Siemens PLM Software Mit CAD-Programm 50.000 Skier im Jahr optimieren

Redakteur: Sariana Kunze

Seit 1999 entwickelt, optimiert und individualisiert der Skibauer Stöckli Swiss Sports mit dem CAD-Programm Solid Edge von Siemens PLM Software seine Skier. Mit dem CAD-Programm können die Experten die produzierten 50.000 Paar Skier im Jahr innerhalb einer Stunde auf Fahrstil, Können, Körpergröße und Gewicht des Sportlers anpassen.

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Mit dem CAD-Programm Solid Edge von Siemens PLM Software produziert Stöckli Swiss Sports über 50.000 Skier im Jahr - individuelle Anpassungen gibt es noch nach wie vor.
Mit dem CAD-Programm Solid Edge von Siemens PLM Software produziert Stöckli Swiss Sports über 50.000 Skier im Jahr - individuelle Anpassungen gibt es noch nach wie vor.
(Stöckli Swiss Sports)

Der Tram von Gold ist für einige deutsche Olympioniken in Sotschi Wirklichkeit geworden. Doch Ausdauer und Technik sind nicht alles, ein optimierter und individualisierter Ski ist mindestens genauso wichtig: Alles begann in den 1930er-Jahren. Josef Stöckli war leidenschaftlicher Skifahrer – und zimmerte seinen Ski selber, aus Esche, massiv. Immer mehr Freunde und Bekannte wurden darauf aufmerksam und bestellten ihre Skier bei ihm. 1935 machte er seine Berufung zum Beruf und gründete die Skifabrik Stöckli AG. Damals entstanden in der Schweiz rund 30 Betriebe, die Skier herstellten, einige große wie Schwendener, Attenhofer oder Authier florierten lange Zeit prächtig – aber heute, etwas mehr als 70 Jahre später, gibt es in der Skination Schweiz nur noch eine Skifabrik, Stöckli in Wolhusen.

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50.000 Skier im Jahr und alles in Handarbeit

Aus dem Einmannbetrieb von einst hat sich eine Firma mit 200 Mitarbeitenden, ein Sechstel von ihnen in Ausbildung, entwickelt. In den letzten Jahren hat Stöckli 50 neue Arbeitsplätze geschaffen und die Produktion auf rund 50.000 Paar Ski im Jahr erhöht. Josef Stöckli begann seinerzeit mit 50 Paar. Vieles hat sich seit den ersten Tagen verändert, doch eines ist gleich geblieben: In Malters im Kanton Luzern, wo die Skier seit 1986 gebaut werden, ist immer noch Handarbeit Trumpf. Stöckli stellt Skier ausschließlich im aufwändigeren Sandwichbau her, im Gegensatz zu allen großen Mitbewerbern, die Skier für den Massenmarkt im Schalenbau produzieren. Stöckli geht konsequent einen anderen Weg. Die Tage der reinen Holz-Skier sind längst gezählt. Stöckli baute 1957 die ersten Metall-Skier, stellte zwei Jahre später komplett um und entwickelte 1965 die ersten Compound- und Kunststoff-Skier. Wie komplex ein Stöckli-Ski heute aufgebaut ist, sieht jeder, der sich sein Profil von der Seite anschaut. Mindestens sieben Schichten werden geleimt und gepresst, Schicht für Schicht. Stahlkante, Gummifolie, Venol-Seitenwange, Fiberglasgurte, Aluminiumgurte und PA-Oberfläche gehören immer dazu. Herz jedes Skis ist der Holz- beziehungsweise Kunststoffkern, der ihm seine Flexibilität und seine Vorspannung verleiht. Allein für diesen Kern sind vier bis fünf Arbeitsgänge notwendig, natürlich alles in Handarbeit.

Rennfahrer-Feedback beeinflusst Entwicklung und Produktion

Dank der projektorientierten Zusammenarbeit mit dem Eidgenössischen Schnee- und Lawinenforschungsinstitut Davos oder der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich gehört Stöckli zu den innovativen Skifabriken. Dieses theoretische Wissen ist Teil des umfangreichen Know-how und wird durch viel Erfahrung aus dem Rennsport ergänzt. Seit 1991 engagiert sich Stöckli aktiv im Weltcup und fordert als David die Großen immer wieder heraus. Tobias Grünenfelder, Andrej Jerman, Monika Dumermuth und Fabienne Suter fahren regelmäßig in die Top Ten, andere viel versprechende Talente aus der Schweiz und Slowenien stehen kurz davor. Diese Erfolge sind kein Zufall. Mehrere Testfahrer, zwei von ihnen sind fest angestellt, testen jährlich rund 1.200 Skier, jedes Paar mehrmals. Stöckli testet nicht weniger als die großen Konkurrenten. Davon profitieren neben den sieben Weltcupfahrern und 35 Nachwuchsfahrern aus den B- und C-Kadern vor allem alle Skikäufer. Das Feedback der Testfahrer verbessert die Renn-Skier, das Feedback der Rennfahrer fließt direkt in die Entwicklung und Produktion von neuen Modellen ein. Das ist vergleichbar mit der Formel 1, wo zahlreiche Entwicklungen zuerst unter härtesten Rennbedingungen auf Herz und Nieren geprüft werden, bevor sie alltagstauglich sind und in die Serienmodelle eingebaut werden können.

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