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Modulare Steckverbinder in industriellen Prüfanwendungen So lässt sich eine konstante Produktqualität in der Fertigung sicherstellen

| Redakteur: Ines Stotz

Ziel eines optimalen Fertigungsprozesses ist ein einwandfrei funktionierendes Produkt. So stellen Prüfstationen zur Zwischenprüfung innerhalb einer Fertigungslinie oder zur Endprüfung die konstante Produktqualität sicher. Mit modularen Steckverbindern lassen sich kompakte und platzsparende Schnittstellenlösungen für solche Teststände realisieren.

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Das modulare CombiTac System lässt sich einfach individuell konfigurieren und vereint vielfältige Kontaktmodule in einem einzigen Steckverbinder.
Das modulare CombiTac System lässt sich einfach individuell konfigurieren und vereint vielfältige Kontaktmodule in einem einzigen Steckverbinder.
(Bild: Stäubli)

Die Prüflinge werden manuell oder automatisiert an die Prüfstation angedockt und auf vielfältige Parameter getestet. Der Trend zu intelligenten, sich selbst überwachenden Geräten und Komponenten führt zu einem erhöhten Bedarf an Signal- und Datenverbindungen – zuvor eingesetzte Einzelsteckverbinder für Strom, Steuerung und Kommunikation müssen zunehmend hybriden Lösungen mit kompakteren Abmessungen und verbesserter Leistungsfähigkeit weichen. Das modulare Steckverbindersystem CombiTac erfüllt die hohen Anforderungen an Leistungsfähigkeit und Vielfalt: Alle notwendigen Strom-, Signal-, Daten-, Hydraulik- und Flüssigkeitsverbindungen lassen sich im Baukastensystem in einem einzigen Steckverbinder kombinieren. So entstehen kompakte Schnittstellen für Teststände in Fertigungslinien und im Laborbereich, sowie für mobile Prüfstände.

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In automatisierten Anwendungen wird CombiTac in Plattenmontage eingesetzt, Fehlstellungen werden durch die schwimmende Lagerung beim Stecken ausgeglichen. Das System ist resistent gegen Stöße und Vibrationen und garantiert durch die Multilam-Kontakttechnologie eine zuverlässige und sichere elektrische Verbindung mit gleichbleibend niedrigen Übergangswiderständen bei bis zu 100.000 Steckzyklen.

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Eine internationale Firmengruppe mit Hauptsitz in der Schweiz
Interview mit CEO Rolf Strebel: „Der Geist des Zusammenhaltens und die Neugier ohne perfekt zu sein, treibt an.“

Die Stäubli-Gruppe im 125. Jahr hat eine Entwicklung vom Zulieferer für die Textilindustrie hin zum Hightech-Zulieferer für viele Industriezweige hinter sich: Wohin wird sich die Gruppe bewegen? CEO Rolf Strebel, 61, im Gespräch über die Familie Stäubli, Werte und Wachstum.

Rolf Strebel, CEO, Stäubli: „Seit unserer Gründung treibt uns die Neugier und auch das Bewusstsein, dass man nicht perfekt ist. Das ist die Motivation, auf allen unternehmerischen Ebenen zu wachsen.“
Rolf Strebel, CEO, Stäubli: „Seit unserer Gründung treibt uns die Neugier und auch das Bewusstsein, dass man nicht perfekt ist. Das ist die Motivation, auf allen unternehmerischen Ebenen zu wachsen.“
( Bild: Stäubli )

Herr Strebel, Stäubli ist eine Schweizer Firma …

Wir sind eine internationale Firmengruppe mit Hauptsitz in der Schweiz

Wo spürt man denn noch die Schweizer Herkunft?

Die Konzernleitung und die Holding in Pfäffikon SZ haben ihre Büros hier. Und natürlich ist unsere Firmen- und Familiengeschichte eng mit dem Standort Horgen verbunden. Wir haben in der Schweiz nach wie vor Büros und Produktionsbetriebe mit rund 400 Mitarbeitern.

Es hat sich viel verändert. Stäubli ist aber noch da.

Ja, das ist auch der Familie Stäubli zu verdanken, die stark in der Schweiz verwurzelt ist. Sie hält die Werte von Gründer Hermann Stäubli hoch.

Können Sie diese Werte nennen?

Die Sorge um die Mitarbeitenden, das Streben nach höchster Qualität und die ausgeprägte Kundenorientierung.

… und wohl auch das Streben nach einer starken Stellung im globalen Markt. Schon damals hat der Firmengründer die Internationalisierung angestrebt.

Ja genau. Mit dem Unterschied, dass für ihn die asiatische Welt noch kein Thema war. Europa und Länder wie die USA und Südamerika waren interessant. Dank WTO und Freihandelsabkommen haben die Schwellenländer mittlerweile einen starken Aufschwung erlebt. Stäubli hat diese Entwicklung als Zulieferer vorausschauend mitgemacht.

Was hat sich an schweizerischen Eigenschaften erhalten?

Qualitätsbewusstsein, Präzision, Zuverlässigkeit, Langfristigkeit und Kundenorientierung. Dies sind Werte, die wir nach wie vor mittragen.

Kundenorientierung haben sich viele Firmen auf die Fahne geschrieben. Was macht Stäubli anders?

Wir sind weltweit präsent. Wir gehen zu unseren Kunden hin und unterstützen sie vor Ort in ihrer eigenen Sprache, wir verstehen ihre Kultur. Wenn sie Probleme haben, können wir diese sofort lösen. Mit einem großen Verständnis für ihr Business. Langfristigkeit ist uns dabei sehr wichtig.

Was trägt die Technologie zur Kundenorientierung bei? Ist sie Mittel zum Zweck?

