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Industrielle Kommunikation

Traditionsbrauerei modernisiert die Produktion

| Redakteur: Katharina Juschkat

Die Badische Staatsbrauerei Rothaus hat zusammen mit Siemens und HWI IT ihre Produktion mit redundanten Ringstrukturen, hohen Datenübertragungsraten und geschützten Zugriffen modernisiert.

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Rothaus braut seit 1791 Bier – heute nach modernsten technischen Standards.
Rothaus braut seit 1791 Bier – heute nach modernsten technischen Standards.
(Bild: HWI IT)

In Rothaus wird seit 1791 Bier gebraut – seitdem hat sich in der Produktion viel verändert. Das Traditionsunternehmen der Badischen Staatsbrauerei setzt in der Produktion inzwischen auf modernste Technik: Ein Produktionsnetzwerk aus redundanten Ringstrukturen, hohen Datenübertragungsraten und geschützten Zugriffen ermöglichen eine zuverlässige, sichere Kommunikation. Dieses Konzept entwickelte Rothaus gemeinsam mit Siemens und dem Ingenieurbüro HWI IT.

Geringe Datenrate, hohe Ausfallgefahr

Das bisherige Netzwerk bei Rothaus war segmentiert und folgte linienförmig den einzelnen Brauereiprozessen – von der Malzannahme über die Abfüllung bis zur Energieversorgung und der eigenen Kläranlage. Das Problem: Fällt ein Netzwerkgerät aus, kommt es bei den nachgelagerten Prozessen zum Ausfall ganzer Bereiche. Zudem war die bisherige Datenrate auf 100 Megabits pro Sekunde begrenzt.

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Für eine Modernisierung der Produktion war es der Brauerei zudem wichtig, vorhandene und neue Maschinen und Anlagen schneller als bisher in das Produktionsnetz integrieren zu können. Auch ein gesicherter Zugriff auf die Anlagen – sowohl von intern als auch extern – war nötig, um Zeit, Wege und Kosten zu sparen.

Industrial Security wird immer wichtiger

Durch den Ersatz der klassischen Feldbussysteme wie Profibus mit Profinet werden Inbetriebnahme, Diagnose und Wartung der Systeme über das Netzwerk möglich. Dabei spielt Industrial Security eine immer größere Rolle, schließlich dürfen nur autorisierte Personen Zugriff haben. Dazu wurden produktionsweit rund 60 sichere, standardisierte Zugriffspunkte auf die Automatisierungsebene eingerichtet.

Konkret handelt es sich um die Steuerungen Simatic S7-300, S7-400 und S7 1500. Den Zugriffsschutz realisiert je eine Industrial Security Appliance Scalance S615, die als Firewall den Netzwerkverkehr überwacht. Eine zusätzliche Sicherheitsinstanz bildet der überlagerte Sinema Remote Connect-Server, die Siemens-Managementplattform für Remote Networks.

Ringsegmente sind zugriff- und ausfallsicher

Auch das Netzwerk des Prozessleitsystems wurde neu organisiert und die bisherige Linienstruktur in drei Ringsegmente überführt. Neue, über redundante Lichtwellenleiterringe vernetzte Netzwerkkomponenten der Baureihen Scalance X machen das Netzwerk performanter sowie zugriffs- und ausfallsicherer. Ein zentraler, redundanter Backbone-Ring verbindet zukünftig alle Teilnehmer und bildet die Brücke zwischen Information Technology (IT) und Operation Technology (OT) des Unternehmens.

Bei Rothaus stammen die Switches in der IT von Aruba und im OT-Bereich von Siemens – beide Portfolios ergänzen sich und die Interoperabilität der Geräte ist sichergestellt. Herzstück dieses OT-Backbones (Hauptnetz) sind zwei managed Industrial Ethernet Switches Scalance XR526-8C mit integrierter Layer-3-Funktionalität (Routing). Die beiden Geräte sind über das Virtual Router Redundancy Protocol (VRRP) zu einem logischen virtuellen Router verknüpft. Bei Ausfall eines Gerätes übernimmt innerhalb von Millisekunden das jeweils andere sämtliche Aufgaben.

„Mit performanter Netzwerktechnik und der Kompetenz aller Beteiligten haben wir unsere Ziele erreicht und ein schnelles, zugriff- und ausfallsicheres, hoch verfügbares Produktionsnetzwerk realisiert“, erklärt Adriano Pederiva, Leiter der Automation bei Rothaus. „Dabei waren wir von Anfang an darauf bedacht, Strukturen und Abläufe so zu gestalten, dass wir uns alle Wege offenhalten für künftige Entwicklungen“.

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