Gebäudeautomation

Modernes Kreditinstitut setzt auf offene Automatisierung

| Autor / Redakteur: Stephan Lampe* / Sariana Kunze

Insgesamt 43 Wago Controller bilden per Ethernet-Verbindung das Netzwerk für eine offene Gebäudeautomation des Sparkassen-Hauses in Leer.
Insgesamt 43 Wago Controller bilden per Ethernet-Verbindung das Netzwerk für eine offene Gebäudeautomation des Sparkassen-Hauses in Leer. (Bild: Wago; ©kwanchaift - stock.adobe.com)

Mit steckbarer Installationstechnik und einer offenen Automatisierung schafft die Sparkasse Leer-Wittmund in ihrer neu gebauten Hauptstelle in Leer ein modernes Umfeld, um sich den Herausforderungen der digitalen Geschäftsprozesse zu stellen.

Großzügig geschnittene Büroflächen, multifunktionale Arbeits- und Kommunikationsflächen sowie vielseitig nutzbare Besprechungsräume – das Kreditinstitut Sparkasse Leer-Wittmund setzt in seinem Neubau auf Rauminstallation und -automation für digitale Geschäftsprozesse. Denn der Wettbewerb hat sich verändert. Buhlten Kreditinstitute früher nur untereinander um Kunden, sind es heute die allzeit erreichbaren Internetbanken, die ihnen das Leben schwer machen. „Deshalb müssen wir mit zielgerichteter Technisierung Strukturen schaffen, die uns schneller machen“, sagt Matthias Hardtke, Leiter des Bereichs Organisation der Sparkasse Leer-Wittmund. Im neu gebauten Sparkassen-Haus in Leer hat das Kreditinstitut hierfür die entsprechenden Voraussetzungen geschaffen. Die Architekten haben gemeinsam mit dem Bauherrn ein Raumkonzept weitgehend ohne störende Wände entwickelt, um Zusammenarbeit und Kommunikation zu verbessern. Dabei wurden auch ergonomische Fragen berücksichtigt. „Wir wollen eine moderne Arbeitswelt, die auf das Wohlbefinden von Kunden und Mitarbeitern setzt“, erklärt Hardtke.

Vielseitig mit offener Gebäudeautomation

Im Sparkassen-Haus entstanden Beratungsbesprechungsräume, die nicht mehr zwischen Privat- und Firmenkunden oder interner Nutzung unterscheiden. Wer Bedarf hat, reserviert einen freien Raum. „Alle Räume sind frei verfügbar“, beschreibt Hardtke. Die 44 Räume sind mit variierenden Farben und Materialien sowie unterschiedlichen Lichtstimmungen dazu geeignet, jeder Besprechung den passenden Rahmen zu geben. Alle Räume sind wohnlich gestaltet, grenzen sich aber durch die Inneneinrichtung voneinander ab – vom bequemen Sofa, auf dem eine ganze Familie Platz findet, bis hin zu Besprechungsmöglichkeiten am Stehtisch. Unterstützt wird diese Vielseitigkeit durch die moderne und offene Gebäudeautomation. Insgesamt 43 Wago Controller (750-880) bilden per Ethernet-Verbindung das Netzwerk. Sie übernehmen beispielsweise die Beleuchtungssteuerung per DALI-Protokoll und sind per KNX mit der Feldebene verbunden. Die Controller sind so programmiert, dass sich die Beleuchtungsfarbe und -intensität über den Tagesverlauf hinweg verändert.

Um den äußeren Lichtverhältnissen möglichst nahezukommen, holte sich die Sparkasse Hilfe bei einem Spezialisten, „der die Sonne von Leer einstellte und in einer Simulation über das Gebäude laufen ließ“, erklärt Fred Hastedt. Sein Büro für Elektrotechnik (BFE) in Scheeßel übernahm in Leer die Lichtplanung nach dem Entwurf von Peter Andres von Andres Lichtplanung, Hamburg, und stattete den Sparkassen-Neubau mit insgesamt 2.500 Downlights und 480 Lichtfeldern aus. Um die Montagezeit der Leuchten zu verkürzen und die Elektroinstallation schon vor der Leuchtenmontage prüfen zu können, wurden alle Leuchten mit dem Steckverbindersystem Winsta von Wago ausgestattet.

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Schnelle Lichtinstallation mit Steckverbindersystem

Während der Öffnungszeiten der Sparkasse startet der Tag morgens mit kaltweißem Licht zum „Wachmachen“. Im Tagesverlauf wird das Licht „wärmer“, um zum Abend bei warmweißem Licht angekommen zu sein. Die Wago Controller arbeiten hierbei als DALI-Aktor mit bis zu sieben angeschossenen DALI-Modulen. Damit lassen sich dann insgesamt bis zu 448 elektronische Vorschaltgeräten (EVG) steuern.

Diese hohe Anzahl ist notwendig, weil zum Beispiel jedes der 480 Lichtfelder über bis zu zwölf LED-Treiber verfügt, um das sich ändernde Tageslicht zu imitieren. „Das sind schon sehr viele DALI-Adressen, die von den Wago Controllern zu verwalten sind“, sagt Hastedt. Hinzu kommt, dass jedes Downlight per IP-Adresse einzeln ansteuerbar ist. „Die Menschen sind nicht dafür gemacht, den ganzen Tag unter dem gleichen Neonlicht zu sitzen. Das aktive Licht ist ein wichtiger Beitrag zur Gesunderhaltung unserer Kolleginnen und Kollegen“, erklärt Sparkassen-Organisationsleiter Hardtke den Grund für den technischen Aufwand.

Wago-Technik steuert Raumklima

Auch das Raumklima wird im Sparkassen-Haus mit Wago-Technik gesteuert. „Wie bei der Beleuchtung sind unterschiedliche Szenarien für die Lüftung in den entsprechenden Controllern passgenau für die Wünsche des Bauherrn programmiert“, erläutert Hastedt. So lasse sich etwa nach dem Ende einer Besprechung ein Booster-Lüfter starten, um den Raum mit einem erhöhten Luftwechsel wieder frisch für das nächste Meeting zu machen.

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Controller sorgen für mehr Energieeffizienz

Zudem unterstützt Technik von Wago das Kreditinstitut dabei, weitere Vorteile zu nutzen. Die Wago Controller sammeln elektrische Daten in den angeschlossenen Bereichen und leiten sie an die Gebäudeleittechnik weiter. Auf diese Weise bleibt bei allem Anspruch an Ergonomie und Komfort die Energieeffizienz nicht auf der Strecke. „Wir behalten damit auch die Netzqualität im Auge – gerade in puncto Oberwellen“, sagt Hastedt. Die Vielzahl an EVG führt in heutigen Installationen regelmäßig zu einer enormen Belastung der Nullleiter. Ihre genaue Beobachtung senkt das Brandrisiko. Die gesammelten Daten helfen auch bei der Qualitätssicherung und zeigen, ob die eingebaute Technik auch wirklich die Kennzahlen liefert, die herstellerseitig genannt sind. Ein typisches Beispiel sind Wärmepumpen. Nur anhand gemessener Jahresarbeitszahlen lässt sich ablesen, ob diese mit der Planung übereinstimmen. „Wir können mit Wago verschiedene Aufgaben lösen und Feineinstellungen vornehmen“, so Hastedt abschließend.

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* Stephan Lampe, Projektmanager, Wago

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