KI-Fortschrittszentrum  Neues Reallabor für rechtskonforme KI und Robotik

Quelle: Fraunhofer IPA 4 min Lesedauer

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Das neue Reallabor am KI-Fortschrittszentrum in Stuttgart ist gestartet. Es unterstützt baden-württembergische Unternehmen bei der Technologieentwicklung sowie bei rechtlichen und regulatorischen Fragen rund um Künstliche Intelligenz (KI) und Robotik.

Das KI-Fortschrittszentrum beschäftigt sich mit der Anwendungsentwicklung für Humanoide Roboter und macht diese in der Praxis erlebbar.(Bild:  Rainer Bez/Fraunhofer IPA)
Das KI-Fortschrittszentrum beschäftigt sich mit der Anwendungsentwicklung für Humanoide Roboter und macht diese in der Praxis erlebbar.
(Bild: Rainer Bez/Fraunhofer IPA)

Aufgrund der großen Wirkungskraft des KI-Fortschrittszentrums „Lernende Systeme und Kognitive Robotik“ fördert das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg die Erweiterung des KI-Fortschrittszentrums um ein Reallabor. Dieses knüpft an das im Dezember 2025 erfolgreich abgeschlossene Pilotprojekt „KIRR Real – Reallabor für rechtskonforme KI und Robotik“ an und führt beide Initiativen in eine neue Phase.

KI- und Robotikanwendungen rechtskonform entwickeln

Das KI-Fortschrittszentrum unterstützt Unternehmen zum Beispiel beim Einführen und Weiterentwickeln von KI in Unternehmensprozessen.
(Bild: Phil Aznar/Lukas Zwiessele/Fraunhofer IPA)

Das neue „Reallabor für rechtskonforme KI und Robotik am KI-Fortschrittszentrum“ unterstützt kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie den Mittelstand dabei, innovative KI- und Robotikanwendungen im Einklang mit der europäischen KI-Verordnung (EU AI Act) sowie weiteren einschlägigen Rechtsvorschriften zu entwickeln.

Interessierte Unternehmen können sich bis 21. Mai 2026 mit konkreten, ambitionierten KI-Innovationsvorhaben auf einen der vom Land Baden-Württemberg geförderten Quick Checks bewerben. Es gibt zwei mögliche Formate:

  • Quick Check: Dieses Format prüft die technische Machbarkeit einer Idee oder Innovation rund um Robotik und KI.
  • Legal Quick Check: Wenn Robotik oder KI bereits im Einsatz sind oder kurz davorstehen, erhalten Unternehmen eine Analyse des Anwendungsfalls im Hinblick auf regulatorische Fragen. Außerdem geht es um die gemeinsame Definition der nächsten nötigen Schritte für die rechtskonforme Umsetzung.

Am 6. Mai 2026 findet am KI-Fortschrittszentrum der nächste Open Lab Day statt. Unternehmen erhalten hier neben vielen weiteren Informationen auch konkrete Unterstützung für die Bewerbung auf eines der beiden Formate.

Drei Technologieschwerpunkte für die Zukunft

Die Arbeiten des erweiterten KI-Fortschrittszentrums konzentrieren sich auf die folgenden drei Inhaltspunkte:

  • Generative und Agentic AI: In diesem Arbeitspaket erforschen und entwickeln die beteiligten Expertinnen und Experten KI-Assistenzsysteme für Unternehmens- und Produktionsprozesse, synthetische Datenerzeugung zur Qualitätsprüfung sowie hybride KI-Ansätze, die große Sprachmodelle mit Expertenwissen kombinieren. Grundlage sind dabei reale Use Cases aus Unternehmen.
  • Humanoide Roboter: Dieser Schwerpunkt adressiert die zunehmende Bedeutung Humanoider Robotik. Das KI-Fortschrittszentrum analysiert verfügbare Lösungen am Markt, entwickelt Sicherheitskonzepte und erprobt konkrete Einsatzszenarien. Gemeinsam mit Unternehmen werden potenzielle Anwendungsfälle identifiziert, Schulungen durchgeführt und Hands-on-Erfahrungen mit Humanoiden Robotern ermöglicht.
  • KI-Compliance und regulatorisches Lernen: Die Arbeiten rund um dieses dritte Themengebiet bilden das Herzstück des Reallabors am KI-Fortschrittszentrum. Hier werden Anwendungsfälle aus den vorab genannten Bereichen hinsichtlich der Anforderungen der KI-Verordnung und angrenzender europäischer Rechtsvorschriften (z. B. Maschinenverordnung, Medizinprodukteverordnung oder DSGVO) analysiert. Ziel ist es, praxistaugliche Werkzeuge, Leitlinien und Prozesse für die rechtskonforme Entwicklung von KI-Systemen zu schaffen. Durch den Aufbau eines Panels aus relevanten Behörden und Aufsichtsorganen werden regulatorische Fragestellungen im direkten Austausch geklärt und identifizierte Hürden in den Gesetzgebungsprozess zurückgespielt.

