5G-Campusnetze Große Nachfrage nach industriellen 5G-Netzen

Redakteur: Katharina Juschkat

Knapp 90 Anträge für 5G-Campusnetze sind bereits bei der Bundesnetzagentur eingegangen. Mit 5G wird die Grundlage für vernetzte Fabriken geschaffen.

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Lokale 5G-Campusnetzwerke ermöglichen Unternehmen die vollständige Kontrolle über die eigenen Daten und eine komplette Abdeckung des Firmengeländes.
Lokale 5G-Campusnetzwerke ermöglichen Unternehmen die vollständige Kontrolle über die eigenen Daten und eine komplette Abdeckung des Firmengeländes.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Die Nachfrage nach industriellen 5G-Netzen wächst: Ein Jahr nach Inkrafttreten der Vergabebedingungen für lokale industrielle Mobilfunknetze sind bereits knapp 90 Anträge bei der Bundesnetzagentur eingegangen. Das industrielle 5G befindet sich aktuell noch in der Standardisierung und wird noch zur Marktreife herangeführt.

Warum 5G-Netze für die Industrie sinnvoll sein können

An über 85 Standorten in Deutschland werden derzeit industrielle 5G-Campusnetze im Frequenzbereich 3,7 bis 3,8 GHz erprobt. Ein sogenannte 5G-Campusnetz hat den Vorteil, dass es nur auf einem vordefinierten Firmengelände verwendet wird und dort alle Kapazitäten des Netzes exklusiv immer zur Verfügung stehen. Ein Zugriff von Außen ist nicht möglich. Damit eröffnet sich Potenzial für technologische Entwicklung, denn damit wird die Grundlage für die Realisierung der Vision Industrie 4.0 geschaffen.

Unternehmen haben die Möglichkeit, ihre 5G-Mobilfunknetze selbst aufzubauen und zu betreiben oder über öffentliche Netzbetreiber und die Netzausrüsterindustrie zu planen und betreiben zu lassen. Aus Sicht der Industrieverbände VCI, VDA, VDMA und ZVEI ist dieser Wettbewerb im Bereich der 5G-Netze ein wichtiger Schritt für die erfolgreiche Etablierung der 5G-Technologie in Deutschland.

Testumgebung für 5G in verschiedenen Anwendungsbereichen

„Im Maschinen- und Anlagebau sind 5G-Campusnetze im Zusammenspiel mit einer Edge Cloud ein wichtiger Baustein für neue technische Lösungen mobiler und stationärer Maschinen“, erklärt Ansgar Bergmann, Mitglied der VDMA 5G User Group. Vorteile sind die Sicherheit und geringe Latenzzeiten sowie die Skalierbarkeit von Rechenleistung in der Cloud, die die Entwicklungsaufwände reduziert. Davon können Echtzeitapplikationen oder sonstige rechenintensive Systeme profitieren, z.B. die Bildverarbeitung oder KI-Algorithmen.

„Gemeinsam mit unterschiedlichen Anbietern bauen wir derzeit im Produktionsumfeld eine Testumgebung auf, um 5G in verschiedenen Anwendungsbereichen zu pilotieren“, so Martin Schwibach, Gremienmitglied im VCI für Digitalisierung. „Die gesamte Prozessindustrie betritt mit 5G Neuland. Eine enge Zusammenarbeit mit Partnern ist daher besonders wichtig, um kontinuierlich voneinander zu lernen.“

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