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Steckverbinder Rückblick: Die Geschichte der Hartings

| Redakteur: Sariana Kunze

Am 1. September lag der Gründungstag des Familienunternehmens Harting 70 Jahr zurück. Was einst nur kurze Zeit nach Kriegsende 1945 mit einer Reparaturwerkstatt in Minden begann, ist heute zu einem Unternehmen mit 4.200 Mitarbeitern herangewachsen. In den Anfängen spielte bei Harting sogar die Integration von Flüchtlingen eine bedeutende Rolle. elektrotechnik fasst die Geschichte in einem Rückblick zusammen.

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Wilhelm Harting und seine Ehefrau Marie Harting legten den Grundstein für den Erfolg des Unternehmens.
Wilhelm Harting und seine Ehefrau Marie Harting legten den Grundstein für den Erfolg des Unternehmens.
(Harting)

Es ist ein runder Geburtstag. 70 Jahre Erfolgsgeschichte liegen hinter der Familie Harting. Seit dem Beginn im Jahr 1945 hat sich das Unternehmen zu einer weltweit renommierten Technologiegruppe entwickelt. In der 100 qm2 großen Halle einer Mindener Reparaturwerkstatt eröffneten Wilhelm und Marie Harting am 1. September 1945 die Firma „Wilhelm Harting Mechanische Werkstätten“. Der gelernte Ingenieur hatte in Berlin einen Betrieb der Luftfahrtindustrie geleitet und wagte nach einer abenteuerlichen Flucht in seiner Heimat den Schritt in die berufliche Selbstständigkeit. Gefertigt wurden zunächst Dinge des täglichen Bedarfs, wie Sparlampen, Kochplatten, Bügel- und Waffeleisen. Ehefrau Marie lieferte die Produkte mit dem Rad in der Umgebung aus. Bezahlt wurde mit Lebensmitteln. Bereits 1947 war Harting auf der ersten Hannover Messe präsent. Die Firma wuchs rasant und benötigte mehr Platz. 1950 folgte der Umzug in die benachbarte, aufblühende Flüchtlingssiedlung Espelkamp.

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Arbeit und Brot für Flüchtlinge

Espelkamp, Hoffnung für Flüchtlinge und Vertriebene, wurde weithin bekanntes Symbol für gelungene Integration. Brot und Arbeit fanden die neuen Bürger auch bei HARTING. Wilhelm und Marie Harting engagierten sich für das Wohl ihrer Mitarbeiter und das junge Gemeinwesen. Wilhelm Harting gründete u. a. den ersten Tennisverein der Stadt. Die Verbundenheit mit Espelkamp und der Region ist auch für die zweite Generation selbstverständliche Verpflichtung. 1962 starb plötzlich Wilhelm Harting. Mit stetig neuen Produkten, wie Musikboxen, elektromedizinischen Geräten, Zigarettenautomaten, Magneten und Steckverbindern hatte das Unternehmen jährlich seinen Umsatz steigern können. Marie Harting trat das Erbe ihres Mannes an und führte das Unternehmen bis zum Einstieg ihres Sohnes Dietmar 1967 allein weiter. Ab 1969 verstärkte der zweite Sohn Jürgen die Geschäftsführung. Dieser kam bei einem tragischen Unfall 1973 im Alter von 32 Jahren ums Leben. Bis 1987 standen Marie (sie starb 1989) und Dietmar Harting gemeinsam an der Spitze des kontinuierlich expandierenden Mittelständlers, der Ende der 1970er Jahre mit der Internationalisierung beginnt. Im März 1987 wurde Margrit Harting Geschäftsführende Gesellschafterin. Mehr als ein Vierteljahrhundert leitet das Paar die Technologiegruppe, die auf dem Weg zu einem Weltunternehmen ist.

Harting fasst in Mittelamerika Fuß

Heute arbeiten Margrit und Dietmar Harting mit ihren Kindern, Philip F. W. Harting (Vorstand Connectivity & Networks und persönlich haftender Gesellschafter) und Maresa Harting-Hertz (Vorstand Finanzen und Einkauf und persönlich haftende Gesellschafterin), eng zusammen. Die dritte Generation übernimmt mehr und mehr Verantwortung. Ende 2013 wurden die Geschwister persönlich haftende Gesellschafter. Mit 12 Produktionsstätten und 42 Vertriebsgesellschaften ist Harting auf allen Kontinenten vertreten. In wenigen Wochen wird erstmals ein Fertigungsbetrieb in Mittelamerika eröffnet. Im mexikanischen Silao werden dann kleine Schaltschränke, umspritzte Kabel und Kabelbäume produziert. „Dieses Werk ist der richtige Schritt, um unsere Marktposition in Nord- und Mittelamerika auszubauen“, sagte Philip F. W. Harting. Große Erwartungen verbindet Harting vor allem mit dem Geschäft rund um das Thema Integrated Industry. Philip Harting: „Wir begleiten unsere Kunden auf dem Weg zu Industrie 4.0 mit maßgeschneiderten und modularen Lösungen“. Dieser Weg ist nur mit qualifizierten und hochmotivierten Mitarbeitenden erfolgreich zu bewältigen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2013/14 (30. September) stieg der Umsatz um 13 % auf 547 Mio. Euro und erreichte einen neuen Höchstwert. Die Zahl der Mitarbeitenden erhöhte sich auf rund 4.200.

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