Um beim Profibus die Kommunikationszuverlässigkeit von vornherein sicherzustellen, überprüft man üblicherweise zuerst die physikalische Leitungsqualität. Das ist auch wichtig, hängen beim Profibus doch an einer Leitung oft bis zu 30 Teilnehmer.
Im Profinet, wo auf 30 Teilnehmer 30 Leitungen kommen, ist dieses Vorgehen nicht nur aufwändig und teuer, sondern birgt auch die Gefahr, dass durch das An- und Abstechen in die Installation aktiv eingegriffen wird und somit neue Fehlerquellen nicht auszuschließen sind. „Auch eine Diskussion mit Fachexperten aus dem Bereich Planung im Rahmen des Branchentreffens Automotive brachte keine eindeutige Mehrheit zum „Für oder Wieder“ in Bezug eines Leitungstestes im Profinet“, berichtet Karl-Heinz Richter.
Aus den bisherigen Erfahrungen von Indu-Sol kann man bei einem ordnungsgemäß durchgeführten Online-Test auf den Leitungstest als Abnahmekriterium im Profinet verzichten. Sind nämlich im Online-Test alle drei der genannten Qualitätskriterien erfüllt, kann man auch davon ausgehen, dass die Leitungsqualität stimmt. Umgekehrt werden anhand von Abweichungen der Qualitätsparameter Fehler in Leitungen ohnehin sichtbar.
Durch den Einsatz eines Diagnosetools wie dem Profinet-INspektor, der eben diese drei Kriterien für die Beurteilung der Kommunikationsqualität zu Grunde legt, kann auf aufwändige und teure offline Kabeltests im Sinne der Abnahme verzichtet werden.
Mit Inbetriebnahme-Messungen langfristig auf der sicheren Seite
Darüber hinaus hat der Online-Check mit dem Profinet-INspektor den Vorteil, dass alle Abnormalitäten mittels der webbasierten Visualisierung aufgezeichnet und mit Zeitstempel und realer Werteangabe übersichtlich dargestellt werden. Das erleichtert die Analyse, welches Problem wodurch verursacht wurde. So lassen sich Netze nicht nur von vornherein sinnvoll planen, sondern es kann auch langfristig eine zuverlässige Kommunikation sichergestellt werden.
Dazu bietet es sich an, den INspektor auch nach den Inbetriebnahme-Messungen, also während der gesamten Anlagenlaufzeit, quasi als Langzeit-EKG der Anlage zu nutzen. Alle Änderungen, vor allem auch überraschende, die durch azyklisch auftretende Datenmengen verursacht werden, lassen sich so jederzeit sicher aufspüren und Kommunikationsprobleme vermeiden.