Werkseröffnung

Mit neuem Werk in den Standort Deutschland investieren

18.07.2008 | Autor / Redakteur: Stefanie Michel * / Stefanie Michel

Das neue Werk in Hollenbach hat ebm-papst für 800 000 Ventilatoren mit Motoren pro Jahr ausgelegt. Im ersten Jahr wird ein Umsatz von 90 Millionen Euro erwartet. Bild: Michel
Das neue Werk in Hollenbach hat ebm-papst für 800 000 Ventilatoren mit Motoren pro Jahr ausgelegt. Im ersten Jahr wird ein Umsatz von 90 Millionen Euro erwartet. Bild: Michel

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Mit seinem neuen Montagewerk in Mulfingen-Hollenbach hat ebm-papst die Produktionskapazitäten für energiesparende Ventilatoren um 13 500 m² erweitert. Am 17. Juli 2008 fand offizielle Einweihung des Werks statt.

„Wir waren Jahrzehnte lang die ‚Hidden Champions‘ hinter den Sieben Bergen“ beschreibt Gerhard Sturm, der Gründer und ehemalige Chef von ebm-papst, die Situation seines Unternehmens im Hohenlohe-Kreis. Heute ist selbst der Regierung in Berlin bewusst, dass in dieser „Region der Weltmarktführer“ großes Wachstum möglich ist.

Dort produzieren, wo auch die Kunden sind

Dies hat ebm-papst zum Bau seines neuen Werks in Hollenbach veranlasst: Durch das große Wachstum am Standort Mulfingen fehlte dort Platz für die großen Motoren und die großen Lüfter sowie für die Umsetzung neuer Ideen. Aber warum die kleine Gemeinde Hollenbach?

„Wir haben uns ganz bewusst für den Standort Deutschland entschieden, weil wir davon überzeugt sind, dass dieser Standort auch langfristig Zukunft hat“, erklärt Hans-Jochen Beilke, Vorsitzender der Geschäftsführung der ebm-papst Gruppe. Die Hauptkunden sind in Europa - eine Produktion außerhalb Europas würde die Produkte durch die hohen Frachtkosten verteuern. Für Hollenbach habe gesprochen, dass die neue Fabrik nur gut vier Kilometer von der Unternehmenszentrale in Mulfingen entfernt ist und dort langfristige Erweiterungsmöglichkeiten bestehen. Zudem hat das Unternehmen in der Region eine gute Lieferantenstruktur aufgebaut, die auch für das neue Werk genutzt wird.

Energie sparen – ebm-papst geht mit gutem Beispiel voran

Insgesamt 20 Mio. EUR investierte ebm-papst in Gebäude und modernste Produktionsanlagen. Wie der Produktionsgeschäftsführer Thomas Wagner erläuterte, wurde das Werk von innen nach außen genau durchgeplant: alle Flächen in der Produktion sind genau berechnet, die Anordnung der Produktionsinseln durchdacht, um die Teile in der Montage immer „im Fluss“ zu halten. Die Außenhülle des Werks wurde schließlich um die Produktion herum gebaut.

„Zukünftige weltweite ‚Energieprobleme‘ lassen sich aus unserer Sicht nur durch Effizienzsteigerungen und Einsparungen lösen“, so Beilke. Aus diesem Grund soll der Schwerpunkt der neuen Produktion in der Herstellung hocheffizienter EC-Ventilatoren liegen, mit denen bis zu 70 Prozent an Energie eingespart werden kann.

Doch auch in ihrem eigenen Gebäude wartet das Unternehmen mit neuem Energiekonzept und effizienter Klima- und Wärmetechnik auf: so wird mit der Abwärme der Produktion geheizt, das Wasserreservoir für die Sprinkleranlagen wird zum Heizen und Kühlen verwendet und eine Photovoltaik-Anlage ist auf dem Dach installiert. Mit diesem Einsatz der eigenen Technik soll damit am Standort rund eine Million Kilowattstunden (vgl. 75 000 EUR) pro Jahr an Primärenergie gespart werden.

Wer vorankommen will, muss besser sein

Anlässlich der offiziellen Einweihung des neuen Werkes (die Produktion läuft hier bereits seit dem 3. Dezember 2007) trafen sich in Hollenbach neben wichtigen Vertretern aus Wirtschaft und Politik auch Lieferanten, Gesellschafter und Freunde.

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit Gerhard Sturm, Landrat Helmut Jahn und Prof. Dr. Norbert Berthold von der Universität Würzburg wird deutlich, warum es trotz der Globalisierung sinnvoll ist, in den Standort Deutschland zu investieren – aber nicht ausschließlich. Sturm ist sich sicher, dass erst die Auslagerung von bestimmter Teile der Produktion in Niedriglohnländer den deutschen Maschinenbau in den letzten Jahren dorthin gebracht hat, wo er heute steht. Wenn der Hauptabsatzmarkt Europa ist, dann ist es auch sinnvoll in Deutschland zu investieren, um nahe am Markt zu sein. Doch neue Märkte sind ebenso wichtig für den Firmengründer Sturm: „Wir können nicht am chinesischen Markt vorbeigehen und uns mit den vier Prozent Europäern zufrieden geben.“

Das bedeutet aber nicht, den Standort Deutschland aus den Augen zu verlieren. Neben der Produktion werden wettbewerbsentscheidende Schlüsselfunktionen, wie Forschung und Entwicklung, auch in Zukunft im Heimatland verbleiben. Schon zur Begrüßung erklärte Hans-Jochen Beilke: „Wer vorankommen will, muss besser sein.“ – und genau hier will ebm-papst am Standort Deutschland eine Beitrag leisten. Das umfasst sowohl neu entwickelte Produkte als auch der Einsatz um gute Ausbildung für hochqualifizierte Mitarbeiter.

* Stefanie Michel ist Redakteurin der konstruktionspraxis

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