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Smart Factory

Kuka & Porsche-Tochter MHP wollen Automobilindustrie revolutionieren

| Autor/ Redakteur: Ulrike Götz / Karin Pfeiffer

Ein neues Geschäftsmodell von Kuka, Porsche-Tochter MHP und Rückversicherer Munich Re soll die Produktion der Automobilindustrie verändern – die „Smart Factory as a Service“.

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In München realisieren Porsche-Tochter MHP, Kuka und Rückversicherer Munich Re die Smart Factory as a Service.
In München realisieren Porsche-Tochter MHP, Kuka und Rückversicherer Munich Re die Smart Factory as a Service.
(Bild: Kuka AG)

Meterlange Bauzäune, riesige Kräne und mit Graffiti bedeckte Containeranlagen – im Werksviertel in München, nahe des Ostbahnhofs, wo momentan noch eine gigantische Baustelle ist, befindet sich der Standort der Smart Factory as a Service. Wo früher die Knödelproduktion von Pfanni das Stadtbild prägte, ist ein innovatives Viertel entstanden. Eine große Fläche für große Zukunftsideen.

Dieses Umfeld haben sich die drei Partner zu Nutze gemacht: Automatisierungsspezialist Kuka, die Porsche-eigene Management- und IT-Beratung MHP und die weltgrößte Rückversicherungsgesellschaft Munich Re präsentieren hier mit der Smart Factory as a Service ein neu konzipiertes Geschäftsmodell, das die Produktion der Zukunft und deren Umsetzung darstellen soll. Denn die Nachfrage nach individuellen Produkten und schnelleren Markteintrittszeiten steigt kontinuierlich. Dabei wird auch das Markterfolgsrisiko größer, eine planbare Produktion schwieriger. Diese Entwicklungen sind etwa bei der Einführung der Elektromobilität zunehmend spürbar.

Eco-Systeme für Losgröße 1 ganz nach Bedarf

Roboter, Dienste, Maschinen und Softwareplattformen: Das sind die Bestandteile der Smart Factory as a Service. Und sie werden beliebig verknüpft.
Roboter, Dienste, Maschinen und Softwareplattformen: Das sind die Bestandteile der Smart Factory as a Service. Und sie werden beliebig verknüpft.
(Bild: Kuka AG)

Bei der Smart Factory as a Service geht es deshalb darum, starre Produktionsprozesse aufzubrechen, neu zu denken und durch flexible Konzepte zu ersetzen. Kuka, MHP und Munich Re haben sich die Entwicklung dieser Produktionslösung der Zukunft zur Aufgabe gemacht. Indem alle Maschinen und Systeme miteinander verschmelzen, können Produkte in Losgröße 1 profitabel gefertigt und zugleich die notwendige Flexibilität zur Verfügung gestellt werden.

Diese Vision wird durch die Kombination der bestehenden komplementären Geschäftsmodelle der drei Partner umgesetzt: Software-Integration, Automationstechnologie, Anlagentechnik sowie Risiko- und Finanzmanagement. Es entsteht ein Eco-System, das eine Smart Factory ermöglicht, die letztlich als Betreibermodell „as a Service“ angeboten werden kann. Im Showcase werden individualisierte Puzzles gefertigt. Eine Blaupause für die Realisierung der Vision.

Produktionsprozesse komplett neu denken

Roboter, Dienste, Maschinen und Softwareplattformen: Das sind die Bestandteile der Smart Factory. Sie werden beliebig verknüpft, ohne dabei die Bedienung zu verkomplizieren. Stattdessen können Kunden ihre Produkte einfach anhand einer intuitiven Oberfläche bestellen.

Wie das konkret funktioniert? Das Puzzle durchläuft in weniger als 15 Minuten alle automatisierten Fertigungsschritte: Entnahme des Materials aus dem Lager, Druck des Bildes, Laserschneiden der Puzzleteile, Aufkleben auf einen Umschlag sowie die Auslieferung über ein Puffer- und Endlager. Der Kunde kann jederzeit den Produktionsstatus seines Puzzles online abrufen und wird über die Fertigstellung informiert.

Die Nutzung der Smart Factory as a Service ermöglicht es, dass sich produzierende Unternehmen auf die Kundenzufriedenheit fokussieren können. Denn periphere Teile der Wertschöpfung, Investitionskosten und Risiken müssen sie nicht selbst tragen. Die flexible Kleinserienproduktion wird damit erstmals wirtschaftlich umsetzbar.

Durch die neuartige Integration eines durchgängigen und eingebetteten Daten- und Risikomanagements verkürzt die Smart Factory as a Service den Produktentwicklungsprozess und ermöglicht eine marktgerechte Produkttestung und -entwicklung. Diese Transformation erfordert hohe Flexibilität und Transparenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette sowie den Zugang zu kritischen Ressourcen. Sie verursacht sonst hohe Kapitalkosten und birgt substanzielle Unsicherheiten und Risiken.

Die Smart Factory as a Service ist in der Lage, die Markteintrittszeit neuer Produkte um bis zu 30 % zu verkürzen. Sie verbessert damit eine der wettbewerbsentscheidenden Kennzahlen für produzierende Unternehmen signifikant. Gemeinsam verfolgen die drei Partner das Ziel, die gesamte Wertschöpfungskette zu digitalisieren, einen durchgängigen Datenfluss in hoher Qualität umzusetzen und bisher unverbundene Bereiche und Systeme des Produktionsentwicklungsprozesses miteinander verschmelzen. Die Smart Factory as a Service kann dabei selbstständig und flexibel unterschiedliche Produkttypen in beliebiger Stückzahl produzieren und somit die sich verändernden Kundenansprüche nach individualisierten Produkten erfüllen.

* *Ulrike Götz, Corporate Technology Communications, Kuka

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Karin Pfeiffer

Karin Pfeiffer

Journalistin