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Leitung Überhaupt nicht wasserscheu: Der Sportwagen unter den Solarleitungen

| Redakteur: Dipl. -Ing. Ines Stotz

Gerade Gegenden, die für Solaranlagen prädestiniert sind, liegen oft in extremen klimatischen Umgebungen, wo nicht nur mit Hitze, sondern auch mit Überschwemmungen zu rechnen ist. Dort sind Solarleitungen gefragt, die das aushalten. Durch ein spezielles Herstellungsverfahren verspricht Lapp genau das.

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Die 18 MWp-Solaranlage in der Provinz Kanchanburi in Thailand umfasst schon 500 km der wasserdichten Solarleitungen von Lapp.
Die 18 MWp-Solaranlage in der Provinz Kanchanburi in Thailand umfasst schon 500 km der wasserdichten Solarleitungen von Lapp.
(Bild: Lapp Gruppe)

Die Pläne sind ehrgeizig: Branchenexperten rechnen damit, dass im asiatisch-pazifischen Raum bis 2030 420 Gigawatt Solarstromleistung installiert sein werden. Bereits jetzt ist in China und Japan, aber auch in Ländern wie Indien, Korea, Thailand und den Philippinen ein rasantes Wachstum zu beobachten. Allerdings sind in diesen Ländern die klimatischen Bedingungen oft viel extremer als in Europa. Darauf müssen sich auch die Hersteller und Betreiber von Photovoltaikanlagen einstellen. Immer öfter wollen Betreiber auch Flächen in feuchten Gebieten für Photovoltaik-Anlagen nutzen. Mit herkömmlichen Photovoltaikleitungen ist das ohne besonderen Schutz nicht möglich, denn solche „Standard-Solarleitungen“ sind dafür nicht ausgelegt und wenn sie über lange Zeit Nässe ausgesetzt sind, könnte Feuchtigkeit ins Kabel eindringen. Das würde den Isolationswiderstand reduzieren. Ausfälle und Schäden wären die Folge, und die branchenübliche Lebensdauer von mehr als 25 Jahren könnte nicht mehr garantiert werden.

Sportwagen unter den Solarleitungen

Die Stuttgarter Lapp Gruppe hat deshalb die erste dauerhaft wasserdichte Solarleitung entwickelt. Bei der Ölflex Solar XLWP handelt es sich um eine strahlenvernetzte Solarleitung vom Typ PV1-F gemäß TÜV 2PfG 1169/08.07 für den langlebigen, witterungsbeständigen Einsatz in Photovoltaikanlagen. Für Gegenden, wo es oft zu Überflutungen kommt oder wo die Leitungen unterirdisch in Schutzrohren verlegt sind und in denen sich Wasser, Wärme und Feuchtigkeit anstauen können, ist sie perfekt.

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Um die Performance der Leitung sicher zu stellen, haben die Experten von JJ-Lapp Cable, einem Joint-Venture-Unternehmen der Lapp Gruppe und Jebsen & Jessen, in einer Testanlage in Thailand ein Jahr lang alle drei Monate den Isolationswiderstand gemessen. Die gemessenen Werte lagen jedes Mal konstant bei 11 GOhm. „Mit der Ölflex Solar XLWP haben wir sozusagen einen Sportwagen unter den Solarleitungen entwickelt. Der bietet neben den normativen Vorgaben auch einiges an Extras, vor allem eben die Wasserdichtigkeit“, erklärt Bernd Leushake, Manager Renewable Energy für die Region Asien-Pazifik bei der Lapp Asia Pacific.

Großauftrag aus Thailand

Der erste Großauftrag für die neue wasserdichte Solarleitung kam aus Thailand. In der Provinz Kanchanaburi installierte die Firma Ensys Co. Ltd. 192.000 m Ölflex Solar XLWP Leitungen. Betreiber und Auftraggeber der 18 MWp-Solaranlage ist die Firma Conservation of Energy Co. Ltd. Insgesamt wurden in Thailand schon 500 km dieser wasserdichten Solarleitungen verbaut. Aktuell läuft auch die Zertifizierung nach der neuen DIN-Norm EN 50618, welche Leitungen für höhere Anforderungen an die Betriebsspannung mit 1,5 KV beschreibt.

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