Beteiligungsmöglichkeiten für Unternehmen

Das KI-Fortschrittszentrum bietet Unternehmen mit mindestens einer Niederlassung oder dem Sitz in Baden-Württemberg zahlreiche niederschwellige Formate zur Beteiligung. Denn das wichtigste Ziel der neuen Projektphase ist die möglichst große Breitenwirkung in die hiesige Unternehmenslandschaft, um den Standort hinsichtlich der hochrelevanten Zukunftstechnologien KI und Robotik maßgeblich zu stärken.

Open Lab Day

Der Open Lab Day findet am 6. Mai 2026 von 9:00 Uhr bis 14:00 Uhr im Fraunhofer-Institutszentrum Stuttgart Vaihingen statt.

Warum sich eine Teilnahme lohnt: Interessierte Unternehmen erleben beim Open Lab Day, was im Kontext von Künstlicher Intelligenz (KI) und Robotik für Produktion und Dienstleistung technisch möglich und rechtlich relevant ist. Ein besonderer Fokus liegt auf dem persönlichen Austausch mit den Experten vom Fraunhofer IPA und Fraunhofer IAO. Außerdem gibt es Informationen zur nächsten Bewerbungsrunde, bei der sich Unternehmen mit Sitz in Baden-Württemberg auf einen Quick Check bewerben können. Die Bewerbungsfrist endet am 21. Mai 2026 um 17 Uhr.

Neben den bereits oben erwähnten Quick Checks und dem Open Lab Day gibt es weitere Beteiligungsmöglichkeiten, wie Unternehmen von den Angeboten profitieren können. Hierzu zählen beispielsweise:

  • Online-Sprechstunden für erste Kontakte und konkrete Fragestellungen
  • Themenbezogene Sprechstunden für vertiefende Diskussionen in kleineren Gruppen
  • Industrienetzwerk zur kontinuierlichen Bedarfsermittlung
  • Online-Themenvorträge zu aktuellen KI-Trends
  • Schulungen zur Einführung Humanoider Robotik
  • Experimente und Evaluierungen in den Laboren des KI-Fortschrittszentrums

Alle Erkenntnisse und Ergebnisse werden über Handouts, Demonstratoren, Steckbriefe und die Projektwebseite breit verfügbar gemacht.

Das Reallabor am KI-Fortschrittszentrum ist eng vernetzt mit Cyber Valley, Europas Zentrum für exzellente KI- und Robotikforschung, mit dem Forschungsprojekt AI-MATTERS, dem Höchstleistungsrechenzentrum Stuttgart (HammerHAI), dem IPAI Heilbronn sowie zahlreichen regionalen Partnern und Verbänden.

Mit einem Gesamtvolumen von zwei Millionen Euro Förderung leistet das KI-Fortschrittszentrum erneut einen wichtigen Beitrag zur Innovationskraft und internationalen Wettbewerbsfähigkeit der baden-württembergischen Wirtschaft.

Erfolgreicher Wissens- und Technologietransfer gehen weiter

Bereits seit 2019 wird das KI-Fortschrittszentrum „Lernende Systeme und Kognitive Robotik“ von den beiden Fraunhofer-Instituten für Produktionstechnik und Automatisierung IPA sowie für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO und gemeinsam mit der Universität Stuttgart betrieben. Im Dezember 2025 endete die erfolgreiche Förderung über sechs Jahre durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg. In dieser Zeit arbeitete das KI-Fortschrittszentrum mit 375 Unternehmen zusammen und führte über 200 geförderte Transfermaßnahmen durch. Diese reichten von der ersten Ideenfindung bis zur Entwicklung prototypischer Demonstratoren.

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