Am 10. Juni startet in Berlin die Bosch Connected World (BCW). Auf dem zweitägigen Event tauschen sich Partner, Kunden und führende Unternehmen aus dem digitalen Ökosystem von Bosch über Technologietrends aus. Bosch sieht sich dabei für künftige Entwicklungen gut aufgestellt.
Bosch hat für die Bosch Connected World 2026 zusammen mit seinen Partnern eine Roboterhand auf einem humanoiden Robotersystem integriert.
(Bild: Bosch)
Fortschrittliche Robotik und das Wachstum humanoider Systeme prägen die aktuelle Entwicklung der Automatisierung. Bosch gestaltet diese Entwicklung aktiv mit durch die Arbeit an Schlüsseltechnologien für Robotik und Automatisierung. „Hochentwickelte Sensorik, Software und die effiziente Umwandlung elektrischer Energie in Bewegung sind nicht nur technologische Verwandte der automatisierten Mobilität – sie sind die Grundpfeiler moderner Robotik“, sagt Stefan Hartung, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, anlässlich des Branchentreffs „Bosch Connected World“ (BCW) in Berlin. Bosch hat sich frühzeitig auf die steigende Nachfrage nach Robotik und Automatisierung eingestellt und gefragter Partner und Komponentenlieferant der Industrie.
Das Unternehmen ist mit seiner umfassenden Kompetenz gut positioniert, um am Wachstum des Robotik-Marktes zu partizipieren. Bosch sieht in diesem Umfeld das Potenzial, um ein Geschäft in Milliardenhöhe zu entwickeln. Dabei setzt Bosch auf Synergieeffekte. „Wir kombinieren bewährte Technologien aus unterschiedlichen Unternehmensbereichen mit visionären Innovationen, um die industrielle Skalierung von Robotik – bis hin zu Humanoiden – voranzutreiben“, so Hartung weiter. „Mit unserem Engagement möchten wir auch den Technologiestandort Europa stärken.“ Durch den gezielten Einsatz von Automatisierung steigert Bosch zudem die Wettbewerbsfähigkeit hiesiger Werke im globalen Vergleich und wirkt dem sich zuspitzenden Fachkräftemangel entgegen.
Robotik braucht Fingerspitzengefühl
„Bosch bewegt die Zukunft – auf Rädern und mit Armen“, sagt Tanja Rückert, Geschäftsführerin der Robert Bosch GmbH. Das Unternehmen nutzt seine Automatisierungsexpertise aus verschiedenen Bereichen wie Automobil, Fabrik und Haushalt, um diesen Wachstumsmarkt anzusprechen. Bosch agiert dabei nicht als Hersteller humanoider Roboter, sondern als Zulieferer für Technologien, die als Basis für moderne Automatisierung und Robotik fungieren. Eine Grundlage bildet die Plattform ctrlX Automation. „Wir machen damit Robotik zugänglich, modular und schnell integrierbar. So ermöglichen wir es unseren Kunden schon heute, etwa fahrerlose Transportsysteme mit hochpräzisen Roboterarmen zu kombinieren, die dann stabil und flexibel Aufgaben in bestehenden Prozessen übernehmen können“, so Rückert. Der Geschäftsbereich Bosch Rexroth realisiert hierbei verschiedene Kundenprojekte.
Für die Interaktion von Robotern mit der Umwelt ist Tastsinn wichtig. Mikroelektromechanische Systeme (MEMS-Sensoren) ermöglichen Robotern die Handhabung von Objekten und Reaktionen auf physischen Kontakt, etwa beim Greifen eines druckempfindlichen Sektglases. Laut einer Studie der Yole Group wird der Markt für MEMS-Sensoren bis 2030 voraussichtlich auf über 19,2 Milliarden US-Dollar anwachsen – mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von vier Prozent. Bosch ist führender Hersteller von MEMS-Sensoren, wobei der Halbleiterstandort Reutlingen ein zentrale Rolle spielt. „Ein Mensch hat vier Millionen Tastsensoren. Würde man Roboter bauen, die ebenso viele Sensoren haben, reichte die weltweite Sensoren-Produktion von vier Jahren gerade einmal für 12.500 Roboter“, sagt Stefan Hartung. Die Yole Group prognostiziert ein Marktwachstum für MEMS-Sensoren bis 2030.
Weiterentwicklung kognitiver Roboter
Um die Entwicklung in der Robotik und Automatisierung zu unterstützen, kombiniert Bosch gezielt interne Innovationen mit einem offenen Ökosystem-Ansatz. Dazu hat das Unternehmen die Robert Bosch Robotics GmbH gegründet, die sich auf die Entwicklung und Industrialisierung von Robotik-Lösungen konzentriert. Gleichzeitig kooperiert Bosch mit Partnern wie dem deutschen Start-up Neura Robotics bei kognitiven Robotern und weiteren Robotik-Start-ups weltweit, darunter Humanoid aus Großbritannien. In China koordiniert das Anfang des Jahres gegründete Bosch Robotics Center China (BROC) Aktivitäten zu Physical AI und der Industrialisierung von Robotik-Lösungen.
Neben Software und Steuerung bietet Bosch für die Robotik und Fabrikautomation wichtige Komponenten wie Elektromotoren und Servoantriebe, die für dynamische und exakte Bewegungen sorgen. Nicht zu vergessen CtrlX Autamtion zur smarten und flexiblen Steuerung von Robotern für unterschiedliche Umgebungen und Anforderungen.
„Die Verbindung aus hochmoderner Elektronik und Mechanik mit KI ermöglicht erhebliche technologische Durchbrüche in der Automatisierung und Robotik“, sagt Tanja Rückert. „Sie ermöglicht es beispielsweise, dass Roboter ihre Umgebung wahrnehmen, Vorgänge verstehen und aus Erfahrungen lernen.“ Bosch nutzt KI auf verschiedene Weise: Zum einen bringt es KI-Modelle aus der Cloud direkt in seine physischen Produkte, um ihnen automatisiertes Agieren zu ermöglichen. Andererseits setzt Bosch KI in der eigenen Fertigung ein, etwa bei der Optimierung von Produktionsabläufen, der vorausschauenden Wartung oder der optischen Fehlererkennung.
Stand: 08.12.2025
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Umfangreiche Datenbasis als Basis
Das Fundament für diese lernenden KI-Systeme bildet ein Datenschatz aus über 230 Bosch-Werken weltweit. „Unser entscheidender Wettbewerbsvorteil sind nicht die Maschinen allein, sondern die Daten unseres globalen Fertigungsverbunds“, betont Rückert. „Dieser Datenschatz ist der Rohstoff, aus dem wir die intelligenten Automatisierungslösungen der Zukunft entwickeln.“
Eine weitere Besonderheit: Um menschliche Expertise in maschinenlesbare Daten zu übersetzen, nutzt Bosch zudem spezielle Datenanzüge, die komplexe Bewegungsabläufe als Trainingsgrundlage erfassen. Diese Expertise bringt das Unternehmen gezielt in die Partnerschaft mit Neura Robotics ein, um die Entwicklung kognitiver Roboter zu beschleunigen.