Studie

Junge Talente verlieren Vertrauen in digitale Zukunft

| Redakteur: Lisa Marie Waschbusch

Das Vertrauen junger Talente in die Wirtschaft nimmt ab und die Loyalität gegenüber Unternehmen sinkt.
Das Vertrauen junger Talente in die Wirtschaft nimmt ab und die Loyalität gegenüber Unternehmen sinkt. (Bild: Pexels / CC0)

Fehlende gesellschaftliche Verantwortung der Unternehmen, hohe Jobwechselbereitschaft, fehlende Unterstützung durch Arbeitgeber und Politik: Millennials und die nachfolgende Generation Z sehen die digitale Zukunft skeptisch, zeigt eine aktuelle Studie.

Zwischen Skepsis und Enttäuschung: Der Deloitte Millennial Survey 2018 zeigt eine durchwachsene bis wolkige Stimmung bei jungen Talenten. Die zwischen 1983 und 1994 geborenen Millennials und die nachfolgende, sogenannte Generation Z der Geburtsjahrgänge bis 1999 sehen mit einiger Skepsis in die Zukunft. Im Jahr 2018 präsentieren sich die Vertreter beider Generationen daher so pessimistisch wie zuletzt vor über vier Jahren. Dabei fehlt nicht nur das Vertrauen in Politik und gesellschaftliche Kräfte, sondern auch in Unternehmen und ihre Lenker, von denen die Millennials deutlich mehr erwarten als das reine Profitstreben.

Das gilt auch und gerade mit Blick auf die digitale Transformation und Industrie 4.0: Hier sehen sich die Befragten die maßgeblichen Organisationen aus Wirtschaft und Gesellschaft und auch sich selbst schlecht gerüstet. In punkto Umwelt, soziale Verantwortung, Diversität und Inklusion stellen die Studienteilnehmer den Unternehmensführungen zudem ein wenig schmeichelhaftes Zeugnis aus. Das hat Konsequenzen: Wie der Deloitte Millennial Survey 2018 mit über 400 deutschen Vertretern der Generationen Y und Z zeigt, ist die Loyalität und damit die geplante Verweildauer bei einem Unternehmen sichtbar gesunken. Wer die Talente halten will, sollte vor allem auf Engagement und Flexibilität setzen.

Soft Skills müssen gefördert werden

Die vierte industrielle Revolution erfordert von allen Beteiligten eine hohe Veränderungsbereitschaft und dezidierte Vorbereitungen. Dabei fühlen sich bei den internationalen Teilnehmern allerdings nur 36 Prozent der Millennials und 29 Prozent der Generation Z-Vertreter gut vorbereitet. Bemerkenswert: Je besser die allgemeine Qualifikation, desto größer die Skepsis. Deutschland steht geringfügig besser da: Hier fühlen sich immerhin 37 Prozent gut von ihren Unternehmen für die kommenden Veränderungen präpariert. Kritik wird dabei insbesondere bei der Förderung der so genannten "Soft Skills" durch das Management laut.

Auch die Bindungskräfte schwächeln: Fast zwei Drittel der internationalen Teilnehmer wollen ihr Unternehmen binnen zweier Jahre verlassen, nur 12 Prozent wollen länger bleiben. Die Loyalität hat damit spürbar abgenommen. Anders in Deutschland: Hier wollen 32 Prozent gehen, 37 Prozent wollen bleiben. Maßgebliche Kriterien sind neben der Entlohnung eine positive Unternehmenskultur (64%) - und Flexibilität (58%). Gerade letztere lässt die so genannte Gig-Ökonomie für internationale Millennials und Generation Z-Vertreter attraktiv erscheinen. Auch hier präsentiert sich Deutschland abweichend: Zeigen sich länderübergreifend 57 Prozent daran interessiert, sind es in Deutschland nur 38 Prozent.

