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Coronavirus Messe-Absagen und -Verschiebungen könnten Wirtschaft bis zu 3 Mrd. Euro kosten

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Durch die Absagen und Verschiebungen von Messen in Deutschland wegen des Corona-Virus ist der Messestandort Deutschland schon jetzt erheblich betroffen. Messeveranstaltern und -dienstleistern entstehen hierdurch erhebliche Einbußen. Viele andere Wirtschaftszweige sind ebenfalls stark betroffen.

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Jährlich finden in Deutschland 160 bis 180 internationale und nationale Messen statt. Die nun durch den Coronavirus Sars-CoV-2 bedingten Absagen und Verschiebungen könnten die deutsche Gesamtwirtschaft nun einen Schaden von bis zu 3 Milliarden Euro erleiden. Über 24.000 Arbeitsplätze gerieten dadurch in Mitleidenschaft.
Jährlich finden in Deutschland 160 bis 180 internationale und nationale Messen statt. Die nun durch den Coronavirus Sars-CoV-2 bedingten Absagen und Verschiebungen könnten die deutsche Gesamtwirtschaft nun einen Schaden von bis zu 3 Milliarden Euro erleiden. Über 24.000 Arbeitsplätze gerieten dadurch in Mitleidenschaft.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Das Institut der Deutschen Messewirtschaft im AUMA hat die Effekte auf Deutschland erstmalig hochgerechnet. Grundlage sind Berechnungen des ifo Instituts zur gesamtwirtschaftlichen Bedeutung der deutschen Messen von 2018.

Über 24.000 Arbeitsplätze betroffen

Demnach sind allein durch die bisher bekanntgegebenen Absagen bzw. Verschiebungen Einbußen für die Gesamtwirtschaft in Höhe von fast 3 Mrd. Euro zu erwarten. Mehr als 24.000 Arbeitsplätze sind danach betroffen und dem Fiskus gehen über 470 Mio. Euro Steuereinnahmen verloren.

In den genannten Summen sind nicht die den Unternehmen entgangenen Umsätze enthalten, die sie sonst auf Messen getätigt hätten. Diese Werte liegen um ein Vielfaches höher als die oben genannten Summen und können nur in begrenztem Umfang durch andere Maßnahmen substituiert werden. Denn kein anderes Marketing-Instrument ist in der Lage, die Darstellung des Unternehmens und der Produkte in ihrer Breite und Tiefe über den persönlichen Kontakt herzustellen.

Andere Wirtschaftszweige werden ebenfalls stark durch die zahlreichen Messe-Absagen und -Verschiebungen getroffen. Dazu zählen vor allem die Hotellerie und Gastronomie, das Transportgewerbe sowie zahlreiche Lieferanten und Handwerker vor Ort. Für die genannten Branchen sind teilweise erhebliche Umsatzeinbußen zu verzeichnen, die sich direkt auf die Beschäftigten auswirken.

„Fast alle Messeplanungen für die nächsten Monate werden gerade Makulatur. Veranstalter, Aussteller, Besucher und Dienstleister verlieren jede Planungssicherheit,“ sagt der Vorsitzende des Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft e.V. (AUMA), Philip Harting. „Sie haben hohe Vorlaufkosten ohne Aussicht auf entsprechenden Nutzen oder hohe akute Umsatzeinbußen. Der Beitrag der Messewirtschaft von jährlich über 28 Mrd. Euro zur gesamten Wirtschaftsleistung könnte um rund 10% sinken. Es muss sichergestellt werden, dass die Wirtschaft, gerade kleine und mittelständische Unternehmen, auch in Zukunft das hocheffiziente Instrument Messe nutzen kann und der Branche auch künftig starke Dienstleister zur Verfügung stehen. Das wird ohne staatliche Unterstützung kaum zu realisieren sein, trotz hoher Anstrengungen der Branche selbst.“

Umfang der deutschen Messewirtschaft

Jährlich finden 160 bis 180 internationale und nationale Messen in Deutschland statt, mit rund 180.000 Ausstellern und 10 Mio. Besuchern. Dies mache den Messeplatz Deutschland nach Angaben des AUMA weltweit die Nummer 1 bei der Durchführung internationaler Messen. Deutsche ausstellende Unternehmen investieren demnach fast die Hälfte ihrer Etats für Business-to-Business-Kommunikation in Messebeteiligungen.

Die Ausgaben von Ausstellern und Besuchern für Messen in Deutschland führen zu gesamtwirtschaftlichen Produktionseffekten von über 28 Mrd. Euro. Über 230.000 Arbeitsplätze werden durch die Organisation von Messen gesichert. Die Messe-bedingten Steuereinnahmen von Bund, Ländern und Gemeinden erreichten rund 4,5 Mrd. Euro pro Jahr.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf unserem Partnerportal Elektronikpraxis.de.

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