Sustainability Warum die Robotik ein neues Leitbild braucht – und wie es aussehen soll

Quelle: Empa 2 min Lesedauer

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Klimawandel und Ressourcenknappheit fordern ein Umdenken in der Technik. Ein Forscherteam schlägt nun eine neue wissenschaftliche Disziplin vor: Sustainability Robotics. Roboter sollen künftig konsequent an ökologischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Nachhaltigkeitszielen ausgerichtet werden.

Mirko Kovač fordert mit einem Manifest die Etablierung von «Sustainability Robotics» als neue wissenschaftliche Disziplin. Ziel ist es, Robotik konsequent an ökologischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Nachhaltigkeitszielen auszurichten.(Bild:  Empa)
Mirko Kovač fordert mit einem Manifest die Etablierung von «Sustainability Robotics» als neue wissenschaftliche Disziplin. Ziel ist es, Robotik konsequent an ökologischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Nachhaltigkeitszielen auszurichten.
(Bild: Empa)

Bisher orientierte sich die Robotik primär an Kriterien wie Präzision, Geschwindigkeit und Autonomie. Doch angesichts globaler Krisen stellen Forscher eine grundlegendere Frage: Welche Rolle sollen Roboter beim Aufbau einer nachhaltigen Zukunft spielen?Ein Team unter der Leitung von Mirko Kovač (Empa/EPFL), Barbara Mazzolai (IIT) und Seokheun Song (DGIST) fordert deshalb die Etablierung der Sustainability Robotics. „Bisher stand im Fokus, was Maschinen leisten können“, erklärt Kovač. „Der nächste Schritt ist die Frage, welchen Beitrag sie zur Nachhaltigkeit leisten.“

Mehr als nur grüne Robotik

Der neue Ansatz geht über die reine Green Robotics hinaus. Es reicht nicht mehr, nur den ökologischen Fußabdruck der Maschinen zu reduzieren. Vielmehr müssen Roboter aktiv zur Lösung von Umweltproblemen beitragen. Das Forschungsteam unterscheidet dabei zwei Ziele:

  1. Nachhaltigkeit der Systeme: Einsatz von bioinspirierten, kreislauffähigen Materialien und minimaler Energieverbrauch über den gesamten Lebenszyklus.
  2. Nachhaltigkeit durch Anwendung: Gezielter Einsatz zur Umweltüberwachung, zum Erhalt kritischer Infrastrukturen oder bei Katastropheneinsätzen – etwa durch biologisch abbaubare Drohnen oder aquatische Segel-Roboter wie das Sail-MAV-System.

Drei Leitprinzipien für die Robotik von morgen

Das Manifest definiert drei zentrale Säulen für künftige Entwicklungen:

  • Minimalinvasiv: Ökologische und gesellschaftliche Auswirkungen müssen so gering wie möglich sein (z. B. durch kompostierbare Elektronik).
  • Universell zugänglich: Technologien müssen bezahlbar und wartbar sein, damit sie weltweit dort eingesetzt werden können, wo der Bedarf am grössten ist.
  • Symbiotisch: Roboter sollen nicht nur Aufgaben erfüllen, sondern einen regenerativen Nutzen für Mensch und Umwelt schaffen.

Von der Vision zur Praxis

Die Prinzipien fließen bereits heute in die Arbeit des Laboratory of Sustainability Robotics (Empa/EPFL) ein. Das Labor verbindet Robotik, Materialwissenschaften und Umweltforschung, um autonome Systeme für komplexe natürliche Umgebungen zu entwickeln. Unterstützt wird diese Arbeit durch das neue Competence Centre for Sustainability Robotics (CCSR) im Kanton Schaffhausen.„“, so Kovač. „

Der Erfolg der Nachhaltigkeitsrobotik bemisst sich nicht an der Anzahl der gebauten Roboter. Entscheidend ist ihr positiver Beitrag für unsere Ökosysteme und die Lebensqualität.

Mirko Kovač (Empa/EPFL)

LiteraturM Kovač, B Mazzolai, S Song: A Manifesto for Sustainability Robotics; Nature Machine Intelligence (2026). doi: 10.1038/s42256-026-01260-6

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