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Digitale Transformation Software frisst die Welt

| Autor / Redakteur: Andreas Steinle / Sariana Kunze

Software „frisst“ die Welt. Diese Headline hört sich gruselig an, trifft aber im Kern genau das, was gerade passiert. Die Digitalisierung stellt nicht nur Geschäftsmodelle auf den Kopf, sondern erfordert auch ein neues Denken. Unternehmen sind also dringend gefordert, den richtigen „Spirit“ zu entwickeln.

Software frisst die Welt, Technologie greift um sich… Was Unternehmen angesichts dessen tun sollten? Andreas Steinle verrät es uns.
Software frisst die Welt, Technologie greift um sich… Was Unternehmen angesichts dessen tun sollten? Andreas Steinle verrät es uns.
(Pixabay, CC0 Public Domain )

Die digitale Transformation, die aktuell jede Branche erfasst, definiert die Spielregeln der Ökonomie neu. Branchengrenzen lösen sich auf und lassen neue Wettbewerber in kürzester Zeit auf den Plan treten. Wettbewerber, die mit leichtem Gepäck unterwegs sind, weil sie sich teure Infrastruktur sparen. Ein Unternehmen wie AirBnB besitzt kein einziges Hotel, organisiert aber Übernachtungen in 190 Ländern. AirBnB stellt allein die Plattform zur Verfügung, auf der die Anbieter und Nachfrager von privaten Unterkünften zusammenfinden. In Zukunft geht es immer weniger um die Hardware, sondern um den geschickten Einsatz von Software. Das gilt nicht nur für die neuen Business-Modelle aus dem Dienstleistungssektor, sondern ebenso für die Industrie.

Andreas Steinle ist Gründer und Geschäftsführer von Zukunftsinstitut Workshop.
Andreas Steinle ist Gründer und Geschäftsführer von Zukunftsinstitut Workshop.
(Bildquelle: Zukunftsinstitut Workshop )

„Woher kommen die Daten? Und wem gehören sie?“

Das Start-up Next Kraftwerke beispielsweise vernetzt Stromerzeugungsanlagen zu einem virtuellen Kraftwerk, dem Next Pool, und kann damit die gebündelte Kapazität der Anlagen auf dem Strommarkt anbieten. Die Größe eines Unternehmens wird in Zukunft über den Grad seiner Vernetzung definiert. Der wirtschaftliche Erfolg hängt von der Qualität der verfügbaren Daten ab. Siemens-Chef Joe Kaeser spricht gar von einem „digitalen Krieg“:„Die entscheidende Frage ist: Woher kommen die Daten? Und wem gehören sie? Davon hängt ab, wer am Ende diesen digitalen Krieg gewinnt.“

Während zuvor Technologie nur ein Teil der Wirtschaft war, ist sie heute dabei, die gesamte Wirtschaft umzubauen. Wer heute als Anlagenbauer tätig ist, wird morgen von seinen Kunden nicht mehr für die Maschinen, sondern für deren optimale Steuerung bezahlt. Siemens folgt diesem Ansatz, indem durch die Auswertung von Wetterdaten und Windparks berechnet wird, wann wie viel Strom zu welchen Preisen produziert wird. Durch eine automatisierte Fertigungssteuerung kann dafür gesorgt werden, dass bei günstigen Strompreisen hochenergieintensive Maschinen besonders gut mit Aufträgen versorgt werden. Wer in Besitz der Daten ist und sie geschickt auszuwerten weiß, hat gewaltigen Einfluss auf Prozesse und ganze Wirtschaftssektoren.

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