Brandschutz Erste halogenfreie TPE-Leitungen in den USA zugelassen

Von Sandro Kipar

Die US-Organisation Underwriters Laboratories (UL) hat die TPE-Leitungen von Igus zugelassen, obwohl diese keine brandhemmenden Halogene als Zusatzstoffe beinhalten. Der Hersteller hat stattdessen einen anderen Weg gefunden, mit dem er die Prüfer von der Produktsicherheit überzeugen konnte.

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Durch das effektive verhindern von Kabelbrüchen will Igus die Brandwahrscheinlichkeit minimieren.
Durch das effektive verhindern von Kabelbrüchen will Igus die Brandwahrscheinlichkeit minimieren.
(Bild: Igus)

Maschinenbrände liegen laut Angaben der US-amerikanischen National Fire Protection Association (NFPA) in den USA auf Platz vier der Brandursachen im industriellen Umfeld. Daher überrascht es nicht, dass die UL-Prüfer beim Brandschutz genau hinschauen, bevor sie ein Produkt für den US-Markt zulassen. Wie das Unternehmen Igus nun mitteilt, hat deren TPE-Leitung eine Zertifizierung der Organisation bekommen - obwohl keine brandhemmende Halogene verwendet wurden. Igus hat stattdessen auf eine andere Lösung gesetzt.

Bisher galt beim Thema Brandschutz, dass die Flammwidrigkeit bei Leitungen die zentrale Größe ist, um eine UL-Zertifizierung zu erhalten. Zulassung erhielten deswegen nur Produkte, die mit Flammschutzmitteln wie beispielsweise Chlor, Fluor oder Brom versehen sind, so Igus. Das Unternehmen konzentriere sich stattdessen auf die Brandentstehung durch das Kabel selbst. So zeigen sich die TPE-Mantelmischungen von Igus als äußerst widerstandsfähig gegenüber mechanischen Belastungen wie auch äußeren Einflüssen, heißt es weiter. Einsatzbereiche seien unter anderem kleine Bauräume, kurze Verfahrenswege mit hoher Beschleunigung oder lange Wege in einem Temperaturbereich von -35 Grad Celsius bis 100 Grad Celsius. Die halogenfreie Mantelmischung minimiere frühzeitige Alterungsbrüche der Außenmäntel um bis zu Faktor zehn gegenüber gleichen Werkstoffen mit Flammschutzmittel. „Denn wenn der Mantel nicht bricht, kann die Leitung keinen Brand verursachen, weil eine Querschnittsreduzierung der Adern aufgrund des nicht vorhandenen Mantelbruches ausgeschlossen ist", so Igus in seiner Mitteilung.

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