Suchen

Energiemanagement

Mit Energieverbrauchsdatenerfassung bei Stromsteuer einfach sparen

| Redakteur: Sariana Kunze

Die Energieverbrauchsdatenerfassung spielt eine zentrale Rolle für ein effektives Energiemanagement. Denn mit den Energiedaten kann ein Spitzenausgleich nach § 55 Energie- und § 10 Stromsteuergesetz vorgelegt werden. Unternehmen können damit in drei Schritten bei der Stromsteuer sparen.

Firmen zum Thema

Mit dem System Ewio2-M von Metz Connect lässt sich eine Energieverbrauchsdatenerfassung sowie ein Energiemonitoring realisieren.
Mit dem System Ewio2-M von Metz Connect lässt sich eine Energieverbrauchsdatenerfassung sowie ein Energiemonitoring realisieren.
(Bild: Metz Connect)

Ab dem 21. Februar 2020 gilt die neue Norm DIN ISO 50001:2018 und ab dem 21. August 2021 verlieren die Zertifikate des DIN EN ISO 50001:2011-Standards ihre Gültigkeit. Die neue Norm stellt höhere Anforderungen an das Energiemanagement als bisher. Unternehmen müssen nun ihre energiebezogene Leistung gegenüber einer Ausgangsbasis (Energy Baseline EnB) nachweisbar machen, fortlaufend verbessern und durch Zertifizierungsgesellschaften überprüfen lassen. Zusätzlich unterscheidet die Norm zwischen statischen Faktoren wie tageslichtunabhängige Beleuchtung, Dauer und Anzahl von Schichten oder Hallengröße und relevanten, dynamischen Variablen wie Produktionsmengen und Außentemperatur mit Einfluss auf den Energieverbrauch für die wesentlichen Energieeinsätze (SEU: Significant Energy Use). Des Weiteren müssen sich Unternehmen bereits bei der Planung ihres Energiemanagementsystems Gedanken über Chancen und Risiken von externen und internen Einflüssen machen.

Im ersten Schritt sollten sich Unternehmen damit beschäftigen, wie und welche Daten sie erheben müssen. Der TÜV empfiehlt deshalb, sich auch mit den Normen ISO 50006 und ISO 50015, die sich mit Methoden der Datenerhebung befassen, und der ISO 50003, die Anforderungen durch das Zertifizierungsaudit beschreibt, zu beschäftigen. Weiterhin können digitale Lösungen wie intelligente Mess- und Regelkonzepte bei der Erhebung und Kontrolle von Daten hilfreich sein. Neben höheren Anforderungen bietet die ISO 50001:2018 aber auch Chancen für Unternehmen. Mit der Neustrukturierung gemäß der High Level Structure (HLS) ergeben sich Überschneidungen zu anderen Managementsystemen. Aufgrund gleicher Kerntexte und Grundanforderungen lassen sich dank einer Energieverbrauchsdatenerfassung Synergieeffekte nutzen, Ressourcen effizienter einsetzen und Prozesse verschlanken. Unternehmen, die ein Energiemanagementsystem einführen, tragen damit aktiv zum Klimaschutz bei und sparen Kosten. „Durch genaue Kennzahlen lassen sich wichtige Erkenntnisse zu den Energieflüssen gewinnen und weiteres Energieeinsparpotenzial erkennen“, erklärt der TÜV-Nord-Experte Dirk Gremmel. „Zusätzlich können sich Unternehmen für eine erfolgreiche Umsetzung der Norm zertifizieren lassen.“

Bei der Stromsteuer in drei Schritten sparen

  • 1. Schritt: Erfassung der Energieströme und Energieträger.
  • 2. Schritt: Analyse der Energiedaten und Ermittlung wichtiger Kennwerte.
  • 3. Schritt: Dokumentation der verbrauchten Energie in den Anlagen, Maschinen und Geräten.

