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ADAC-Report Warum Elektroautos scheitern

Autor / Redakteur: Margit Kuther / Sariana Kunze

Elektro- und Hybridkonzepte scheitern an mangelnder Infrastruktur, Familien- und Reisetauglichkeit, so der ADAC-PKW-Monitor.

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Strom fürs Auto: Reine E-Autos können beim Käufer nicht punkten
Strom fürs Auto: Reine E-Autos können beim Käufer nicht punkten
(Bild: Opel)

Laut ADAC-Report und Experten-Studie von Technogerma wollen nur 1,5 Prozent der 4.000 befragten Mitglieder des Automobilclubs ein Elektroauto kaufen, knapp 20 Prozent sind aber generell den alternativen Antrieben gegenüber aufgeschlossen.

In der Familien- und Reisetauglichkeit liegt immer noch ein Problem begraben, sagt Diplom-Ingenieur Martin Oehmichen: „Bisherige Elektro- und Hybridkonzepte scheitern an den Einsatzzwecken Alltag und Familie – und der Lade-Infrastruktur, die in Deutschland mangelhaft ist."

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„Ausschließlich im Hybrid-Bereich ist für unsere normale Mobilität eine Zukunft unter den gewöhnlichen Einsatzzwecken denkbar“, so der Spezialist von Technogerma Systems. Das Unternehmen aus Hessen baut Motoren- und Komponentenprüfstände für die zukünftigen Antriebe und hat zur Zukunft der Mobilität jüngst Experten aus der Automobilwirtschaft befragt. Mehr als 40% der 100 befragten Fachleute sehen eine ausschließliche Zukunft bei Verbrennungsmotoren – Diesel oder Benzin. Alternativen Konzepten gehört hingegen die Zukunft bei der Kosten-Nutzen-Bilanz. 52 Prozent der Antriebsexperten sehen tatsächlich den größten Vorteil bei hybriden Antrieben.

Autos mit Gasantrieb können punkten

Im Gegensatz dazu haben laut ADAC-Studie mehr Autofahrer Interesse an einem Fahrzeug mit Gasantrieb. „Wie sich Gas vor allem mit Blick auf den Preis in der Zukunft entwickeln wird, ist ungewiss – daher gehört das Gaskonzept nicht zu den zukunftsträchtigen – wenn auch sehr umweltfreundlichen – Modellen.“

„Am meisten Sinn machen aus Antriebssicht die Konzepte, bei denen zwischen Elektroantrieb und einem konventionellen, sparsamen Motor gewählt werden kann. Wenig relevant ist die Energierückgewinnung – diese macht nur einen kleinen Teil der positiven Hybridbilanz aus“, so Dipl.-Ing. Martin Oehmichen.

Bei Hybridfahrzeugen, die eine Wählbarkeit der Antriebsformen bieten, sehen 36 Prozent der Automotive-Experten hier die größte Chance für den modernen Individualverkehr.

Strompreise drosseln E-Auto

Dem reinen Elektroauto kommen laut Experten alleine die Strompreise in die Quere – 52 Prozent sehen bei den steigenden Preisen wenig Chancen für Privathaushalte, neben der mangelnden Alltagstauglichkeit aufgrund des dünnen Tankstellennetzes.

Mobilität weltweit

Zudem klopfen die für die Technogerma-Studie befragten Fahrzeugexperten an die Türe der Politik. Sauer stößt hier das Mobilitätsverhalten rund um den Erdball auf – während Nationen wie Deutschland zum Drosseln gezwungen sind, wächst der Individualverkehr in Asien sprunghaft. 66% wünschen sich eine gesetzliche Regelung für die Mobilität weltweit – mit weltweit gültigen Effizienzvorgaben.

Und in der Wirtschaftlichkeitsberechnung sehen die Ingenieure und Experten hybride Fahrzeuge wie den Opel Ampera an der Spitze. Für 42% ist dies das über den gesamten Lebenszyklus wirtschaftlichste Konzept, auf dem zweiten Platz liegt weit abgeschlagen der Dieselmotor mit 16%. „Hybrid wird dann Erfolg haben, wenn der Preis stimmt, wenn auch ohne Strom komplett gefahren werden kann und die Menschen Vertrauen haben. Range Extender oder Elektro-Hilfsmotoren können da nur ein Zwischenschritt sein“, resümiert Ingenieur Oehmichen von Technogerma.

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