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Authentizität bedeutet dabei, dass die Werte und Gefühle einer Persönlichkeit mit ihrem äußeren Handeln und Kommunizieren im Einklang steht, ohne dass sich die Person z.B. von gesellschaftlichen oder Gruppen-spezifischen Erwartungen beeinflussen lässt. Man spricht hier auch von der Echtheit oder Stimmigkeit einer Person. Authentische Menschen sind nicht unbedingt „pflegeleicht“, zeigen „Kante“ und sind nicht austauschbar. Man könnte auch sagen, dass sie einen inneren Kompass haben, der ihr Handeln und leitet und sie verhältnismäßig unabhängig macht von dem Bedürfnis, “gefallen zu wollen“.
Netzwerke wollen gehegt und gepflegt - vor allem aber geplant werden
Zum Aufbau eines wirklich belastbaren Netzwerks ist es aber ein weiter Weg. Prof. Herminia Ibarra, renommierte Networking-Forscherin, unterscheidet drei Formen des Netzwerkens: operational, persönlich und strategisch. Beim operationalen Networking geht es darum, gemeinsam operative Ziele zu erreichen und dabei zugleich starke Arbeitsbeziehungen aufzubauen. Persönliches Networking bedeutet, sich gegenseitig bei der persönlichen und beruflichen Entwicklung zu unterstützen. Strategisches Networking ist schließlich die „Kür“: Ziel ist es, gemeinsam mit anderen zukünftige Trends und Herausforderungen zu meistern oder gar (mit) zu bestimmen.
Diese drei Formen geben auch die Richtung vor, wenn es um den Aufbau von Netzwerken geht. Operational wird man eher im Umfeld des eigenen Unternehmens tätig werden; in den Teams und Abteilungen, wo man mit anderen zusammenarbeitet. Dort wird man zunächst Personen identifizieren, die die eigene Arbeit oder ein Projekt unterstützen oder bremsen können. Das können Leiter anderer Bereiche ebenso sein wie wichtige Entscheidungsvorbereiter oder Personen mit Schnittstellen-Funktion.
Beim persönlichen Networking schaut man gezielt über die Grenzen des eigenen Unternehmens hinaus. Bewährt haben sich hier vor allem die Teilnahme bzw. die Mitgliedschaft in Organisationen, etwa Berufsverbänden, Alumni-Gruppen, Service-Clubs, aber auch Sportvereinen. Die Verbundenheit entsteht zunächst nicht durch berufliche Gemeinsamkeiten, sondern durch persönliche Nähe in der Freizeit oder im Ehrenamt.
Das strategische Networking baut sowohl auf beruflichen als auch persönlichen Kontakten auf. Strategische Trends und Herausforderungen zu identifizieren, zu besetzen und schließlich (mit) zu gestalten, setzt jedoch voraus, dass die Netzwerker ganz besondere Eigenschaften einbringen können:
- Eine eigene souveräne Haltung und Meinung, die nicht nur auf betriebswirtschaftlichem und technischem Wissen aufbaut, sondern auch eine philosophisch- humanistische Bildung voraussetzt;
- eine eigene Positionierung zu allen Dimensionen von „Leadership“ ( Menschen, Unternehmung und Strategie) und zu den essentiellen „Issues“ im Management;
- und eine gefestigte Selbstsicherheit mit hoher Konfliktfähigkeit und Frustrationstoleranz.
Die organisatorische Seite des Netzworkings
Ohne eine professionelle Struktur verliert man in einem Netzwerk mit 50, 100 oder gar mehreren Hundert Kontakten schnell die Übersicht. Hier ist zum einen eine vernünftige Datenbank zu nennen, etwa in Outlook oder in einem vergleichbaren Adressprogramm. Je nach Größe des Netzwerks und der Vielfalt der eigenen Interessen empfiehlt es sich zudem, die Netzwerke und deren Mitglieder zu segmentieren, etwa „Mittelstand“, „Berater“, „Finanzdienstleister“, usw. Dass eine solche Datenbank ständig aktualisiert werden muss, versteht sich dabei von selbst.
Ganz Wichtig: Systematische aufgebaute Geburtstagslisten
Jeder Geburtstag bietet einen höchst geeigneten Anlass, sich zumindest einmal im Jahr zu melden. Hilfreich ist zudem ein rollierend nach vorn fortgeschriebener Besuchsplan: Wen muss bzw. möchte ich in den nächsten drei Monaten sehen? Wo bin ich demnächst auf meinen Reisen, und wen kann ich dort treffen?
Kann man Networking lernen?
In den Coaching-Projekten von Leadership Choices kommen häufig Aspekte und Elemente zum Thema Networking auf; nicht alles lässt sich „lernen“, aber man kann seinen „Mind-Set“ dazu überprüfen und anpassen, z.B. in Bezug auf die Allokation von Zeit (Networking ist auch Arbeit, nur „anders“) und auf die Einordnung als professionelles und ethisch-moralisch stimmiges Vorgehen.
Außerdem kann man seine Beziehungsintelligenz verbessern. So kann z.B. beim diesbezüglichen Coaching der einleitende Small Talk in kommunikativen Begegnungen in Rollenspielen geübt werden. Und es können gemeinsam die planerischen und organisatorischen Voraussetzungen erarbeitet werden (z.B. Anlässe planen, mit jemandem in Kontakt zu kommen oder eine Beziehung zu vertiefen).
Voraussetzung zum Auf- und Ausbau eines belastbaren Netzwerkes ist und bleibt aber eine unverbogene und authentische Persönlichkeit – eben eher „mit Kante“ als angepasst und austauschbar – und das echte Interesse am anderen mit der Bereitschaft des gegenseitigen „Geben und Nehmen“.
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