Der Antrag für den Spitzenausgleich muss einem Umweltgutachter oder einer akkreditierten Zertifizierungsstelle als Nachweis für die Einführung eines DIN ISO 50001 Energiemanagementsystems vorgelegt werden. Hierfür bieten sich Datenlogger für eine einfache Energieverbrauchsdatenerfassung an, die einen Einsteig in das Energiemanagement erleichtern. Ein Beispiel dafür ist Ewio2-M von Metz Connect. Der Datenlogger (Ethernet Web I/O 2nd Generation-M-Bus) dient der Energieverbrauchsdatenerfassung sowie dem Energiemonitoring in Gebäuden, Industrieanlagen und Systemen. Der Datenlogger verfügt über eine Vielzahl von Schnittstellen und vereint die Funktionen des Energiecontrollings sowie der Gebäude- und Industrieautomation in einem Gerät. Zu den Schnittstellen zählen zwei Ethernet-Ports mit Daisy-Chain-Funktion für die Verkettung mehrerer Geräte. Ebenfalls kann es in ein Modbus TCP oder BACnet/IP Netzwerk für Steuerungsaufgaben eingebunden werden. Über die M-Bus und Modbus RTU-Schnittstelle können bis zu 80 M-Bus bzw. 32 Modbus-Lasten, wie Strom-, Wasser-, Gas-, Wärmezähler angeschlossen und ausgelesen werden. Die Messwerte können wahlweise oder parallel per E-Mail (SSL) und FTP (SFTP) aus der Datenbank gesendet (Push) oder über FTP (SFTP), einer BACnet- oder Modbussteuerung ausgelesen (Pull) werden. Über die integrierte WLAN-Schnittstelle (Betriebsart: Infrastruktur) soll sich Ewio2-M einfach in ein vorhandenes Wlan-Netzwerk einbinden lassen, beschreibt der Hersteller. In der Betriebsart Ad-hoc als Wlan-Access-Point kann der User mit einem mobilen Endgerät, z. B. Smartphone, Tablet, Notebook, auf die Konfiguration des Gerätes zugreifen. Die Parametrierung, Konfiguration und Inbetriebnahme erfolgt anschließend über ein intuitiv zu bedienendes Webinterface mit einem plattformunabhängigen Webbrowser.

Datenlogger für diverse Aufgaben anbinden

Der Datenlogger vereint Energiecontrolling sowie Gebäude- und Industrieautomation in einem Gerät.
Der Datenlogger vereint Energiecontrolling sowie Gebäude- und Industrieautomation in einem Gerät.
(Bild: Metz Connect)

Die integrierten digitalen und analogen Ein- und Ausgänge des Datenloggers können zur Anbindung von Sensoren und Aktoren für unterschiedliche Aufgaben in der Gebäude- oder Industrieautomation eingesetzt werden. Kleine Steuerungsaufgaben können direkt im Webinterface erstellt werden. Komplexe Automatisierungsaufgaben können auf Basis einer Shell-Script-Programmierung erzeugt werden oder durch ein Modbus- oder BACnet-Steuerung erfolgen. Eine integrierte Micro-SD-Speicherkarte erweitert den Funktionsumfang des Datenloggers und kann für das Abspeichern der Einstellungen, Daten und Anwendungen, sowie als Bootlaufwerk genutzt werden. Optionale Erweiterungsmodule für die Umwandlung physikalischer Eigenschaften wie Temperatur oder S0-Impulse in M-Bus-Telegramme, die Erfassung von S0-Doppeltarifzählern, sowie die Erweiterung der Ein- und Ausgänge mit Modbus RTU-Modulen von Metz Connect schaffen viele Erweiterungsmöglichkeiten für das System um das Ewio2-M. Der Datenlogger ist durch seinen Dual Core Prozessor für den flexiblen und universellen Einsatz in Energiemanagementsystemen konzipiert und demnächst in drei unterschiedlichen Gerätevarianten erhältlich, erklärt das Unternehmen Metz Connect abschließend.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 45902766)