Drahtlose Datenübertragung Modernisierte Pegelmessung im See- und Binnenhafen nutzt Wireless-Lösung statt aufwändige Kabelverlegung

Autor / Redakteur: Hans-Peter Löer, Vertriebsspezialist, Turck / Wolfgang Leppert

Um die Pegelmessung im See- und Binnenhafen Papenburg an moderne, höhere Anforderungen anzupassen, hat der Hafenbetreiber die ehemals mechanischen Messsysteme durch moderne Radarsensoren ersetzen lassen. Für eine effiziente und zuverlässige Signalübertragung per Funk sorgt dabei Turcks Wireless-Lösung DX70.

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Moderne Radarsensoren haben die mechanischen Pegelmessungen im Papenburger See- und Binnenhafen ersetzt
Moderne Radarsensoren haben die mechanischen Pegelmessungen im Papenburger See- und Binnenhafen ersetzt
( Archiv: Vogel Business Media )

Wann immer das ansonsten beschauliche Ufer der Ems zwischen Papenburg und Emden überlaufen ist, hat die Meyer-Werft ein weiteres Kreuzfahrtschiff fertiggestellt, das durch die vergleichweise enge Wasserstraße in Richtung Nordsee überführt wird. Ein imposantes Schauspiel, das immer wieder unzählige Zuschauer ins nördliche Emsland treibt. Die erste Herausforderung müssen die riesigen Kreuzfahrer unmittelbar nach dem Losmachen der Leinen im Tiefwasserhafen meistern: Denn zwischen Hafen und Ems sorgt eine Dockschleuse dafür, dass der Tidenhub des Flusses – im Mittel immerhin noch drei Meter – den Pegel im Hafenbecken nicht beeinträchtigt. Rund 100 Meter neben der Dockschleuse trennt eine weitere Schleuse – die Seeschleuse – den Industriehafen Papenburg von der Ems. Ob Dock- oder Seeschleuse: Wichtigster Parameter für eine sichere Schleusung ist ein möglichst genau angeglichener Pegelstand vor und hinter dem Schleusentor.

Zum Messen der Pegelstände vor und hinter den Schleusen hat man in Papenburg über lange Jahre auf mechanische Anzeigen vertraut, die irgendwann aber nicht mehr den Anforderungen entsprachen. So hat die Stadt Papenburg als Hafenbetreiber im Herbst 2009 nach einer zeitgemäßen und exakten Erfassung und Anzeige der Pegelstände gesucht. Nach öffentlicher Ausschreibung ging der Auftrag für die Nachrüstung an den Harener Elektro- und Anlagenbauer Josef Graupe. Firmengründer Josef Graupe und seine zehn Mitarbeiter zählen deutschlandweit zu den Spezialisten für Steuerungs- und Messtechnik an Schleusen, Brücken und Wehranlagen.

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Exakte Pegelmessung mit Radarsensoren

Die Wasseroberfläche reflektiert die elektromagnetischen Wellen des Radarsensors, aus der Laufzeit errechnet sich der Pegel (Archiv: Vogel Business Media)

Im Papenburger See- und Binnenhafen hat Graupe vier Messstellen mit Radarsensoren ausgerüstet, die ihre elektromagnetischen Wellen von den Kaimauern senkrecht auf die Wasseroberfläche werfen und anhand der Laufzeit die exakte Wegdifferenz und damit den Wasserpegel bestimmen. Während ein Sensor kontinuierlich den Pegel der Ems erfasst, messen die übrigen den Wasserstand in der Seeschleuse sowie in den Industriehäfen I und II. Im zentralen Steuerstand an der Seeschleuse werden die Messdaten der Radarsensoren verarbeitet und sowohl an vier Anzeigen dargestellt als auch über einen Monitor visualisiert.

Josef Graupe, Graupe Elektro: „Die DX70-Geräte sind einfach genial.“ (Archiv: Vogel Business Media)

Um die Daten von den vier Messstellen zum Monitor zu bringen, gab es nur einen sinnvollen Weg: Aufgrund der Entfernungen kam nur eine funkbasierte Datenübertragung in Frage. Der Aufwand, neue Kabel zu ziehen, wäre um ein Vielfaches höher gewesen, so dass die Stadt Papenburg von vornherein eine praktikable Funklösung ausgeschrieben hatte. Um die passende Wireless-Lösung zu finden, hat Graupe die Systeme mehrerer Anbieter verglichen, bevor er sich für die DX70-Lösung entschied, die von Turcks Partner Banner Engineering entwickelt und produziert wird. „Vom Preis/Leistungs-Verhältnis war Turck unschlagbar“, begründet der Schleusenspezialist seine Entscheidung. „Die Geräte sind einfach genial, ich kann sie überall montieren und habe im Handumdrehen eine Verbindung über mehrere Hundert Meter aufgebaut. Und die Installation des Funksystems war schnell erledigt, wir mussten lediglich die Datenleitungen von den Sensoren zu den Sendern und die 24V-Spannungsversorgung legen, die wir jeweils von nahegelegenen Anlagen herübergezogen haben.“

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