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Installationsvergleich

Profilkabel vs. Rundkabel - reine Formsache?

| Autor/ Redakteur: Thomas Rönitzsch* / Dipl. -Ing. Ines Stotz

Das typische gelbe Kabel ist nicht nur ein Symbol für die sprichwörtliche Effizienz von AS-Interface, es ist gleichzeitig auch eine der Ursachen dafür. Beispielsweise bietet schon seine bloße Geometrie signifikante Vorteile. So sind beim Anschließen von Modulen an das profilierte AS-i Flachkabel keine Stecker oder T-Stücke nötig.

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Wer neben Material auch eine ganze Menge Zeit bei der Montage und in der Dokumentation sparen will, ist gut beraten, sich die Vorteile von AS-Interface genauer anzusehen.
Wer neben Material auch eine ganze Menge Zeit bei der Montage und in der Dokumentation sparen will, ist gut beraten, sich die Vorteile von AS-Interface genauer anzusehen.
(Bild: © industrieblick/Fotolia.com)

Bei der Installation eines Automatisierungssystems mit Rundkabeln hat der Anwender zunächst einmal die Wahl zwischen zwei Übeln: Entweder er macht alles selbst und fummelt all die Stecker und T-Stücke in Eigenleistung an die einzelnen Leitungen – oder er nimmt zusätzliches Geld in die Hand und lässt sich die Rundkabel vorkonfektioniert liefern. Wobei er sich bei der letztgenannten Variante gleich noch einen weiteren Nachteil einhandelt: Denn natürlich muss er in seinem Lager dann Rundkabelstücke in unterschiedlicher Länge vorhalten, wenn er kein Material verschwenden will.

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Bei der Installation eines AS-Interface Netzes braucht man zum Glück keine der beiden Kröten zu schlucken. Denn das typische gelbe AS-i Flachkabel wird einfach in der gewünschten Länge von der Trommel genommen und direkt durch das Modul geführt – Fehler sind dabei prinzipiell ausgeschlossen, dafür sorgt die spezielle Profilierung des Kabels. Der Anschluss erfolgt dann ganz ohne Stecker mit Hilfe der einzigartigen AS-Interface Durchdringungstechnik. Das heißt: Die Kontaktnadeln des Geräts schieben sich zwischen die Drähte des Leiters und stellen so eine sichere Verbindung her. Pro Leitung werden dabei je Kontaktstelle jeweils zwei vergoldete – gedrehte, nicht gestanzte – Nadeln verwendet, um eine optimale Kontaktierung zu garantieren. Das Auftrennen des Kabels ist dazu ebenso wenig nötig wie das Abisolieren der Adern oder des Mantels. Und falls das Modul an dieser Stelle nicht mehr gebraucht wird, lässt sich der Kontakt jederzeit lösen, und die Schlitze verschließen sich je nach Kabelmaterial wieder gasdicht.

AS-i: nahezu grenzenlose topologische Freiheiten

Mit den Einsparungen beim Material und beim Zeitaufwand für die Installation selbst und für die Dokumentation danach sind aber noch lange nicht alle Vorteile genannt, die sich aus der Kombination der Flachkabel-Geometrie und der cleveren Anschlusstechnik ergeben. Dazu kommt noch die enorme Flexibilität im Hinblick auf das Layout der Netze. Anders als bei Rundkabel-Systemen sind mit der gelben AS-i Leitung nämlich auch Stichleitungen und damit zum Beispiel beliebige Baumstrukturen möglich – der Topologiefreiheit sind also kaum Grenzen gesetzt.

Und auch, wenn es um den Leitungsschutz vor Kurzschlüssen geht, verbuchen die mit dem gelben Flachkabel realisierten AS-i Kreise klare Pluspunkte. Denn viele der modernen AS-Interface Master und Gateways haben bereits eine 4A-Sicherung an Bord, die auch für die kleinere der beiden verfügbaren Leitungen, die einen Querschnitt von 1,5 mm² hat, problemlos ausreicht. Ein zusätzlicher Schutz ist nicht erforderlich.

* Thomas Rönitzsch ist verantwortlich für die Unternehmenskommunikation bei Bihl+Wiedemann

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