der Schulter sitzt und sie mit Tomaten füttert. Er stammt ebenfalls aus Japan – und wurde als Werbegag entwickelt. Die japanische Lebensmittelfirma „Kagome“ wollte mit ihrem Spot auf den hohen Energiewert einer Tomate aufmerksam machen, da Tomaten laut Kagome sehr viele Nährstoffe haben, die Müdigkeit bekämpfen. So entstand die Idee, einem Jogger mehr Energie während des Joggings zu geben, indem er mit Tomaten gefüttert wird. Unterstützt wird er dabei von Tomatan Robot, den der Jogger wie ein kleines Kind auf den Schultern trägt. Der putzige Roboter holt per Knopfdruck aus einer Art Rucksack eine Tomate und füttert den Läufer damit.

Autom achtet auf ausgewogene Ernährung

Der Roboter Autom unterstützt Menschen beim Abnehmen. Er unterhält sich mit ihnen über sein Display, zählt die Kalorien und motiviert sie, abzunehmen. Die Maschine weiß auch über die Menge der verlorenen Kilos seit der letzten Messung Bescheid und gibt individualisierte Ratschläge. Der Diätroboter ist ab rund 150 Euro zu haben. Allerdings werden zusätzliche 15 Euro monatlich für eine Abonnementgebühr verlangt.

Per Anhalter um die Welt

Kommunikationswissenschaftler Frauke Zeller von der Ryerson University in Toronto und David Harris Smith von der McMaster University in Hamilton haben den autonomen Roboter Hitchbot entwickelt. Der Roboter kann Unterhaltungen über ein Display führen, über einen beweglichen Arm mit seiner direkten Umwelt kommunizieren und sich über ein Funkmodul mit dem Internet verbinden. Er kann sich jedoch nicht selbstständig fortbewegen und ist daher darauf angewiesen, von Menschen in deren Autos mitgenommen zu werden. Das soziale Experiment der Wissenschaftler sollte herausfinden, ob ein Roboter auf derartige Kooperation fremder Menschen vertrauen kann. Darüber hinaus sollte eine Diskussion über das Verhältnis von Gesellschaft und Technik angeregt und Erkenntnisse über die Interaktion zwischen Menschen und autonomen Robotern gewonnen werden. Ursprünglich wurde er geschaffen, um von Halifax nach Victoria durch Kanada zu trampen. Das Experiment verlief jedoch so erfolgreich, dass Hitchbot im Anschluss seine Reise in Deutschland, den Niederlande und schließlich den USA fortsetzte. Dort wurde der Roboter allerdings in Philadelphia nach zwei Wochen von Unbekannten derart zerstört, dass eine Reparatur unmöglich war.

Der freundliche, humanoide Roboter Pepper

Der französische Roboterbauer Aldebaran hat den freundlichen, humanoiden Roboter Pepper entwickelt. Er ist 120 Zentimeter groß, von schlanker Statur, auf drei Rollen unterwegs und mit menschlichen Merkmalen wie Kopf, Torso und Armen ausgestattet. Pepper kann Emotionen lesen und reagiert auf diese. Lässt sein Gegenüber den Kopf hängen, versucht ihn Pepper aufzumuntern: Er erzählt einen Witz, tanzt, oder spielt ein Lied.

Pepper ist mit mehreren Sensoren und Kameras ausgestattet und einer ausgeklügelten Software, die ihn lernfähig macht. Mit der Zeit lernt er, Stimmen und Gesichter verschiedenen Personen zuzuordnen und weiß über die Vorlieben seiner Nutzer Bescheid. Fragt man ihn nach dem Wetter, antwortet er mit den aktuellen Prognosen. Über das Internet hat er Zugriff auf Upgrades. Pepper, so das Ziel, soll dadurch immer mehr Fähigkeiten erhalten. Dies scheint gut anzukommen. Im Juni 2015 verkaufte Softbank, Aldebarans Mutterkonzern, die ersten 1000 Pepper-Robos innerhalb einer Minute. Bald sollen deutlich größere Stückzahlen erhältlich sein.

