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Sensorik So spart Schunk mit Safety-Magnetsensor für Motorfeedback

| Autor/ Redakteur: Michaela Wassenberg / Sariana Kunze

Die Realisierung sicherheitsrelevanter Funktionen im Maschinenbau wird immer wichtiger. Entscheidend dabei ist, dass die Sicherheitsfunktionen in der gesamten Maschine oder Anlage gewährleistet werden können. In einer Nutzentrennmaschine für Leiterplatten von Schunk Electronic Solutions sorgt ein Magnetsensor mit SIL2-Zertifikat und Drive-CLiQ-Schnittstelle für die notwendige Sicherheit.

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Magnetsensoren mit SIL2-Zertifikat kommen in der Nutzentrennmaschine für Leiterplatten von Schunk Electronic Solutions zum Einsatz.
Magnetsensoren mit SIL2-Zertifikat kommen in der Nutzentrennmaschine für Leiterplatten von Schunk Electronic Solutions zum Einsatz.
(Bild: Schunk)

Schunk Electronic Solutions ist Komponentenhersteller (Lineareinheiten) sowie auch Maschinenbauer für diverse Anwendungen, in denen Linearmotoren zum Einsatz kommen. Bei den Nutzentrennern kommt es auf hohe Präzision und Prozesssicherheit beim Fräsen und Sägen der teils winzigen Leiterplattenelemente an. Die Positionierung von Werkstück und Fräser muss absolut exakt sein. Dafür sorgen absolute magnetische Messsysteme von Siko. Die bisherige Fertigungssituation beschreibt Stefan Weiner, Entwicklung Antriebstechnik bei Schunk Electronic Solutions so: „In unseren Nutzentrennmaschinen arbeiten wir mit einer Siemens-Steuerung, die auf der Siemens-eigenen Drive-CLiQ-Schnittstelle basiert. Das bisherige absolute magnetische Siko-Messsystem, das wir verwendeten, war jedoch damit nicht kompatibel, da es auf SSI-Technik ausgelegt war. Wir mussten mit Umsetzern arbeiten, die das Signal dann für Drive-CLiQ aufbereiteten. Das bedeutete einen hohen Verdrahtungsaufwand in der Maschine, da die Verbindungsboxen maximal 3 m von der Achse entfernt sitzen dürfen – dementsprechend wurden zusätzliche Kosten verursacht.“

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Sensorlösung für Siemens-Schnittstelle entwickelt

Schunk suchte nach einer kostengünstigeren und einfacheren Lösung. Mit Siko als Partner wurde die Sensorlösung auf Basis der Siemens-Schnittstelle Drive-CLiQ entwickelt. Das Besondere an der Drive-CLiQ-Technologie ist die SIL-Fähigkeit. Die Schnittstelle erlaubt also, geforderte Sicherheitsfunktionen zu realisieren. Das Ergebnis der Weiterentwicklung ist der Magnetsensor MSA111C mit Drive-CLiQ-Funktion, der SIL2-zertifiziert ist. „Ein Alleinstellungsmerkmal“, erklärt Andreas Wiessler, Leiter der Business Unit MagLine (magnetische Messtechnik) bei Siko. „Wir haben den ersten absolut messenden Magnetsensor in offener Bauweise entwickelt, d.h. bei dem Maßstab und Elektronik mechanisch komplett entkoppelt sind, der über eine Sicherheitszertifizierung verfügt.“ Für Schunk hat der Einsatz den gewünschten Effekt: Zum einen konnte so eine Kostenersparnis erzielt werden. Zum anderen erleichtert die integrierte Drive-CLiQ-Funktion die Inbetriebnahme des Sensors und die Kommunikation. Auf Umsetzer kann komplett verzichtet werden. Das Siko-Messsystem wird direkt an den Regler als Plug-and-Play-Lösung angekoppelt. Alle Drive-CLiQ-Teilnehmer werden nun vom Umrichter erkannt und im System automatisch angelegt, während die SSI-Schnittstelle zuvor von Hand konfiguriert werden musste, um zu funktionieren.

Absolutsensor bestimmt Position und spart Referenzfahrten

Der Magnetsensor übernimmt wichtige sicherheitsrelevante Funktionen in der Anwendung, die Überwachung von Position und Geschwindigkeit. Dabei kommt er an verschiedenen Stellen der Nutzentrennmaschine zum Einsatz, zunächst zur Positionsbestimmung der Werkstückträger. Die Maschine besteht aus zwei Schubladen, Shuttlesysteme, in denen die Werkstückträger auf jeweils einer Linearachse befestigt sind. Diese Achse besteht aus einem X-Profil, auf denen die Führungsschlitten für die Werkstückträger laufen. Die Nutzenleiterplatten mit den maximalen Abmessungen von 350 mm Breite und 430 mm Länge werden manuell auf die Werkstückträger aufgelegt. Die Linearachse befördert den Werkstückträger mit dem Nutzen unter den Fräskopf. Dort übernimmt die Achse die Bearbeitungsbewegungen des CNC-Programms in Y-Richtung. Der Fräskopf ist auf einem weiteren Linearmotor befestigt, der die X-Richtung des CNC-Programms übernimmt. In beiden Achsen befindet sich zur Positionsbestimmung des Laufschlittens an der Seite des X-Profils eine Nut mit dem eingeklebten absolut kodierten Magnetband. Der Sensorkopf selbst sitzt im Laufschlitten, der über die Laufführung mit dem Band fährt, die Positionen abtastet und das Signal an die übergeordnete Steuerung weitergibt. Andreas Wiessler erläutert, warum die Wahl auf einen Absolutsensor gefallen ist: „Infrage für diese Anwendung kam aufgrund der Sicherheitsanforderung ausschließlich ein absolut messender Sensor, der zu jeder Zeit an jeder Position den Ist-Wert erfassen kann – auch im stromlosen Zustand. Beim Einschalten der Maschine wird sofort die Ist-Position erkannt und man erspart sich damit Referenzfahrten, wie sie bei herkömmlichen inkrementalen Systemen zwingend sind.“

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