Kabelmanagement

Mit Kunststoffteilen zu Pionieren rund ums Kabel

| Autor: Sariana Kunze

Durch den Zukauf der Cablequick AG Schweiz konnte Murrplastik die gesamte Wertschöpfungskette von Kabelführungssystemen abbilden.
Durch den Zukauf der Cablequick AG Schweiz konnte Murrplastik die gesamte Wertschöpfungskette von Kabelführungssystemen abbilden. (Bild: Murrplastik)

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In den Anfängen fokussierte sich Murrplastik noch auf die vollautomatisierte Herstellung von bunten Wäscheklammern. Heute, 55 Jahre später, bietet das Familienunternehmen aus Oppenweiler Kabelmanagement sowie individuelle Systemlösungen aus Kunststoff weltweit an.

Die Geschichte von Murrplastik begann 1960, als der Maschinenbaustudent Horst Hölzl von dem Federnfabrikant Andreas Fröhlich mit der Entwicklung einer Maschine zur Herstellung von doppelt abgekröpften und gewickelten Federn beauftragt wurde. Gesagt, getan. Hölzl konstruierte eine Maschine, die es bis dato in dieser Art weltweit noch nicht gegeben hatte und meldete sie zum Patent an. Diese Maschine bildete den Grundstein der späteren Erfolgsgeschichte. Sie wurde zur vollautomatisierten Herstellung von bunten Wäscheklammern eingesetzt, die seinerzeit reißenden Absatz fanden. Nur drei Jahre später gründeten die Pioniere Horst Hölzl und Andreas Fröhlich die Murrplastik GmbH und starteten den Bau der ersten Fertigungshalle.

Patentanmeldung der ersten öffenbaren Energiekette

Das Produktsortiment weitete sich im Haushaltsbereich von Wäscheklammern über Dosenöffner, Flaschenverschlüsse bis zu Frischhalteschalen, Puppenkämmen und weiteren Produkten aus. Denn im Mittelpunkt der Unternehmens-Philosophie stand von Beginn an der anwendungstechnische Nutzen für die Kunden sowie der Systemgedanke. Ab 1976 begann das Unternehmen sein Sortiment neu auszurichten. Murrplastik reduzierte sukzessive die Konsumgüterproduktion und Lohnfertigung für verschiedene Haushaltswarenhersteller und konzentrierte sich immer mehr auf die Entwicklung und Produktion eigener technischer Kunststoffteile für den Maschinen- und Anlagenbau. Eine Vielzahl von Produkten, die das Unternehmen bis heute begleiten, wurde Ende der 70er Jahre entwickelt. In dieser Zeit war der Maschinenbau-Markt geprägt von Entwicklungen in den Bereichen CNC-Technik, Automatisierung und Elektrotechnik. 1983 spezialisierten sich die Oppenweiler in der Kunststofffertigung auf das Umspritzen von Metallteilen. Mittels selbstentwickelten Bestückungsrobotern konnten so hohe Stückzahlen für die Automobilindustrie produziert werden. Nur ein Jahr später wurde die erste öffenbare Energiekette, die Montage- und Wartungszeiten verkürzte, zum Patent angemeldet.

Nächster Meilenstein: Computergestütztes ACS

Einen weiteren Meilenstein in der Unternehmensgeschichte stellte die Entwicklung vom manuellen zum ersten universal einsetzbaren, computergestützten Adermark-Kennzeichnungs-System (ACS) für Einzeladern, Klemmen und Schaltgeräte dar. Nach eigenen Angaben revolutionierte Murrplastik so die bisherige Verfahrensweise der Kennzeichnung. Neben dem Ausbau des Produktportfolios startete das Familienunternehmen 1991 seine Internationalisierung. Die erste Auslandsniederlassung eröffnete Murrplastik im benachbarten Frankreich. Heute ist der Spezialist für Kabelmanagement mit zwölf Niederlassungen und zahlreichen Vertriebspartner weltweit vertreten. Produkte wie eine montagefreundliche 90° Schlauchverschraubung ohne scharfe und eckige Innenkontur sowie ein teilbares Kabelführungssystem, womit sich vorkonfektionierte Leitungen einfach und schnell im Schaltschrank und Klemmkasten installieren lassen, reicherten das Angebot weiter an. 2005 machten die Pioniere von Murrplastik mit der Patentoffenlegung der ersten Energiekette mit Magnettechnologie erneut auf sich aufmerksam.

Berührungsloses Gleiten dank Magnettechnologie

Diese Magnetkette machte berührungsloses Gleiten möglich, nach folgendem Prinzip: An allen Gliedern der Magnetkette werden auf den Rahmenstegen im Innenbogen beziehungsweise auf der Gleitschiene der Kette über die gesamte Länge starke Magnete montiert, die so gepolt sind, dass sie sich abstoßen, wenn sie sich gegenüberstehen. Die Folge ist, dass sich auch bei langen Verfahrwegen wie bei Kranen der obere Kettenteil, das Obertrum, mit seinem zum Teil sehr großen Gewicht nicht mehr auf das untere Kettenteil, das Untertrum, legt. Die Magnetkette besteht nicht aus speziellen Komponenten, sondern basiert auf dem normalen Standardprogramm – mit allen Variationen an Innenhöhen und Breiten sowie dem einfachen Öffnen der Kette dank Klick-Verriegelung. Durch den Einsatz der Standardkomponenten war es möglich, normale Murrplastik-Energieführungsketten mit Magneten nachzurüsten.

Energiezuführungen für Automatisierung und Robotik

Als Grundlage für den Ausbau des Portfolios im Bereich der Automatisierung und Robotik setzte Murrplastik bereits im Jahr 2008 auf Entwicklungen von Energiezuführungen (Rückfuhr- und Halter-Systeme). Unter dem Namen Robotic-Systemteile bietet das Unternehmen heute zahlreiche Produkte für unterschiedliche Roboter-Typen an. Beispielsweise macht ein modulares und flexibles Haltersystem eine dynamische Energiezuführung an kollaborierenden Robotern möglich.

Murrplastik Systemtechnik ist heute ein Unternehmen mit hoher Innovationskultur. Entwicklungsingenieure stellen für verschiedenste Anwendungsbereiche Universallösungen und kundenspezifische Adaptionen bereit. Daraus resultieren bisher mehr als 200 angemeldete Patente und über 20.000 technische Produkte und Systeme, die nahezu in allen Industriesparten und Branchen vertreten sind: Automobilindustrie, Maschinen-, Anlagen-, Schaltschrank- und Werkzeugbau bis hin zu Robotik & Automatisierung, Kranförderanlagen sowie Schienenverkehrstechnik.

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