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Kondensation in Schaltkästen begegnen Druckausgleichselemente bieten kostengünstigen Schutz

| Redakteur: Dipl. -Ing. Ines Stotz

Selbst die beste Isolierung kann nicht verhindern, dass Feuchtigkeit in ein Gehäuse eindringt. Deshalb ist es für die Anlagensicherheit wichtig, dass die Feuchtigkeit wieder entweichen kann. Hier bieten Druckausgleichselemente eine äußerst kostengünstige und wartungsarme Klimatisierungsmöglichkeit.

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Druckausgleichselement von Jacob: außen widerstandsfähiges Polyamid 6, innen eine hydrophobe und oleophobe PES-Membran. Das lässt keine Feuchtigkeit eindringen.
Druckausgleichselement von Jacob: außen widerstandsfähiges Polyamid 6, innen eine hydrophobe und oleophobe PES-Membran. Das lässt keine Feuchtigkeit eindringen.
( Archiv: Vogel Business Media )

Feuchtigkeit kann auf verschiedenen Wegen in ein Gehäuse eindringen: So etwa beim Öffnen oder ein Kabel mit schadhafter Isolierung, das ins Innere führt, kann regelrecht als Wasserleitung wirken. Kann die Feuchtigkeit nicht wieder entweichen, schlägt sie sich bei Temperaturunterschieden zwischen Gehäuseinnerem und Umgebung nieder und sammelt sich am Boden. Bei wiederholten Temperaturschwankungen nimmt die Wassermenge mit der Zeit zu und kann die Installation schädigen und zu Korrosion und Kurzschlüssen führen. Je nach Anwendung kann ein Ausfall der installierten Komponenten und Geräte große Schäden verursachen.

Kondensation tritt in Elektronikgehäusen vor allem bei Installationen im Außenbereich auf. Umgebungen mit stark schwankenden Temperaturen sollten als Installationsstandorte möglichst gemieden werden. Aber auch wenn das berücksichtigt wird, trägt in den Gehäusen verbaute Elektrik und Elektronik selbst durch Abwärme zu Temperaturveränderungen bei: Im aktiven Zustand erhitzen die Geräte die Innenluft, die sich ausdehnt und einen Überdruck entstehen lässt. Werden die Geräte dann abgeschaltet, kühlen sie ab und der Innendruck fällt. Entsprechend kann sich die Außentemperatur mitunter deutlich schneller verändern als im gut abgedichteten Gehäuse, zum Beispiel bei einem plötzlichen starken Sommergewitter. So führen Temperaturschwankungen bei luftdichten Gehäusen nicht allein zu Kondensation, sondern eröffnen durch Über- und Unterdruck einen Teufelskreis: Die Dichtungen werden belastet, der Dichtungsschutz wird auf die Dauer geschwächt, bei Unterdruck kann zusätzlich Feuchtigkeit ins Innere gesogen werden und langfristig ist die Einhaltung der Gehäuseschutzart nicht gegeben.

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Druckausgleich und Klimatisierung – aber günstig

Um Unterdruck, hohe Luftfeuchtigkeit und Kondenswasserbildung im Gehäuse zu verhindern, bedarf es eines stetigen Druckausgleichs und Luftaustauschs. Je nach Umgebung, geforderter Schutzart, Leistungsdichte und Schaltschrank- bzw. Gehäusegröße gibt es eine Bandbreite verschiedener Lösungen, darunter Kondenswasserabläufe, Ventilatoren oder mehr oder weniger leistungsstarke Kühlaggregate bzw. Heizungen.

Eine besonders einfache Option, die sich vor allem für kleinere Kunststoffgehäuse eignet, sind Druckausgleichselemente – von Jacob mit M12-Gewinde (JDAE) verfügbar. Sie erfüllen die Schutzarten IP66, IP67 und IP69K, beeinträchtigen also die Schutzklasse des Gehäuses nicht. Die Polyamid-6-Komponenten umschließen eine PES-Membran, die in beide Richtungen luftdurchlässig ist, aber keine Feuchtigkeit eindringen lässt. Die Membran zeichnet sich durch einen hohen Luftdurchsatz (90 bis 130 ml/ min/ cm² bei Δp = 0,01 bar) und exzellentes Flüssigkeits-Rückhaltevermögen (Wassereintrittspunkt >1 bar) aus. Da JDAE langlebig und wartungsarm sind, ist die Dichtigkeit der Gehäuse auch bei schwierigen Umweltbedingungen langfristig gewährleistet – Elektronik und Anlage sind optimal geschützt. Durch hervorragende chemische Widerstandsfähigkeit und UV-Beständigkeit eignen sie sich für industrielle Umgebungen und Außenanwendungen.

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