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EBM-Papst Mobiler Koffer sorgt bei Astronauten für gutes Klima im Raumanzug

Redakteur: Sariana Kunze

Kurz bevor sie in die Rakete steigen, winken Raumfahrer noch schnell in die Kameras. In einer Hand tragen sie stets ein kleines Köfferchen. Was ist da drin? Bei dem deutschen Astronaut Alexander Gerster, dem Kosmonauten Maxim Surajew und dem US-Astronauten Gregory Reid Wiseman handelte es sich vergangene Woche bei ihrem Start zur internationalen Raumstation ISS auf jeden Fall um einen mobilen Ventilationskoffer von EBM-Papst. Diese Koffer sind über Schläuche mit dem Raumanzug verbunden und lüften ihn.

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(EBM-Papst)

Ohne Belüftung würden es die Weltraum-Reisenden in einem hermetisch dichten Raumanzug nicht aushalten: Schweiß und die eigene Körperwärme erzeugen nach kurzer Zeit ein unerträgliches Klima, das zur Überhitzung führt. Aus diesem Grund werden die Anzüge auch bei Trainings auf der Erde mit dem Ventilationssystem belüftet, im Weltall selbst übernimmt dann das Bordsystem.

Frische Luft bis zum Start

Die Moskauer Firmen Eco-Intech Ltd. und Sokla Ltd. entwerfen und produzieren mobile Ventilationsanlagen für die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos. Das tragbare Gerät bläst mit einem EC-Radialventilator von EBM-Papst frische Luft in Raumanzug und Helm, ohne sie aufzuwärmen oder abzukühlen. „Es ist also kein Klimagerät, sondern eher ein Belüftungsapparat“, sagt Nikolai Dudkin, Generaldirektor von Eco-Intech. „Eigentlich eine simple Anwendung. Das Besondere daran ist aber, dass das Gerät leicht, kompakt und handlich sein soll, aber trotzdem über Stunden zuverlässig funktionieren muss.“ Mit einer leistungsfähigen Lithium-Polymer-Batterie und einem ausgeklügelten Mikroprozessorsystem hält der sechs Kilo schwere Ventilationskoffer sechs Stunden lang durch.

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