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Bis zu 20 Bilder in der Sekunde berechnen

Die eigentliche Herausforderung bei der Systementwicklung war die Programmierung des Algorithmus. Das Shape-from-Shading-Verfahren war zu Beginn sehr langsam und in der Industrie nicht einsetzbar. Nach einer langen Entwicklungsphase wurde jedoch eine signifikante Verbesserung der Methode erreicht: Nahm die Bildauswertung anfänglich noch zehn bis 20 Sekunden in Anspruch, können mittlerweile bis zu 20 Bilder in der Sekunde berechnet werden. Der in-situ-Geschäftsführer sagt rückblickend: „Der Aufwand, den wir in das Verfahren gesteckt haben, ist enorm. Aber wir haben das Potenzial dieses Verfahrens gesehen: Shape from Shading bietet das beste Verhältnis von Kosten zu Nutzen für diese Anwendung.“
Die Bildverarbeitung ist sehr rechenintensiv und läuft auf einem integrierten Industrie-PC. USB 2.0 ist als Standard-Schnittstelle an praktisch jedem IPC vorhanden. So war es nahe liegend, diese für die Kameraanbindung zu nutzen. Rainer Obergrußberger nennt die flexible Schnittstelle neben dem niedrigen Preis als wichtiges Kriterium für die Kamerawahl – USB kommt ohne zusätzliche Hardware wie Framegrabber aus, die Kameraintegration ist dadurch schnell und günstig zu realisieren.
Vollständige Tastbarkeitsprüfung unter zwei Sekunden
Mit der Mischung aus hoher Geschwindigkeit bei vergleichsweise niedrigem Systempreis setzt sich die Anlage aus Sauerlach von der Konkurrenz ab: Eine vollständige Tastbarkeitsprüfung in unter zwei s wird mit anderen Verfahren wie z.B. Streifenlichtprojektion oder Laserschnitt nicht erreicht. Dabei erzielt das DotScan-System, abhängig von den Oberflächeneigenschaften der Faltschachtel, eine Genauigkeit von ±0,02 mm. Die notwendige Kalibrierung wird anhand spezieller Kalibriernormale durchgeführt.
Im praktischen Einsatz wird an Stichproben die Tastbarkeit geprüft. Es muss aber auch ermittelt werden, ob der gelesene Brailletext den Vorgaben entspricht. In der Regel verwendet der Auftraggeber hierzu eine PDF-Datei. Die DotScan-Software setzt aus den erkannten Braillepunkten Zeichen und Wörter zusammen. Aus dem Vergleich mit dem PDF können eventuelle Abweichungen erkannt werden.
Aufgrund sprach- und landesspezifischer Unterschiede gibt es verschiedene Braille-Alphabete. Die verbreitetsten sind bereits vorinstalliert, denn das innovative System wird EU-weit eingesetzt. Bei den Verpackungs-Herstellern helfen Kameratechnik und Bildverarbeitung Zeit und Kosten zu sparen. Und sehbehinderten Patienten garantiert die genaue Prüfung einen sicheren Griff in den Arzneischrank. Eine gelungene Punktlandung.
Daniel Seiler, Technische Kommunikation, IDS Imaging Development Systems
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