Wir nehmen für uns in Anspruch, dass wir technologisch bessere Lösungen anbieten als unsere Konkurrenz. Wir reden viel von Total Cost of Ownership. Das bedeutet, dass der Kunde für das ausgegebene Geld mehr zurückbekommt, als beim Kauf eines günstigeren Konkurrenzprodukts: mehr Effizienz. Mehr Produktivität.

Zwölf Produktionsstätten und 29 Standorte sind es inzwischen. Was haben diese gemeinsam?

Die Verkaufsstruktur. Wir bieten allen ‚Production Units‘ ein weltweites Verkaufsnetz an, das sie nutzen können. Diese Struktur entstand durch bewusste Entscheide aufgrund von Marktentwicklungen und Kundenbedürfnissen sowie der Verschiebung der industriellen Produktion in entfernte Regionen. Bei uns hat sich die Philosophie durchgesetzt, besser mit eigenen Mitarbeitenden bei den Kunden präsent zu sein. Mit Menschen, die die Stäubli-Werte vertreten.

Wie beurteilen Sie die Diversifizierungsstrategie ab 1956?

Der Einstieg ins Kupplungsgeschäft war ein kluger Entscheid und trug wesentlich zum Wachstum der Gruppe bei. Die Akquisition der Robotik in den 80er Jahren löste einen Technologieschub aus.

Die Diversifikation optimiert auch das bestehende Geschäft?

Ja. Sie reduziert aber auch die Abhängigkeit von der Textilbranche, die von jeher starken Schwankungen ausgesetzt ist. Es war immer das Bestreben der Familie Stäubli, dieses zyklische Geschäft auszugleichen. Mit den industriellen Verbindungslösungen haben wir die nötige Stabilität ins Geschäft gebracht. Die Robotik befindet sich momentan in einer außergewöhnlichen Wachstumsphase. So haben wir insgesamt ein stabiles Unternehmen.

Nun wollen Sie die Marke Stäubli stärker pflegen. Warum?

Wir sind bestens bekannt in der Textilwelt. In China ist unser Name sogar in den Lehrbüchern zu finden. Hingegen sind wir in der Robotik oder für Verbindungslösungen weniger bekannt. Vor allem in den Wachstumsmärkten brauchen wir eine starke, bekannte Marke, um erfolgreich zu sein.

Stäubli ist seit 125 Jahren in Familienbesitz. Welche Instrumente gibt Ihnen dies in die Hand, welche Chancen eröffnet dies?

Die Familie Stäubli denkt langfristig. Sie will der nächsten Generation ein gesundes Unternehmen übergeben. Darum zählt nicht der kurzfristige Erfolg. Wir wollen langfristig und nachhaltig rentabel sein, damit wir die Aktionäre und auch die Mitarbeitenden zufriedenstellen können. Erfolg ist nach wie vor das Hauptziel.

Wohin möchten Sie Stäubli führen? Was ist Ihre Vision?

Wir wollen uns gegenüber der Konkurrenz differenzieren – mit Exzellenz. Wir wollen Mehrwert bieten, damit Kunden mit unseren Lösungen ihre Produktivität und Qualität steigern können. Im Textilbereich sind wir Champions. In der Robotik und bei den Verbindungslösungen wollen wir Leadership in spezifischen Segmenten sicherstellen und die Konkurrenz mit besseren Lösungen übertreffen. Neue Produkte, eigene Entwicklungen, neue Zukäufe: Damit wollen wir das Unternehmen konstant weiterentwickeln.

Gründer Hermann Stäubli - was hat sich von ihm, dem früheren Firmeninhaber, erhalten?

Der Innovationsgeist, stets neue, für die Kunden interessante und nützliche Lösungen zu entwickeln. Das Familiäre. Dieser Geist des Zusammenhaltens, aber auch die Neugier und das Bewusstsein, dass man nicht perfekt ist und sich immer verbessern kann! Und das ist die Motivation, die Verbesserung – menschlich, fachlich, technisch, um auch in der Zukunft erfolgreich zu sein.

Signale, Daten, Leistung und Medien

Zur Signalübertragung stehen verschiedene Kontakte und hochdichte Kontaktträger zur Auswahl, spezielle Last-Mate-First-Break-Kontakte überwachen und kontrollieren den Verbindungsstatus und sorgen für erhöhte Sicherheit. Ein 10 Gbit-Modul für Industrial Ethernet-Anwendungen erfüllt die Anforderungen von CAT6A und eignet sich für den Echtzeit-Datenaustausch. Neu im Sortiment ist das 6 GHz Koaxialmodul für 50 Ω-RG-Koaxialkabel mit Crimp- oder SMA-Anschluss. Die Anschlüsse lassen sich einzeln schnell und einfach und ganz ohne Werkzeug austauschen, der Wartungsaufwand ist minimal. Zudem ist es möglich auf einen anderen RG-Kabeltyp umzusteigen, indem ganz einfach die SMA-Schnittstelle am Kabel ausgetauscht wird.

Die Leistungsmodule des CombiTac wie die Hochstromkontakte für Ströme bis zu 300 A werden beispielsweise in Motorenprüfständen eingesetzt. Ein typischer Einsatzbereich der für 5 kV ausgelegten Hochspannungsmodule sind Prüfstationen, die hohe Spannungen benötigen. Signalkontakte werden oft ergänzend verwendet und sind heute in nahezu allen Applikationen in der industriellen Automation und in der Prüftechnik unerlässlich. Die modulare Bauweise ermöglicht zudem die maßgeschneiderte Konfiguration hybrider Steckverbinder durch die Integration von Medienkupplungen für Pneumatik und Fluide mit bis zu 15 bar.

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