Asimo passt sich Situationen an

Der Automobilbauer Honda hat mit Asimo einen der ersten humanoiden Roboter entwickelt. Er ist mit einer Technologie zur autonomen Verhaltenssteuerung ausgestattet und verfügt damit über deutlich mehr Selbstständigkeit, eine wesentlich verbesserte Intelligenz sowie die physische Fähigkeit, sich an Situationen anzupassen.

Das Supermodel unter den Robotern: Miim

Ein Roboter mit dem Aussehen eines Super-Models? Das soll das Roboter-Model mit dem Spitznamen Miim sein. Entwickelt wurde der humanoide Roboter mit dem wundervollen Namen „HRP-4C“ vom Allgemeinen Forschungsinstitut für Industrietechnik in Tokio. Das Model hat natürlich Traummaße: Bei einer Größe von 1,58 Metern wiegt Miim nur 42 Kilogramm (mit Akku). Aber Miim sieht nicht nur gut aus, sondern tanzt und singt auch noch wie ein Superstar:

Kirobo – der kleine, putzige Begleiter im Alltag

Im Jahr 2017 hat Toyota Kirobo Mini als robotischen Beifahrer auf den Markt gebracht. Er soll auf einsamen Autofahrten für Abwechslung sorgen. Der Mini-Roboter hat eine eingebaute Kamera und kann zum Beispiel auf Gesichtsausdrücke des Fahrers reagieren und dank Bluetooth-Verbindung zum Smartphone einfache Gespräche führen.

Auf Basis von Informationen, die der Mini-Roboter über Konnektivitätsfunktionen aus dem Auto oder auch dem Haus des Fahrers bekommt, kann er beispielsweise ableiten: „Das war eine lange Fahrt, gut gemacht!“ oder „Willkommen zu Hause, auf dich wartet ein warmes Bad.“ Erkennt er allerdings ein scharfes Bremsmanöver, quäkt er: „Oh oh, jetzt hatte ich aber Angst.“ Und wird das Auto abgestellt und die Tür geöffnet, jammert er: „Nimm mich mit!“

Umgerechnet rund 350 Euro (39.800 Yen) kostet Kirobo Mini in der Anschaffung. Hinzu kommen monatlich etwa 2,60 Euro für die dazugehörige Smartphone-App. Derzeit spricht der Technikzwerg allerdings nur japanisch.

Roboter spielt Trompete

Toyota hat mit den Toyota Partner Robots verschiedene, überwiegend humanoide Robotern entwickelt. So ist der Toyota Walking die erste von fünf Versionen. Er bewegt sich bipedal fort und kann mit Instrumenten musizieren. Seine speziellen Lippen können sich so bewegen wie menschliche. Auch seine Finger bewegt er wie ein Mensch – beste Voraussetzungen, um Trompete spielen zu können.

Der Toyota Rolling verfügt über ein ähnliches Antriebssystem wie ein Segway Personal Transporter. Mit seinen zwei Rädern kann er sich schnell bewegen und ist dabei wendig. Auch er kann wie der Toyota Walking Trompete spielen.

Der Toyota Mountable ist im Gegensatz zu seinen Roboter-Kollegen kein humanoider Roboter. Er gleicht eher einem bipedalen, modernen Rollstuhlersatz. Der Transport-Laufroboter wird mit einem Joystick, der am Sitz angebracht ist, gesteuert.

Die vierte Version, das Wire-operating System, ist ein humanoider Roboter, in dessen Rumpf die Akkumulatoren und die Motoren angebracht sind. Über Drähte kann er seine Arme und Beine bewegen.

Mini-Cheetah schlägt Rückwärts-Salto

Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben eine neue Version ihres vierbeinigen Roboters Cheetah entwickelt. Das Besondere an ihm: Er kann aus dem Stand einen Salto rückwärts absolvieren. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger, der 41 kg wog, bringt der neue Cheetah nur 9 kg auf die Waage. Zudem läuft der Roboter mit knapp 9 km/h über einen Rasen und kann Stöße abfangen, ohne umzukippen. Der Roboter besteht aus einfachen, allgemein verfügbaren Komponenten, die leicht ausgetauscht werden können. Die Forscher wollen noch zehn weitere Cheetahs bauen und diese an andere Forscher ausleihen. Ihr größtes Ziel ist ein Roboter-Hindernisrennen.

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 Juliana Pfeiffer

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