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Stellenmarktanalyse

Landwirtschaft 4.0 bietet immer mehr Jobs

| Redakteur: Katharina Juschkat

Laut einer Analyse von Joblift ist die moderne Agtechbranche, die sich u. a. mit dem Einsatz von Drohnen und Sensoren in der Landwirtschaft beschäftigt, zwar noch sehr klein, aber mit immer mehr Stellenanzeigen verteten. Eine Analyse.

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Die traditionelle Landwirtschaft beherrscht den Stellenmarkt noch – aber die Agtech-Branche wächst.
Die traditionelle Landwirtschaft beherrscht den Stellenmarkt noch – aber die Agtech-Branche wächst.
(Bild: Joblift )

Diskussionen um den Einsatz des umstrittenen Insektengifts Glyphosat beherrschen die Agrarbrance und beschäftigen Verbraucher. Dabei könnten neue Technologien den Einsatz von Chemie in der Landwirtschaft bald überflüssig machen – etwa durch programmierbare Drohnen, die gezielt Insekten zur biologischen Bekämpfung von Schädlingen abwerfen. Aber wächst die neue Agtech-Branche schnell genug, um zukunftsfähig zu sein? Die Metajobsuchmaschine Joblift hat den Stellenmarkt der Agrarwirtschaft der letzten 24 Monate ausgewertet und herausgefunden, dass bereits 4 % aller Stellenausschreibungen Agtech-Unternehmen zuzuordnen sind.

Digitalisierung wirkt sich nicht negativ aus

Das laufende Jahr brachte stabiles Wachstum für den landwirtschaftlichen Stellenmarkt, berichtet Joblift. In der Agrarwirtschaft wurden bisher bereits 1.587 mehr Jobausschreibungen veröffentlicht als im selben Zeitraum des Vorjahres. Damit steigt die Zahl der offenen Stellen in den vergangenen zwei Jahren auf insgesamt 19.405.

Die Digitalisierung scheint sich bisher nicht negativ auf die Anzahl der benötigten Arbeitskräfte auszuwirken. Allerdings handelt es sich bei 20 Prozent der Gesuche um Teilzeitstellen und bei 18 Prozent der Jobs um befristete Arbeitsverhältnisse. Durch die schwankenden Bedarfe je nach Saison sind befristete Verträge in der Agrarwirtschaft keine Seltenheit. Die Anzahl der als unbefristet ausgeschriebenen Arbeitsplätzen ist in diesem Jahr zusätzlich um 1.122 Stellen geringer als im selben Zeitraum 2016, obwohl der Stellenmarkt in der Agrarwirtschaft insgesamt gewachsen ist.

Rasanter Stellenwachstum in der Agtech-Branche

Rund 4 Prozent aller Ausschreibungen im Agrarbereich sind der Agtech-Branche zuzuordnen. Das entspricht 724 Stellen in den letzten 24 Monaten. Der Stellenmarkt des jungen Sektors wächst laut Joblift rasant: Der durchschnittliche Anstieg der Vakanzen pro Monat lag bei 12 Prozent, im Vergleich dazu wächst der gesamtdeutsche Stellenmarkt sowie die konventionelle Landwirtschaft mit 3 Prozent nur mäßig schnell. Doch während in anderen Branchen Digitalisierungskonzepte vornehmlich in Startups entwickelt werden, zeichnet sich im Landwirtschaftssektor ein anderer Trend ab. Nur 11 Prozent der im Agtech-Bereich ausgeschriebenen Jobs stammen von Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern. Stattdessen wurde knapp ein Drittel der Gesuche mit Bezug zur Landwirtschaft 4.0 von Großkonzernen mit über 1.000 Mitarbeitern veröffentlicht, angeführt von Branchenriesen wie der Bayer AG (mit 7 % der Stellen), der Robert Bosch GmbH (5 %) oder der BayWa AG (2 %).

Der Fokus der jungen Branche liegt laut der zu besetzenden Stellenprofile hauptsächlich auf drei Bereichen. Der mit 19 Prozent aller Jobgesuche am schnellsten wachsende Agtech-Zweig befasst sich mit der biochemischen Weiterentwicklung von Lebensmitteln sowie deren Qualität und Sicherheit. Ein weiterer großer Sektor, der häufig Smart Farming genannt wird, konstruiert sowohl Hardware in Form von Drohnen (16 %) oder Robotern (7 %), als auch Software für Sensor- und Messtechnik, Bilderkennung oder Machine-to-Machine Kommunikation (16 %). Die Wissenschaft des Düngermanagements, die sich mit biologischen Inputfaktoren und der Behandlung von Saatgut und Böden beschäftigt, umfasst weitere 15 Prozent der offenen Stellen.

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