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Kunststofftechnik Igus und Corona: 100 Neuheiten und gemischte Signale aus dem Markt

| Redakteur: Sariana Kunze

Der Kunststofftechnik-Spezialist Igus empfängt in Corona-Zeiten unterschiedliche Signale aus dem Markt: Der Umsatz ist rückläufig, der Auftragseingang jedoch fast stabil. Dem Thema Messausfall begegnen die Kölner mit einer realen Messen im virtuellen Raum, um ihre über 100 Neuheiten vorzustellen.

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Igus in Corona-Zeiten: Experten beraten – geschützt durch Face Shields – digital auf einem 400 qm großen Messestand des Unternehmens in Köln.
Igus in Corona-Zeiten: Experten beraten – geschützt durch Face Shields – digital auf einem 400 qm großen Messestand des Unternehmens in Köln.
(Bild: Igus )

Igus gibt einen Einblick zu der aktuellen Lage und verzeichnet unterschiedliche Signale aus dem Markt. Nach 2 Prozent Umsatzzuwachs auf 764 Mio. Euro im vergangenen Jahr, womit sich Frank Blase, Geschäftsführer Igus, schon nicht ganz zufrieden zeigte, ging der Umsatz in den ersten vier Monaten aufgrund der Corona-Krise um 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurück. Der Auftragseingang sei hingegen nahezu stabil und derzeit bei -2 Prozent. Laut Igus nehme das Interesse an Motion Plastics, die die Technik verbessern und Kosten senken sollen, spürbar zu. Daher haben die Kölner einen Messestand aufgebaut, auf dem sich Interessenten virtuell über Produktneuheiten informieren können. „Wir erhalten momentan viele Anfragen und vereinbaren zahlreiche virtuelle Besuchstermine“, erklärt Frank Blase. Mehr Informationen dazu unter Igus Academy.

Volle Lieferfähigkeit trotz Corona

Die schnelle und zuverlässige Belieferung mit Tribopolymer-Produkten in der aktuellen Situation aufrechtzuerhalten ist für Igus ein wichtiges Ziel. „Igus liefert zurzeit ohne Einschränkungen“, informiert Geschäftsführer Blase. „Im Durchschnitt sind kleine und mittlere Bestellungen nach 2,5 Tagen auf dem Weg zum Kunden.“ International ist die lokale Versorgung aufgrund von 14 Produktionsstätten sichergestellt. Um die Lieferfähigkeit weiterhin aufrechtzuerhalten, sollen laut Igus allein am Hauptstandort über 100 Maßnahmen umgesetzt worden sein. Darüber hinaus produziert Igus Kopfbänder für „Face Shields“ im Spritzgussverfahren aus recyceltem Iglidur A200. Dadurch ist eine günstige Massenproduktion möglich.

Virtuelle Messe zeigt über 100 Produktneuheiten

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Da derzeit weder Messen noch persönliche Besuche bei den Kunden möglich sind, setzt das Unternehmen auf eine virtuelle Plattform: Dreh- und Angelpunkt ist dabei ein realer Messestand, der im virtuellen Raum besucht werden kann. Es sind persönliche Führungen sowie Einzel- und Gruppengespräche mit Experten möglich. Der 400 qm große Messestand steht unter dem Motto „Tech up, Cost down. It’s our job.“

Wie Kunden Kosten sparen und ihre Technik verbessern können zeigt beispielsweise die Energiekette Autoglide 5 mit Seil-Bodenführung, durch die sich in der Intralogistik und bei Krananlagen 88 Prozent Montagezeit sparen lassen und das bei Gesamtkosten inklusive Leitungen ab 49 Euro pro Meter, erklärt das Unternehmen. Neu ist auch die Drylin Polymer-Teleskopschiene, mit der sich unter anderem Schubladen, Sitz- und Kopfverstellung einfach verstellen und ausziehen lassen. Zudem soll sie 64 Prozent leichter als metallische Führungen sein. Zentral für die Produktentwicklung sind die Versuche im hauseigenen 3.800 qm großen Testlabor. Dadurch ist Igus in der Lage auf das Standard-E-Ketten-Programm wie auch Chainflex Leitungen eine 36-monatige Garantie zu vergeben. Das Markenversprechen wurde jetzt auch von der Testorganisation UL zertifiziert. Igus setzt dabei verstärkt auf die Einbindung seiner Motion Plastics in eine Circular Economy.

Wenn aus Kunststoff wieder Öl wird

Im „Chainge Recycling“ Programm nimmt Igus ausrangierte Kunststoff-Energieketten herstellerunabhängig zurück, recycelt sie und vergütet den Kilopreis per Gutschein. Einen Schritt weiter geht die 4,7 Mio. Euro Investition in Mura Technology. Die Firma will Anlagen errichten, in denen Kunststoffabfälle energieschonend in Öl umgewandelt werden. Das Umweltzertifikat ISO 14001:25 wurde Mitte April an Igus Deutschland vergeben, im Mai an Igus Korea. Energiesparziele von mindestens 10 Prozent sind der nächste Schritt.

Trotz der aktuellen Lage will das Unternehmen an langfristigen Investitionen festhalten, wie Frank Blase betont: „Die Umsatzeinbußen und Kosten bei der Bewältigung der Krise sind heftig. Eine generelle Wende zum Besseren ist derzeit schwer vorher zu sagen. Allerdings haben wir ein hohes Eigenkapital für solche Ausnahmezeiten angespart. Und wir packen alle Kosten an.“ Kurzarbeit wurde in einigen Ländern angemeldet, in Deutschland nicht. „Wir möchten die Auswirkung auf unsere Mitarbeiter so weit wie möglich minimieren. Und wir müssen entscheidende Zukunftsinvestitionen weiter treiben.“

Igus investiert weiter in Digitalisierung

Dazu zählen beispielsweise Investitionen in die Digitalisierung. Acht zusätzliche Lebensdauer-Simulatoren und Online-Tools brachte das Unternehmen 2019 ins Web, beispielsweise für Zahnräder, Rollen und Wellen, sowie die Plattform RBTX für Low-Cost-Robotik. Inzwischen sind 38 Online-Tools registrierungs- und kostenfrei nutzbar.

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