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Kommunikation Goldige Zeiten dank Steuerungskonzept

| Redakteur: Reinhard Kluger

Ein Brandschaden als Chance: Die Scheideanstalt Heimerle + Meule optimierte beim Wiederaufbau die Prozesse zum Rückgewinnen von Edelmetallen. Das Ergebnis: Eine integrierte, bedienerfreundliche Automatisierungslösung, die viel Raum für Flexibilität bietet.

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In der Goldstadt Pforzheim gewinnt Heimerle + Meule aus Produktionsabfällen Reinmetalle wie hochwertiges Goldgranulat und reines Silber.
In der Goldstadt Pforzheim gewinnt Heimerle + Meule aus Produktionsabfällen Reinmetalle wie hochwertiges Goldgranulat und reines Silber.
(Eaton )

Wie sich Gold zurückgewinnen lässt erklärt Wolfgang Schäfer, Abteilungsleiter Recycling produktiv bei Heimerle + Meule: „Unsere Prozesse basieren auf dem Prinzip der Elektrolyse. Ziel ist es, die Metalle in möglichst reiner Form aufzubereiten, beim Gold zum Beispiel in einer Qualität von 999 Promille, beim Silber 997 Promille. Damit eignet sich das Material für die meisten Anwendungszwecke.“

Heimerle + Meule GmbH ist als Führungsgesellschaft verantwortlich für die Geschäfte der Heimerle + Meule Group, einem Komplettanbieter im edelmetallverarbeitenden Marktsektor mit über 700 Mitarbeitern. Rund 120 t Scheidgut können am Hauptsitz in Pforzheim pro Jahr verarbeitet werden. Bei dem Großteil des zurückgewonnenen Materials handelt es sich um Silber und Gold. Zudem werden Platinmetalle extrahiert.

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Den Prozess im Blick

Zum Prozess: Die in Anodenform gegossenen Ausgangsmaterialien werden in beheizten Bädern über einen längeren Zeitraum einem Elektrolyseprozess ausgesetzt. Bei der Silberrückgewinnung lassen sich auf diese Art unerwünschte Metalle aus der Anode abtrennen und auflösen, übrig bleibt das reine Silber. Gold wird auf ähnliche Art zunächst einer Vorscheidung unterzogen. Im zweiten Schritt, der Raffination, löst es sich im Elektrolysebad auf und wird an den Kathodenblechen abgeschieden.

Um sicherzustellen, dass sich nur die gewünschten Materialien auflösen bzw. festsetzen und eine hohe Qualität des Zielmaterials erreicht wird, erfordern diese Prozesse zum einen die entsprechende Justierung der chemischen Prozesse und Konzentrationen, zum anderen die Steuerung von wichtigen Regelgrößen wie Temperatur, Strom und Spannung.

Auf den neuesten Stand der Technik bringen

„In 2012 ist ein großräumiger Bereich unserer Anlage einem Brand zum Opfer gefallen“, erinnert sich Martin Schäfer, verantwortliche Elektrofachkraft bei Heimerle + Meule. „Wir haben diesen Anlass als Chance gesehen, ein neues Automatisierungskonzept für unsere wichtigen Scheidprozesse zu entwickeln. Dies sollte auf dem neusten Stand der Technik sein, uns sicheren Schutz vor Fehlbedienung und einen hohen Grad an Bedienerfreundlichkeit bieten.“ Gleichzeitig stand Schäfer vor der Herausforderung, das gesamte Wiederaufbauprojekt in nur drei Monaten von der Installation und Programmierung bis zur Inbetriebnahme abwickeln zu müssen.

So hat man alle 300 Teilnehmer sicher im Blick

Bei der Planung und Realisierung setzten die Pforzheimer auf die Unterstützung von Eaton, dessen Technologie bereits seit vielen Jahren erfolgreich vor Ort im Einsatz ist. Das Automatisierungskonzept basiert auf sechs Steuerungseinheiten mit Touchpanel, den HMI/PLCs der Serien XV-102 und XV-152. Diese überwachen und steuern die Prozesse Waschen, Vorscheidung von Silber sowie Palladium, Raffination des Goldes, Goldaufbereitung in Goldsalz (Kaliumgoldcyanid) und Scheidung zur Gewinnung von Platinum und Palladium.

Mit Motorstartern und Softstartern ausgerüstet

Dafür kommunizieren die HMI/PLCs über Eatons innovatives Verbindungs- und Kommunikationssystem Smart-Wire-DT mit Schaltgeräten wie den Motorstartern PKZ, den Schützen DIL oder dem Softstarter DS7 sowie diversen Befehls- und Meldegeräten der Serie RMQ Titan. Alle Antriebe für Pumpen und Rührmotoren der Bäder bis 4 kW sind mit Motorstartern ausgerüstet, alle über 4 kW mit Softstartern oder Frequenzumrichtern (PowerXL DC1). Insgesamt umfasst das Netzwerk derzeit rund 300 Smart-Wire-DT-Teilnehmer. Ein großer Vorteil: Bei Smart-Wire-DT entfällt die aufwendige und fehleranfällige Punkt-zu-Punkt-Steuerverdrahtung von Komponenten mit der zentralen Steuerung, es bietet eine hohe Datentransparenz und trägt zu einer Erhöhung der Anlagenverfügbarkeit bei. Die Technologie überzeugte den Elektrofachmann Schäfer auf Anhieb: „Die Vorteile, die Smart-Wire-DT bei der Komplexität unseres Systems bietet, sind enorm, insbesondere hinsichtlich der Verkabelungsaufwände sowie Diagnosemöglichkeiten“.

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