AS-Interface Rasch verdrahten ohne Werkzeug

Autor / Redakteur: Tilman Schinke* / Jan Vollmuth

Bei der elektrischen Installation von Maschinen kann die Wahl des richtigen Installationskonzeptes Material, Zeit und Kosten einsparen. Mit AS-Interface lassen sich diese Faktoren optimieren – mit bis zu 70 Prozent Einsparungen.

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Die Verbindungstechnik AS-Interface vereinfacht und beschleunigt dank ihrer besonderen Merkmale die elektrische Maschineninstallation deutlich.
Die Verbindungstechnik AS-Interface vereinfacht und beschleunigt dank ihrer besonderen Merkmale die elektrische Maschineninstallation deutlich.
(Bild: AS-International Association e.V.)

Vom Markt angenommen: Das Bussystem ASi-5 hat sich im Markt etabliert dank seiner Vorteile einer gesteigerten Performance für smarte Fabrikanforderungen. Die Basis sind nach wie vor altbewährte Installationsvorteile des Systems, die AS-Interface seit Jahrzehnten auszeichnet. Kein anderes System lässt sich so einfach anschließen und gewährleistet die Maschinenanbindung ohne Klemmen und Stecker. Heute sind mehr als 41 Mio. Geräte im Feld installiert, was bestätigt, dass diese traditionelle, passive Installationstechnik mit dem gelben Kabel sehr leicht zu installieren ist, gerade um viele Punkt-zu-Punkt-Verbindungen sicher und schnell aufzubauen.

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Die Piercing-Technik vereinfacht den Anschluss

Unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten hat sich die AS-Interface-Technologie bewährt. Im Vergleich zu konventionellen Techniken lassen sich zwischen 30 und 70 % der Kosten einsparen, wobei dafür als Schlüsselelement die deutlich vereinfachte Anschlusstechnik gilt: Ein einzelnes zweiadriges Kabel für Daten und Energie an bis zu 248 Ein- und Ausgänge macht die Verdrahtung unkompliziert. Im Netzwerk stehen 24 V an den Ausgängen zur Verfügung. Das Kabel kann die angeschlossenen Geräte in einer frei gewählten Struktur – der sogenannten Topologie – verbinden. Klassische Topologien sind Linie, Stern, Ring oder Baum.

Zusätzliche Komponenten wie Switches oder ähnlich aktive Komponenten werden nicht benötigt, was wiederum die Verdrahtung der Teilnehmer im Netz simpel gestaltet. Alle Teilnehmer lassen sich wie beschrieben mit nur einem Kabel verbinden. Dicke Kabelbündel mit vielen Adern, die jedes Gerät einzeln mit der Steuerung verbinden, gehören damit der Vergangenheit an. In der Konsequenz gewährt diese Installationstechnik sowohl Zeitersparnis und Materialvorteile, die den Aufwand für die Verdrahtung deutlich sinken lässt. Das System bindet die Ein- und Ausgänge direkt an die SPS oder ein anderes Host-System an. Sämtliche Daten angeschlossener Geräte stehen dann transparent zur Verfügung und lassen sich von verschiedensten digitalen Services nutzen.

Piercing-Technik vereinfacht den Anschluss

Grundsätzlich lassen sich viele Kabel für die Übertragung der AS-Interface-Signale verwenden; das typisch-gelbe AS-Interface-Profilkabel stellt jedoch die sogenannte Piercing-Technik bereit, die den Anschluss noch einfacher gestaltet: Die Kontaktierung erfolgt hier werkzeuglos und damit zeitsparend. Bei der Piercing-Technik durchdringen Kontaktdorne den Kabelmantel und stellen die Verbindung her. So wird problemlos an jedem beliebigen Punkt des Kabels kontaktiert, schnell und einfach. Das Kabel besitzt ein codiertes Profil mit Verpolschutz, das so Anschlussfehler minimiert.

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Anschlusstipps für AS-Interface

Das schnelle und einfache Installieren mit AS-Interface erspart den Anwendern aufwendige, manuelle Arbeitsschritte. Um den Überblick zu behalten ist in diesem Zusammenhang eine einfache Tabelle hilfreich, in der man die Zuordnung der Teilnehmer und Ihre Adresse verzeichnet. Diese Tabelle lässt sich mit einfachen Mitteln erstellen und ersetzt den detaillierten Verdrahtungsplan. Dank der in diesem Beitrag beschriebenen Piercing-Technik lassen sich Safety-Komponenten wie Not-Halt auch nachträglich sehr einfach in das Netzwerk integrieren. In diesem Fall kann man die Tabelle sehr einfach um die entsprechenden Informationen ergänzen und behält den Überblick.

Größter Vorteil dieser Kontaktierung: der reduzierte Verdrahtungsaufwand. Das Auftrennen, Abisolieren und Anklemmen sowie eventuell das Anbringen einer Aderendhülse entfallen. In Schaltschränken werden Reihenklemmen überflüssig – das Schaltschrankvolumen schrumpft.

Da die in der Netzwerktechnik üblichen Steckverbinder nicht benötigt werden, vereinfacht die Piercing-Methode das Konfektionieren der Kabel. Je nach Alternativkonzept und Anlagenbedingungen betragen die Einsparungen bis 70 % bei der Installation.

Einsparpotenzial über den gesamten Life-Cycle hinweg

In einer Arbeitsgruppe der AS-International wurde das Einsparpotenzial bei Maschinen und Anlagen am Beispiel einer Förderstrecke beziffert; demnach sank der Aufwand je Life-Cycle-Phase um:

  • Planungsphase: 58 %
  • Installation und Inbetriebnahme: 54 %
  • Betrieb und Wartung: 50 %
  • Erweiterung/Umbau: 80 %
  • Funktionale Sicherheit: 61 %

Diese Werte variieren je nach Anwendung und Aufbau, wobei im Kern der Studie die möglichen Potenziale skizziert werden. Ein erstaunliches Ergebnis für ein Bussystem, das mit nur einem zweiadrigen, ungeschirmten Flachkabel mit verpolungssicherer Profilierung Energie und Daten überträgt.

* Tilman Schinke, Market Manager, AS-International Association e.V.

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