Diversität wird immer wichtiger

Diversität wird ein immer wichtigeres Kriterium für eine positive und motivierende Unternehmenskultur. Doch bleibt es nach Ansicht vieler internationaler und deutscher Studienteilnehmer nur zu oft beim Lippenbekenntnis: Nationenübergreifend befürchten das etwa zwei Drittel und befürworten daher auch staatliche Quoten. In Deutschland bewertet rund die Hälfte der Befragten ihre Unternehmensführung als vielfältig und offen – und verspürt nicht zuletzt deshalb auch eine höhere Loyalität zu der Firma. „Multikulturell, offen, flexibel und auch sozial engagiert: So wünscht sich die Mehrheit der Befragten "ihr" Unternehmen. Dass die Beurteilung der Realität noch vor Jahresfrist deutlich günstiger ausfiel, sollte zu denken geben – gerade in Anbetracht der Tatsache, dass die Mitarbeiterloyalität immer wichtiger für die Arbeitgeber wird“, resümiert Nicolai Andersen, Leiter Innovation bei Deloitte.

Startup-Gründer ernüchtert von der deutschen Politik

Gründer

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04.06.18 - Laut einer Umfrage im Auftrag von Bitkom macht sich bei deutschen Startups Ernüchterung über die Politik breit. 86 Prozent der befragten Unternehmen geben an, dass der Politik das Verständnis für die Probleme von Startups fehlt. lesen

In Deutschland erwarten um die 40 Prozent der Befragten von ihren Arbeitgebern ein verstärktes Umweltengagement, neue Jobs sowie eine Verbesserung der allgemeinen Situation der Belegschaft. Immer noch ein Drittel oder mehr wünscht sich mehr Anstrengungen der Wirtschaft in der Bildung sowie die Entwicklung neuer Produkte und Services mit weitreichender Wirkung. Erfüllt sieht diese Erwartungen aber nur gerade ein Viertel – in punkto Umwelt sind es sogar nur 16 Prozent, während Erwartung und Wirklichkeit im Hinblick auf neue Produkte noch am nächsten beieinanderliegen (36/30%).

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Optimismus schwindet

Gerade einmal 22 Prozent der Studienteilnehmer aus Deutschland erwarten eine allgemeine soziale und politische Verbesserung: Das sind ganze zehn Prozentpunkte weniger als weltweit. Dabei beschäftigen die Menschen vor allem Terrorismus, der Klimawandel, kriegerische Auseinandersetzungen, massive Flüchtlingsbewegungen sowie eine generelle politische Instabilität. Wie auch international, so haben sich die Arbeitnehmer in Deutschland in den letzten Jahren vielfach enttäuscht von der Politik abgewandt und stattdessen die Unternehmen zu Hoffnungsträgern des Fortschritts erkoren – eine Hoffnung, die offenbar in großen Teilen enttäuscht worden ist.

Auch international spiegelt sich diese Skepsis: Drei Viertel bemängeln, dass sich die Unternehmen nur auf ihren eigenen Vorteil konzentrieren, "nur" 47 bzw. 48 Prozent sehen ein gesellschaftliches Engagement sowie ethisch motiviertes Handeln, während fast zwei Drittel das einzige faktische Unternehmensziel im Geldverdienen ausmachen. Auch die Einschätzung des idealen Soll-Zustands im Abgleich mit der Realität im eigenen Unternehmen differiert um jeweils zehn bis zwanzig Prozentpunkte.

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25.05.18 - Sich beruflich zu verändern, ist für viele Menschen ein großer Schritt. Kaum ein Dokument wird so häufig diskutiert und überdacht, wie der Lebenslauf. Schließlich soll er auf nur wenigen Seiten all unsere Hard und Soft Skills, jeden Karriereschritt und nicht zuletzt auch etwas von unserer Persönlichkeit darstellen – und sich dabei positiv von anderen unterscheiden. lesen

Über die Studie

Die Ergebnisse des aktuellen Millennial Survey basieren auf den Befragungen von mehr als 10.000 Millennials in 36 Ländern und über 1.800 Studienteilnehmern der Generation Z in sechs Ländern. Deloitte hat die Umfrage im Zeitraum vom 24. November 2017 bis zum 15. Januar 2018 durchgeführt.

Der Beitrag erschien zuerst auf unserem Partnerportal Industrie of Things.

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