Künstliche Intelligenz

Roboter Spencer bringt Sie pünktlich zum Gate

| Redakteur: Katharina Juschkat

Spencer ist der Prototyp eines intelligenten Serviceroboters. Er hilft Passagieren am Flughafen weiter, das richtige Gate zu finden und agiert dabei rücksichtsvoll mit seiner Umgebung. Nur Sprechen und Koffer tragen kann er bisher noch nicht.
Spencer ist der Prototyp eines intelligenten Serviceroboters. Er hilft Passagieren am Flughafen weiter, das richtige Gate zu finden und agiert dabei rücksichtsvoll mit seiner Umgebung. Nur Sprechen und Koffer tragen kann er bisher noch nicht. (Bild: KLM)

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Den Anschlussflug nicht verpassen, das richtige Gate unter Zeitdruck und trotz Sprachbarriere finden und sich nicht am Flughafen verlaufen: In dieser Situation können künftig Roboter Passagieren helfen. Roboter Spencer ist ein Prototyp, der Passagieren auf dem Flughafen den Weg zum Gate weist und sogar über soziale Kompetenzen verfügt. Koordiniert hat das Projekt die Universität Freiburg.

Es ist noch ein ungewohnter Anblick am Amsterdamer Flughafen: Der mit Sensoren und Kameras ausgestatte mannshohe Roboter Spencer scannt die Bordpässe der Transferpassagiere, prüft, ob die Gruppe vollständig ist, und begleitet sie selbstständig durch den Flughafen. Dabei passt er seine Geschwindigkeit der Gruppe an, weicht Hindernissen wie Koffern oder Reisegruppen aus und informiert die Passagiere über die verbleibende Distanz zum Abflug-Gate. Dort angekommen, zeigt er dies auf seinem Bildschirm an.

Der erste Roboter im Einsatz am Flughafen

Mit dem Roboter „Spencer“, eine Abkürzung für den sperrigen Namen „Social situation-aware PErceptioN and action for CognitivE Robots“, haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Projektes einen Prototypen geschaffen. Das Forschungsprojekt hat das Institut für Informatik an der Universität Freiburg koordiniert.

Der Roboter mit sozialen Kompetenzen

„Mit Spencer haben wir den ersten Roboter mit sozialen Kompetenzen entwickelt, der jemals auf einem Flughafen zum Einsatz gekommen ist“, erklärt Juniorprofessor Dr. Kai Arras, Koordinator des Projekts vom Institut für Informatik der Universität Freiburg. „Der Roboter hat die einzigartige Fähigkeit, über das Verhalten von Personen deren soziale Bindung – zum Beispiel die Zugehörigkeit zu einer Familie oder Gruppe – zu erkennen und dementsprechend sozial kompatibel zu handeln. Dazu gehört, sich nicht durchzudrängeln und aufmerksam und rücksichtsvoll zu agieren.“

Diese Fähigkeiten seien für den Einsatz intelligenter Serviceroboter, die ihren Arbeitsraum mit Menschen im Haushalt, in Fabriken oder als selbstfahrende Autos teilen, wichtig. „Ein belebter Flughafen mit vielen Menschen, die unter Zeitdruck stehen, ist ein gutes Beispiel für ein anspruchsvolles und alltägliches Problem, unter dem ein Roboter sicher und unter Berücksichtigung sozialer Regeln funktionieren muss“, fasst der Forscher zusammen. Bei abschließenden Tests hat der Roboter erfolgreich Passagiere am Flughafen Schiphol in Amsterdam zu ihrem richtigen Abflug-Gate begleitet.

Spencer im Einsatz

Luftfahrt will mehr Roboter integrieren

René de Groot, Chief Operating Officer der am Projekt beteiligten niederländischen Fluggesellschaft KLM, unterstreicht den Nutzen, den Spencer zum reibungslosen Transfer-Ablauf beitragen könnte – immerhin fliegen 70 Prozent der KLM-Passagiere über den Amsterdamer Flughafen Schiphol: „Wir glauben, dass die Robotik in den kommenden Jahren in der Luftfahrt eine immer wichtigere Rolle spielen wird und prüfen, wie wir Roboter in verschiedene Bereiche integrieren können.“

In Zukunft könnten sie zum Beispiel eingesetzt werden, um Passagiere an stark frequentierten Flughäfen von Gate zu Gate zu führen. „Diese ergänzende Serviceleistung würde bewirken, dass unser Flughafenpersonal mehr Zeit hätte, um Passagiere mit erhöhten Bedürfnissen zu unterstützen.“

Internationales Projekt

An dem internationalen Projekt Spencer sind sechs universitäre und zwei industrielle Partner aus fünf europäischen Ländern beteiligt. Forscherinnen und Forscher der Universität Freiburg, der Technischen Universität München, der RWTH Aachen, der Universitäten Twente in den Niederlanden und Örebro in Schweden, des Centre National de la Recherche Scientifique in Frankreich sowie die Schweizer Firma Bluebotics und die niederländische Fluggesellschaft KLM arbeiteten drei Jahre lang gemeinsam an Spencer. Die Europäische Kommission hat das Forschungsvorhaben mit 3,18 Millionen Euro gefördert.

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