Lüftungstechnik Schnell installierter Rohreinschublüfter ist leicht auf Betrieb nach Bedarf einzustellen

Autor / Redakteur: Stefan Schneider, Andreas Zeiff / Dipl. -Ing. Ines Stotz

Gebäude werden mit immer besserer Dämmtechnik ausgestattet, zugleich sinkt dabei der natürliche Luftaustausch. Weniger kalte Zuluft spart Heizenergie, birgt aber bei falscher Lüftung Gefahr von Schimmelbildung. Abhilfe schafft hier ein durchdachtes Lüftungskonzept mit Abluftführung nach Bedarf.

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Rohrlüfter vom Typ AC 100 NR von ebm-papst
Rohrlüfter vom Typ AC 100 NR von ebm-papst
( Archiv: Vogel Business Media )

Ob Nutzraum wie Bad, Sauna und WC oder eher ungenutzte und wenig beheizte Lagerräume auf Speichern, in allen diesen Fällen muss zuverlässig verhindert werden, dass sich Kondenswasser bildet. Feuchtigkeit bedeutet immer die Gefahr von Schimmelbildung mit entsprechender Gesundheitsgefahr und entsprechend hohen Sanierungskosten. Ebenso ist in der Industrie eine gezielte Abluftführung z.B. an Löt- und Schweißplätzen im wahrsten Wortsinn lebenswichtig. Andererseits verursacht eine ineffiziente Lüftung jahrein, jahraus erhebliche und unnötige Heizkosten.

Abhilfe schaffen hier Abluftkanäle mit Rohreinschublüftern für eine gezielte Lüftung oder Absaugung bei Bedarf. Die Lüfterspezialisten von ebm-papst aus St. Georgen im Schwarzwald haben das bisherige Standardkonzept in diesem Bereich untersucht und einen neuen, universell einsetzbaren Lüfter entwickelt. Die neue Generation an Abluftförderern besticht durch hohe Leistung bei niedrigem Energieverbrauch und eingebauter Intelligenz. So kann der Lüfter leicht auf seine vorgesehene Aufgabe im Gebäude angepasst werden oder auch nachträglich weitere Funktionen übernehmen.

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Stand der Technik

Der klassische Rohreinschublüfter arbeitet auch heute noch vielfach mit einfachen aber robusten AC-Spaltpolmotoren. Der Wirkungsgrad ist jedoch mit nur 12 bis 15 Prozent sehr gering. Werden EC-Antriebe eingesetzt, steigt die Effizienz des Lüfters auf Werte von über 65 Prozent drastisch an. Leider arbeiten herkömmliche Lüfter nur selten optimal. Sie kennen meist nur einen Ein/Aus und in seltenen Fällen auch einen drehzahlgeregelten Betrieb. So besteht der klassische Aufbau bisher aus dem Lüfter, der externen Steuerung und der Abluftleitung. Nur in seltenen Fällen sind alle drei Komponenten optimal aufeinander abgestimmt und erfüllen ihre Aufgabe wirklich effizient. Schon die absolut gesehen geringen Unterschiede im Energiebedarf des Antriebsmotors summieren sich über die Laufzeit eines Hauslüfters (meist über 10 Jahre) auf stattliche Eurobeträge, die die Gestehungskosten weit übersteigen. Eine rundum Optimierung muss deshalb neben allen Kostenfaktoren auch den Faktor Energieverbrauch über die Zeit mit einbeziehen.

Neuer Ansatz: vorhandene Technik auf neue Verhältnisse umstellen

Jeder kennt die Problematik, dass der Bauplan zwar gut aussieht, nachträgliche Änderungen daran aber häufig zu Problemen mit der ursprünglich geplanten Technik führen. Neue Teile zu bestellen kostet Zeit und Geld, besser ist es, die vorhandene Technik einfach auf die neuen Verhältnisse umzustellen. Diesen Ansatz haben die Schwarzwälder Lüfterexperten mit ihrem neuen Produkt zur Praxisreife entwickelt. Der eigentliche Antriebsmotor wird im Gehäuse über eine besondere Weichaufhängung schwingungsentkoppelt gelagert. So ist die Übertragung von Vibration und Körperschall nahezu ausgeschlossen. Der elektrische Anschluss ist in einem separaten Gehäusesegment (alternativ unter einem separaten Gehäusedeckel) gut zugänglich untergebracht und erlaubt so die einfache Verdrahtung von Versorgungs- und Sensorleitungen.

Die im Antrieb integrierte Elektronik ermöglicht eine autarke Regelung ohne weitere Komponenten. Zusätzlich gestattet sie den Anschluss diverser Sensoren, die den „Betrieb nach Bedarf“ steuern. So sind Temperatur- und Feuchtesensoren sowie Bewegungsmelder, ebenso schnell angeschlossen wie die Versorgungsleitung. Je nach eingestelltem Profil arbeitet der Lüfter dann nur bei entsprechender Rückmeldung über den Sensor. Das spart Energie, ohne Sicherheit und Komfort zu beeinträchtigen. Eine stufenlose Drehzahlregelung und eine externe Datenausgabe sind ebenfalls optional möglich.

Eine weitere Neuerung ist die optional mögliche Volumenkonstantregelung. Waren bisher umfangreiche Anpassungsmaßnahmen nötig um den Lüfterbetrieb auf eine entsprechende Luftaustauschrate abzustimmen, so entfällt dieser Schritt nun völlig. Selbst leichte Unterschiede im Gegendruck der Rohrleitung, z.B. durch unterschiedliche Verlegung oder andere Austrittsgitter etc., beeinträchtigen den eingestellten Volumenstrom nicht mehr. Der Lüfter übernimmt den automatischen Abgleich. Das spart wertvolle Installationszeit und vermeidet die Bevorratung unterschiedlich leistungsstarker Lüftermodelle weitgehend.

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