Twincat Neue Eigenschaften für Extended Automation senken Engineering-Kosten

Autor / Redakteur: Dr. Josef Papenfort* / Reinhard Kluger

Die Integration von Twincat ins Visual Studio ermöglicht, die aus der IT bekannten Verfahren zur Source-Code-Kontrolle für die Automatisierungstechnik zu nutzen. Codes lassen sich noch einfacher generieren. Außerdem kann die Runtime von Twincat 3.1 auf Mehrkernprozessoren einzelne Kerne exklusiv für die Ausführung von Twincat-Tasks reservieren.

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Matlab-Simulink-Connector erlaubt den direkten Zugriff auf Variablen.
Matlab-Simulink-Connector erlaubt den direkten Zugriff auf Variablen.
(Beckhoff)

Zwei Welten wachsen zusammen: IT und Automatisierungstechnik. So integriert Twincat im Visual Studio Automatisierungstechnik von Beckhoff mit der Standard-Entwicklungsumgebung für Software von Microsoft – auf einem PC, mit unterschiedlichen Programmiersprachen, hochdeterministisch auf einem Multicore-PC ausgeführt.

Twincat 3.1 lässt sich auch im aktuellen Visual Studio 2012 betreiben. Die Software integriert sich automatisch in das vorhandene Visual Studio. Ist keines vorhanden, wird die kostenlose Visual Studio Shell installiert und die Twincat-3-Komponenten werden in diese Shell integriert. Sollten mehrere Visual-Studio-Versionen auf einem PC vorhanden sein, integriert Twincat sich in alle vorhandenen und unterstützten Versionen.

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Verbesserte Unterstützung von Sourcecode-Controltools

Sourcecode-Controltools können für verschiedene Anwendungsfälle genutzt werden. Schwerpunkt ist sicherlich die Versionierung von Sourcecode – neben der Speicherung und Sicherung. Jeder Programmierer, der zum Beispiel einen SPS-Baustein ändert, muss diesen in der Sourcecode-Verwaltung ‚einchecken‘. Damit wird diese Änderung dauerhaft gespeichert. Zu jeder Zeit ist bekannt, welche Versionen dieses einen Bausteins von wem, wann und warum erzeugt oder geändert wurden. Zur Anzeige der Versionsunterschiede stehen entsprechende Vergleichswerkzeuge zur Verfügung. Zunächst können die Unterschiede im Projektbaum – dem sogenannten Solution Tree – angezeigt werden. Hier ist auf einen Blick erkennbar, welche Knoten geändert worden sind. Ist ein Unterschied festgestellt, können durch einen Doppelklick weitere Details sichtbar gemacht werden. Für die verschiedenen SPS-Programmiersprachen sind die Vergleiche in den entsprechenden Sprachen verfügbar.

Der wesentliche Nutzen

Um Sourcecode-Controltools sinnvoll zu nutzen, müssen alle Programme und alle Konfigurationen in lesbarer Form – also nicht als binäre Dateien – vorliegen. Im Twincat-3.1-System werden deshalb Programme, wie SPS-Bausteine und Konfigurationen in XML-Dateien gehalten, die einfach in der Sourcecode-Datenbank gespeichert werden können. Für die SPS-Bausteine, Datenstrukturen und Taskkonfigurationen wurde auf das PLCopen-XML-Format zurückgegriffen. Gegenüber dem bisherigen Ascii-Format ergibt sich hier ein wesentlicher Vorteil. Während in der Norm IEC 61131-3 nur für ST, AWL und SFC standardisierte Exportformate vorliegen, können in PLCopen XML für alle Sprachen und für die gesamte SPS-Konfiguration XML-Dateien exportiert und importiert werden. Twincat 3 nutzt diesen Standard. Neben den SPS-Daten werden auch alle Motion-Control- und Feldbus-Konfigurationsdaten in XML gespeichert. C- und C++-Dateien werden natürlich weiterhin im nativen Ascii-Format gespeichert.

Prinzipiell sind für das Visual Studio eine ganze Reihe von Plug-ins für verschiedene Sourcecode-Controltools verfügbar. Die wichtigsten sind Microsoft Team Foundation Server (TFS) und Subversion. Beide werden von Twincat vollständig unterstützt.

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