Antriebstechnik

So beschleunigt durchgängige Automatisierung das Engineering

| Autor / Redakteur: Heiko Füller* / Karin Pfeiffer

FLT einen neuen modularen Achs- und Portalbaukasten entwickelt, mit dem sich verschiedene Baugrößen an hoch dynamischen Portalrobotern und Achsen realisieren lassen. Im Standard werden Verfahrgeschwindigkeiten bis 4,5 m/s und Beschleunigungen bis 6 m/s² erreicht. Handhabungsgewichte bis über 1.000 kg stellen dabei hohe Anforderungen an die Antriebsmechanik.
FLT einen neuen modularen Achs- und Portalbaukasten entwickelt, mit dem sich verschiedene Baugrößen an hoch dynamischen Portalrobotern und Achsen realisieren lassen. Im Standard werden Verfahrgeschwindigkeiten bis 4,5 m/s und Beschleunigungen bis 6 m/s² erreicht. Handhabungsgewichte bis über 1.000 kg stellen dabei hohe Anforderungen an die Antriebsmechanik. (Bild: SEW)

FLT setzt in seinen Portallösungen Antriebe von SEW-Eurodrive ein. In seinem Portalbaukasten verwendet das Unternehmen nun erstmals auch Steuerungstechnik aus Bruchsal. Mit der Durchgängigkeit beschleunigt sich der Engineering-Prozess – wie im Zeitraffer.

Rund 20 km nördlich von Heilbronn, in Haßmersheim, sitzt die Fibro Läpple Technology GmbH – weltweit als ein führender Hersteller von Automatisierungslösungen auch unter dem Kürzel FLT bekannt. FLT entwickelt und baut automatisierte Fertigungsanlagen, die nicht nur in der Automobilindustrie, sondern auch in zahlreichen anderen Branchen Produktionen sicherstellen.

Für Transport- und Handlingsaufgaben wie etwa Maschinen- oder Pressenbeladung hat FLT einen neuen modularen Achs- und Portalbaukasten entwickelt. Damit lassen sich verschiedene Baugrößen an hoch dynamischen Portalrobotern und Achsen realisieren. Im Standard werden Verfahrgeschwindigkeiten bis 4,5 m/s und Beschleunigungen bis 6 m/s² erreicht.

Handhabungsgewichte bis über 1.000 kg stellen dabei hohe Anforderungen an die Antriebsmechanik. Schon immer setzt FLT deshalb bei seinem neuen Portalbaukasten auch auf leistungsfähige Antriebstechnik von SEW-Eurodrive.

In einem weiteren Schritt kommt jetzt auch der innovative Automatisierungsbaukasten Movi-C von SEW-Eurodrive zum Einsatz. In Verbindung mit den Getriebe- und Motorenbaukästen bietet SEW-Eurodrive mit dieser neuen Plattform ein komplett durchgängiges Produktportfolio für die Maschinen- und Anlagenautomatisierung.

Fibro Läpple Technology hatte in der Vergangenheit für seine Portallösungen eine gängige Industriesteuerung eingesetzt und mit Antriebskomponenten von SEW-­Eurodrive kombiniert. „Wir haben dabei aber immer wieder die Erfahrung gemacht, dass die von uns bisher eingesetzte Industriesteuerung für die Automatisierung unserer Maschinen und Portale überdimensioniert, zu teuer und viel zu komplex war“, berichtet Boris Bind, Entwicklungs- und Konstruktionsleiter bei Fibro Läpple Technology in Haßmersheim. Viele der Kunden hätten sich daher alternative Lösungen von FLT gewünscht, die zu attraktiven Preisen alle erforderlichen Funktionen bieten und dabei sehr einfach und schnell in Betrieb zu nehmen sein sollen. „Diesen Anforderungskatalog hat SEW-Eurodrive mit dem Automatisierungsbaukasten Movi-C mit der neu entwickelten Engineering-Software Movisuite für uns erfüllt.“

Die intuitive Engineering-Software Movisuite vereinigt die mechanischen, elektromechanischen, elektronischen und softwarebasierten Technologiebausteine in einer funktionalen Einheit. „Wir haben daher die Entscheidung getroffen, nicht nur bei den Antrieben, sondern auch bei der Steuerungstechnik künftig auf SEW zu setzen – eine Entscheidung, die sich als richtig erwiesen hat“, erläutert Bind.

