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Energie

Start-up entwickelt Wellenkraftwerk zur Stromgewinnung

| Redakteur: Katharina Juschkat

Energie aus der Kraft der Wellen gewinnen – diese Idee will das Start-up Nemos umsetzen. Eine Versuchsanlage ging jetzt an den Start.

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Die Kraft der Wellen als Energie nutzen – daran forscht das Start-up Nemos.
Die Kraft der Wellen als Energie nutzen – daran forscht das Start-up Nemos.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Das Start-up Nemos widmet sich seit vielen Jahren dem Projekt, ein rentables Wellenkraftwerk zu entwickeln – Gründer Jan Peckolt treibt die Idee bereits seit seiner Diplomarbeit um. Im Jahr 2012 gründete er die Nemos GmbH und ist seitdem daran, die Technologie zu verwirklichen.

So funktioniert das Wellenkraftwerk

Vergleichbar mit Offshore-Windparks werden 40 Meter lange Schwimmkörper im offenen Meer installiert. Sie richten sich zum Seegang aus und wandeln bis zu 70 Prozent der Wellenenergie in mechanische Energie um, mit der wiederum ein Generator Strom erzeugt.

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Der Schwimmkörper absorbiert die einströmende Energie, die er über einen federbelasteten Riemenantrieb auf einen Generator überträgt. Das System kann in der Größe an unterschiedliche Umgebungen angepasst werden. Der Prototyp besteht aktuell aus einem 8 × 2 m großen Schwimmer und einem 16 m langen Unterbau.

Die Anlage hat Nemos gemeinsam mit der Universität Duisburg Essen (UDE) entwickelt. Gefördert wurde sie zudem von Bundeswirtschaftsministerium. Wesentliche Komponenten der Anlage konnten in den Labors des Fachgebietes für Energiespeicherung und -transport an einem 40 Tonnen schweren Prüfstand erprobt und optimiert werden.

Simulationen unter kontrollierten Laborbedingungen

Diese Entwicklung trug Peckolt mehrere Preise ein. Er patentierte die Steuerung, und seine Firma forschte dank Fördermitteln aus Berlin gemeinsam mit Wissenschaftlern weiter an der Anlage. Aufwändige Modellversuche und Analysen fanden im Entwicklungszentrum für Schiffstechnik und Transportsysteme und an mehreren Lehrstühlen der UDE statt.

„Die Geotechnik beispielsweise war für das Gründungsdesign der Anlage und die Konzeptionierung des Installationsvorgangs unverzichtbar“, sagt Jan Peckolt. „So wurden von den Forschern zahlreiche Simulationen und Tests unter kontrollierten Laborbedingungen sowie in natürlichem Gewässer durchgeführt.“

Versuchsanlage in der Nordsee

Seit Mitte September ist in der belgischen Nordsee vor Ostende der Prototyp im Versuchsbetrieb. Dort ist er neben dem Nemos-Forschungsturm im Einsatz, der vor Ort den versuch steuert und überwacht. Zwei Jahre wird der Testbetrieb laufen. Bewährt dieser sich, folgt der letzte Schritt: Dann sollen die ersten kommerziellen Kraftwerke entstehen, die jeweils Strom für 700 bis 800 Haushalte liefern.

Auch beteiligt waren die Liros GmbH und Schaeffler Technologies, die Komponenten für das Wellenkraftwerk entwickelten. Diverse Bauteile mussten speziell für den Seewassereinsatz qualifiziert werden.

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