Robotik Humanoider Roboter verlässt seine Produktionslinie auf eigenen Füßen 

Quelle: Xpeng 2 min Lesedauer

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Der EV-Hersteller Xpeng überführt seinen humanoiden Roboter Iron von der Forschung in die Serienfertigung. In einer neuen, zu über 80 Prozent automatisierten Produktionslinie lief nun das erste Modell autonom vom Band.

(Bild:  XPeng Motors (Germany) GmbH)
(Bild: XPeng Motors (Germany) GmbH)

Der Übergang humanoider Roboter vom Prototypen- in den industriellen Maßstab nimmt weiter an Fahrt auf. Der chinesische Technologiekonzern und Elektroautohersteller XPENG hat offiziell die Inbetriebnahme seiner Produktionslinien für den humanoiden Roboter IRON bekanntgegeben. Zum Abschluss der Fertigung verließ der Roboter die neu errichtete Anlage bereits autonom auf den eigenen Beinen – ein deutliches Signal für den Start der angestrebten Massenproduktion.

Automatisierte Fertigung nach Automotive-Standards

Für Automatisierungstechniker und Anlagenbauer ist besonders der Blick in die Fabrik spannend: Die neuen Fertigungslinien wurden komplett neu konzipiert und adaptieren Qualitäts- und Produktionssysteme aus der Fertigung intelligenter Elektrofahrzeuge. Laut XPENG sind mehr als 80 Prozent der Kernprozesse in der Roboter-Anlage automatisiert. Dadurch entsteht ein hochpräzises, flexibles Fertigungssystem, das die enormen Toleranzanforderungen beim Bau humanoider Kinematik bewältigen soll. Die Anlage ist so ausgelegt, dass die Produktionskapazitäten künftig schnell skaliert werden können. Dieser Meilenstein ist das Ergebnis eines achtjährigen F&E-Zyklus, der acht Generationen von vier- und zweibeinigen Robotern umfasste.

Wir bauen hier Fertigungslinien für eine vollkommen neue Produktkategorie auf. Wir werden auch künftig an einer schnelleren Fertigung und größeren Kapazitäten arbeiten, um eine führende Roboterfertigungsindustrie zu etablieren

He Xiaopeng, Vorsitzender und CEO von XPENG

Die Technik: 76 Freiheitsgrade und lokale Edge-KI

Auch die Hardware-Spezifikationen von Iron lassen aufhorchen: Der Roboter verfügt über eine eigens entwickelte, geschlossene und flexible Gitterstruktur. Angetrieben wird das System von Aktoren, die dem Roboter insgesamt 76 Freiheitsgrade (Degrees of Freedom, DOF) über den gesamten Körper verleihen. Allein 21 Freiheitsgrade entfallen auf jede Hand, was ein enormes Maß an Geschicklichkeit für komplexe Greif- und Manipulationsaufgaben verspricht.
Steuerungstechnisch setzt XPENG auf extreme Rechenleistung direkt auf dem Roboter (Edge-Computing). Drei Turing-KI-Chips liefern eine Performance von bis zu 2.250 TOPS. Diese Architektur ermöglicht es, das XPENG-Grundlagenmodell für physische KI lokal auf dem Roboter auszuführen. Das Resultat: Iron kann komplexe Aufgaben autonom und ohne Fernsteuerung ausführen. Gleichzeitig sichert diese Edge-Architektur geringe Latenzen bei der Signalverarbeitung sowie eine hohe Datensicherheit.

Iron kann komplexe Aufgaben autonom und ohne Fernsteuerung ausführen. Gleichzeitig sichert diese Edge-Architektur geringe Latenzen bei der Signalverarbeitung sowie eine hohe Datensicherheit.

Massenproduktion bis Ende 2026

Das Konzept hat auch Investoren überzeugt: Die Robotik-Sparte von XPENG sammelte kürzlich über 900 Millionen US-Dollar ein und wird nun mit über 6,3 Milliarden US-Dollar bewertet.Die kommerzielle Roadmap sieht vor, die Massenproduktion bis Ende 2026 hochzufahren. Zunächst wird IRON intern in XPENG-Verkaufszentren und auf den eigenen Werksgeländen eingesetzt – etwa für Patrouillengänge oder die Unterstützung in der Logistik. Durch diesen realen Einsatz soll ein kontinuierlicher Datenkreislauf entstehen, um die KI-Modelle weiter zu trainieren. Die offizielle Markteinführung und Auslieferung, auch auf internationalen Märkten, plant das Unternehmen für 2027.

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