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Fertigungssteuerung

Stanzen und Spritzgießen in einem Maschinensystem

| Redakteur: Ines Stotz

MMS Modular Molding Systems im österreichischen Wöllersdorf produziert in Kooperation mit dem Partnerunternehmen SBT Stanzbiegetechnik modulare Komplettanlagen zur Fertigung von Metall-Kunststoff-Verbundbauteilen. Das besondere daran ist, dass hier das Stanzen, Biegen, Schweißen, Nieten und Montieren mit dem Kunststoff-Umspritzen in einer Anlage kombiniert wird. Die Automatisierungskomplettlösung kommt von Sigmatek.

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Auf der MMS-Anlage werden Metall-Kunststoff-Verbundteile in einem Maschinensystem gefertigt. Um kleinste Maßtoleranzen bei hoher Produktionsleistung zu erreichen, braucht es beim Kunststoffspritzgießen neben präzisen Werkzeugen und höchster Führungsgenauigkeit besonders exakte, schnelle Steuerungsabläufe
Auf der MMS-Anlage werden Metall-Kunststoff-Verbundteile in einem Maschinensystem gefertigt. Um kleinste Maßtoleranzen bei hoher Produktionsleistung zu erreichen, braucht es beim Kunststoffspritzgießen neben präzisen Werkzeugen und höchster Führungsgenauigkeit besonders exakte, schnelle Steuerungsabläufe
( Archiv: Vogel Business Media )

„Immer mehr klassische Metallverarbeiter erweitern ihr Tätigkeitsfeld in Richtung Kunststoff – der Trend Metall-Kunststoff-Verbundteile zu fertigen nimmt ständig zu“, so Peter Buxbaum, geschäftsführender Gesellschafter der 2008 gegründeten MMS – Modular Molding Systems. Die Idee, den Spritzgussvorgang direkt in das modulare Maschinensysteme zu integrieren, hatte Peter Buxbaum schon länger. Als Vertriebsleiter im väterlichen Betrieb SBT Stanzbiegetechnik wusste er dank des engen Kundenkontaktes genau über die Anforderungen und Visionen seiner Klientel Bescheid.

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Üblicherweise werden Metall-Kunststoff-Verbunde in zwei getrennten Arbeitsschritten hergestellt. Beide Arbeitsvorgänge auf einer Anlage synchron durchführen zu können, war das erklärte Entwicklungsziel. „In Anbetracht der vielen Spritzgießmaschinen-Hersteller scheint es im ersten Moment unlogisch, eigene Module und Spritzaggregate zu bauen. Jedoch hätte sich keine am Markt verfügbare Maschine derart kompakt in unser Konzept einfügt, wie uns das mit unserem eigenen System gelungen ist“, ist Peter Buxbaum überzeugt. „Unsere Philosophie ist es, alle technisch möglichen Prozesse übersichtlich in Modulbauweise zu einer Produktionsanlage zu kombinieren.“ Dies schafft für den Anwender klare Wettbewerbsvorteile, da gewisse Arbeitsvorgänge wegfallen und sich das Ausschussrisiko deutlich reduziert.

Neuartiges Spritzgießaggregat und patentierte Technologie

In Eigenregie wurde ein kompaktes Spritzgießmodul samt dazugehörigem Spritzaggregat entwickelt. Der Arbeitsablauf basiert auf dem inzwischen patentierten Multihub-System. Dieses System ermöglicht die Kombination schneller Stanzhübe mit Folgeverbund- und Mehrfach-Kavitäten (auszufüllende Hohlformen) in Spritzgießwerkzeugen. Der Materialtransfer der gesamten Anlage erfolgt über nur einen schiebenden oder ziehenden Vorschub. Nach x-Stanzhüben stoppt der Vorschub die Einzeltakte, das Spritzgießmodul schließt und es wird x-fach umspritzt.

Der eigentliche Clou verbirgt sich allerdings im ebenfalls patentierten Spritzgießwerkzeug. Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Spritzgießmaschine, bei der das Werkzeug nur in eine Richtung öffnet, hat das MMS-Modul zwei Öffnungsebenen – sowohl nach unten als auch nach oben. Das hat den großen Vorteil, dass der Metallstreifen starr in der Bandführung verbleiben kann und nicht aus der Kavität herausgehoben werden muss. „So sparen wir viel Zeit und können den Prozess beschleunigen ohne zu riskieren, dass das Trägerband beim Entformen bzw. beim nächsten Positionieren beschädigt wird. Mit unserem Spritzgießmodul und dem Aggregat schaffen wir Spritzzyklen von unter fünf Sekunden selbst bei Verarbeitung von Hochleistungsmaterialen“, so Buxbaum.

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Über den Autor

Ines Stotz

Ines Stotz

Ist Chefredakteurin print/online bei elektrotechnik., elektrotechnik