Neueste Servotechnik verbaut im Portalsystem

In enger Zusammenarbeit mit SEW-Eurodrive hat FLT dank Movi-C für den neuen Portalbaukasten innerhalb kürzester Zeit ein lauffähiges System geschaffen. Bei den Achsen kommt neueste Servotechnik mit Synchrongetriebemotoren zum Einsatz. Für die Steuerung der drei Portalachsen hat FLT die Roboter Language SRL von SEW eingesetzt, ein Softwaremodul, das in der Engineering-Software Movisuite integriert ist. „Die Zusammenarbeit während der Entwicklungsphase hat wirklich sehr gut funktioniert“, freut sich Boris Bind. „Wir haben gemeinsam technische Details diskutiert und dann schnell den Projektfortgang beschlossen.“

Ergänzendes zum Thema
 
Stetige Erweiterung der Funktionalitäten: von Software bis Hardware

Movisuite erleichtert nicht nur die Inbetriebnahme, sondern durch Funktionalitäten wie automatische Codegenerierung auch deutlich die Programmierung von komplexen Bewegungen mehrerer Achsen. Gab es früher eine ganze Reihe von Softwaretools mit teilweise unterschiedlichen Bedienoberflächen, so sind mit der Einführung von Movisuite sämtliche Softwarefunktionen rund um Antriebe und Steuerung unter einem einheitlichem Look-and-feel erreichbar – einschließlich der Konfiguration Funktionaler Sicherheitstechnik.

Hier findet sich buchstäblich alles: von den Inbetriebnahme-Tools für Hardware und Antriebe über die Steuerungs- und Sicherheitstechnik bis hin zur Visualisierung der gesamten Abläufe und zu Applikationsmodulen wie dem Modul „Roboter Language SRL“, mit dem FLT die Achsenbewegungen programmierte.

„Mit Movisuite stellt uns SEW eine Steuerungssoftware zur Verfügung, die uns alles bietet, was wir in der Maschinenautomatisierung brauchen. Es gibt keine Trennung mehr zwischen Antriebstechnik und Steuerungstechnik, und die gesamte Software ist wirklich benutzerfreundlich“, bestätigen Guido Hoffmann und Thomas Heiß, die bei FLT für die elektrische Steuerungstechnik zuständig sind. In die einfache Bedienbarkeit von Movisuite investierte SEW-Eurodrive viel Energie. Die Software wurde nach den neuesten Erkenntnissen auf maximale Benutzerfreundlichkeit hin optimiert und hat eine moderne, klar gegliederte Oberfläche.

Sparsame und strukturierte Engineering-Software

In einem übersichtlichen Strukturbaum sieht der Anwender alle Antriebe mit ihren Reglern, Steuerungskomponenten und Betriebsdaten. Diese Komponenten lassen sich per Drag-and-drop in das zu konfigurierende Netzwerk hineinziehen. Auf diese Weise lassen sich innerhalb kürzester Zeit Konfigurationen erstellen und Einstellungen vornehmen.

„Movisuite ist so klar strukturiert und intuitiv aufgebaut, dass selbst ein Gelegenheitsnutzer binnen kürzester Zeit eine Applikation programmieren kann“, erzählen Hoffmann und Heiß aus der Anwendungspraxis. „Sieben Zeilen Code genügen, um auch ohne umfangreiche Schulung eine Achse in Bewegung zu setzen. Das ist für unsere Kunden ein enormer Vorteil, denn sie wollen möglichst schnell mit der Applikation arbeiten, statt sich mit den spezifischen Besonderheiten einer Software auseinanderzusetzen.“

Anders als viele Engineering-Software-Produkte auf dem Markt wird Movisuite als kostenlose Software angeboten, die von beliebig vielen Nutzern eingesetzt werden kann. Gegenüber anderen Steuerungslösungen, bei denen auch zahlreiche nicht benötigte Funktionen mitgekauft werden müssen, bedeute dies eine deutliche Ersparnis. „Hinzu kommt noch der reduzierte Programmier- und Inbetriebnahmeaufwand, der sich ebenfalls in den Gesamtkosten für die Automatisierung einer Maschine niederschlägt“, sagt Boris Bind. „Wir haben bei SEW-Eurodrive also nicht nur eines der breitesten Produktspektren im Markt und eine leistungsfähige und schnelle Software, sondern auch noch einen deutlichen Kostenvorteil. Und das alles bei einer engagierten Betreuung, bei der wir mit unseren Anforderungen wirklich im Zentrum stehen. Als Kunde kann man sich wirklich nicht mehr wünschen.“

* *Heiko Füller, Marktmanagement, SEW-Eurodrive

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