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Aktuelle Trends in der Steckverbindertechnik

So wird in Zukunft gesteckt

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Roboter lernen sehen – dank Gigabit-Ethernet

Bislang dienten zahllose Sensoren der Automatisierung als „Sinnesorgane“. Hier vollzieht sich laut Müller derzeit ein dramatischer Wechsel: „Waren bislang bei der Türenmontage eine Vielzahl von Sensoren notwendig, erledigen das heute wenige 3D-Kameras oder 3D-Laserscanner. Eine Riesenvereinfachung für die Montage und Verdrahtung solcher Fertigungsmodule, aber eine Herausforderung an die Steckverbinder.“

Es müssen nämlich riesige Datenmengen bei der Auswertung der Kamerabilder transportiert werden und dies mit hohen Übertragungsraten, um echtzeitfähig zu sein. Damit rückt ein altbekannter Übertragungsstandard ins Zentrum des Interesses der Ingenieure: Ethernet.

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Genauer gesagt setzt sich Gigabit- Ethernet zur Erfassung der Bilddaten durch. Gegenwärtig reden wir noch von 1 Gbit/s Übertragungsrate, angepeilt sind 10 Gbit/s. Manfred Müller: „Heute werden Türen und Klappen am bewegten Fahrzeug von Robotern montiert, in einer Positionierungsgenauigkeit die bislang nahezu unerreicht war. Intelligente Bildverarbeitung macht es möglich.“

Auch die Radmontage erfolgt am bewegten Fahrzeug, 3D-Laserscanner weisen dem Montageroboter den Weg. Gigabit-Ethernet war für die Fertigungsleute bislang ein Fremdwort. Jetzt sind Verkabelungssysteme und Steckverbinder gefragt, die auch in der rauen Fabrikumgebung störungsfreien Betrieb garantieren.

Die Roboter holen sich je nach Montageaufgabe ihre Werkzeuge von einer Docking-Station. Steckverbinder in schwimmender Bauform sind hier vonnöten, damit sich Stecker und Buchse automatisch finden. Beim Wechsel geht es bisweilen auch mal ruppig zu. Die Steckverbinder müssen das aushalten und dürfen auch nach tausenden von Wechseln nicht an elektrischen Eigenschaften nachlassen.

Immer kleinere Steckverbinder

Computer-Intelligenz wandert mehr und mehr aus den Schaltschränken an die Peripherie. Der Roboterarm trägt heute nicht nur das Werkzeug sondern auch die erforderlichen Messsysteme. Die bewegten Massen klein zu halten, ist stetiges Ziel der Automatisierer. Auch das fördert den nächsten Trend bei den Steckverbindern: sie werden immer kleiner. „In der Vergangenheit konnte eine üppige Material- und Dimensionsreserve eingerechnet werden, was teilweise auch Mehrgewicht, eine gewisse Überdimensionierung mit sich brachte und im Betrieb einen Mehrverbrauch an Energie nach sich zog. Das kann sich heute kein Betrieb mehr leisten“, macht der Fachmann deutlich.

Zuverlässige Daten auch wenn’s rau zugeht

Außerdem sind empfindliche Datensignale heute an Orte zu übertragen, wo es bis vor kurzem nur um Hunderte von Ampere ging. Dieser Trend betrifft Baumaschinen aller Art, die Landwirtschaft, die Logistik und beispielsweise auch die Marine. Es werden Steckverbinder für Datensignale verlangt, die auch in rauer Umgebung zuverlässig arbeiten. Hier geht es einerseits um die Umwelteinflüsse, wie Feuchte, wechselnde Temperaturen, Vibration, Schock oder extrem raue Bedingungen wie in der Nukleartechnik und andererseits um den Stress durch elektromagnetische Einflüsse.

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Über den Autor

Ines Stotz

Ines Stotz

Ist Chefredakteurin print/online bei elektrotechnik., elektrotechnik