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PC-Control IPC vereinfacht Fernüberwachung

| Redakteur: Reinhard Kluger

Gasbetriebene Blockheizkraftwerke erzeugen mit Kraft-Wärme-Kopplung Wärme und Strom mit hohem Wirkungsgrad. Als einer der weltweit führenden BHKW-Hersteller stieg Sokratherm vor drei Jahren auf Beckhoff-Steuerungen um. Einer der Hauptgründe war, dass sich PC-based Control hervorragend zur Fernüberwachung eignet.

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Sokratherm-Prokurist Klaus Pollmeier (rechts) und Thomas Kaiser, Vertrieb Beckhoff, beim Prüfstandslauf eines BHKW mit dem Panel-PC CP6201 als zentralem Element.
Sokratherm-Prokurist Klaus Pollmeier (rechts) und Thomas Kaiser, Vertrieb Beckhoff, beim Prüfstandslauf eines BHKW mit dem Panel-PC CP6201 als zentralem Element.
(Beckhoff)

Sokratherm im westfälischen Hiddenhausen: Das Familienunternehmen gilt als führender Hersteller bei BHKW-Kompaktmodulen im Bereich von 50 bis 500 kW elektrischer Leistung. Flaggschiff ist das BHKW-Kompaktmodul GG 530, das nach eigener Aussage kompakteste BHKW der 500-kW-Klasse weltweit.

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„Die Stärke unseres Unternehmens beruht darauf, dass wir auf Kundenwünsche individuell eingehen können und nicht nur Standardprodukte liefern“, erläutert Prokurist Klaus Pollmeier. Normalerweise liefern BHKW Wärme und Strom, die dann in einem Objekt verbraucht werden. Doch manchmal braucht ein Betreiber nicht nur warmes Wasser, sondern auch Dampf für seinen Prozess. Folglich müssen die Massenströme verändert und die Temperaturniveaus angepasst werden. Dies zieht natürlich auch Änderungen auf der Regelungsseite nach sich, denn hier müssen zusätzliche Parameter erfasst und überwacht werden. „Hier sind wir mit dem feingranularen Beckhoff-I/O-System klar im Vorteil“, so Klaus Pollmeier. „Wenn zwei Temperaturen zusätzlich überwacht werden müssen, benötigen wir nicht – wie bei anderen Regelungssystemen üblich – ein neues acht- oder zehnkanaliges Eingangsmodul, sondern nehmen einfach die zweikanalige Eingangsklemme EL320x, an der sich die Temperaturfühler anschließen lassen. Auf diese Weise können die Anpassungen kostengünstig realisiert werden.“ Kern der 2011 serienmäßig eingeführten BHKW-Regelung iPC von Sokratherm bildet je nach Ausführung ein „Economy“-Einbau-Panel-PC CP6207 oder CP6201, mit 5,7- bzw. 12-Zoll-Touchscreen und die Automatisierungssoftware Twincat. Der Prozessor hat eine geringe Wärmeverlustleistung und erübrigt so den Einsatz eines Lüfters.

Twincat als offene und flexible Softwarelösung

Vor drei Jahren portierte Sokra-therm die Programme der bis dahin verwendeten SPS-Regelung auf das Beckhoff-System. Ziel war, über möglichst viele verschiedene Schnittstellen zu anderen Bussystemen zu verfügen, um das System einfach erweitern zu können und vor allem die Möglichkeit der Fernüberwachung zu erhalten. „Wichtig für die Entscheidung zugunsten von Beckhoff-Komponenten war, dass Fernwirkprotokolle wie IEC 60870-5-10x und IEC 61850 einfach als zusätzliche Twincat-Bibliothek installiert werden können“, begründet Klaus Pollmeier seine Wahl und ergänzt: „Man kann ja nie ausschließen, dass bei einem technischen System etwas hakt. Und vor diesem Hintergrund war es zusätzlich entscheidend, dass unsere Blockheizkraftwerke mit einer Fernüberwachung ausgestattet sind.“ Nun sei es auch möglich, den Kunden aus der Ferne Hilfestellung bezüglich der Betriebsoptimierung zu geben. Das BHKW-Modul kann über die in der Gebäudetechnik üblichen Protokolle an ein bestehendes Gebäudeleitsystem angeschlossen werden. „Welche Kommunikationswünsche unsere Kunden auch haben, wir haben nun die Möglichkeit, alle gängigen Schnittstellen mit vertretbarem Programmieraufwand zur Verfügung zu stellen“, so Klaus Pollmeier.

Programme sind schnell auf PC-Control portiert

Umfassende Unterstützung erhielten die Sokratherm-Programmierer um Stefan Kiele auch von den Beckhoff-Applikationsingenieuren. „Dadurch konnten wir uns recht schnell einarbeiten und die erste Programmversion unkompliziert portieren. Auf dieser Basis begannen wir, unsere Ideen für eine verbesserte Überwachung und einen erweiterten Bedienkomfort zu verwirklichen“, lobt Stefan Kiele die Zusammenarbeit. „Diese Dinge sind dann innerhalb eines Dreivierteljahres gewachsen. Wir haben umfangreiche Tests zu allen möglichen Fehlerquellen gemacht und gesehen, dass die Maschine unter sämtlichen Einsatzbedingungen in einen sicheren Zustand geht. Erst danach entschieden wir uns für einen Serieneinsatz der Regelungen.“ Inzwischen sind fast 400 BHKW-Anlagen mit Beckhoff-Steuerungen im Feld erfolgreich installiert. „Notwendige Anpassungen können wir jetzt bei Bedarf selbst durchführen. Das unterstützt unser Bemühen, so kundenindividuell und flexibel wie möglich am Markt zu agieren“, unterstreicht Klaus Pollmeier die Entscheidung für die Beckhoff-Technik. Mit der automatischen Dokumentationsfunktion bekommt der Betreiber für das betriebswirtschaftliche Monitoring einmal im Monat einen detaillierten Bericht zur Auswertung.

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