Bitkom-Positionspapier Was nach zehn Jahren Industrie 4.0 noch zu tun ist

Redakteur: Dipl.-Ing. Dorothee Quitter

Vor zehn Jahren wurde die vierte industrielle Revolution ausgerufen. Jedoch geht die digitale Transformation in Deutschland nicht schnell genug voran. Welche Hürden es gibt und wie sie überwunden werden können, hat der Verband der deutschen Informations- und Telekommunikationsbranche Bitkom in einem Positionspapier zusammengefasst.

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Aus Sicht des Bitkom muss Industrie 4.0 in der kommenden Legislaturperiode eine höhere Priorität bekommen.
Aus Sicht des Bitkom muss Industrie 4.0 in der kommenden Legislaturperiode eine höhere Priorität bekommen.
(Bild: Coloures-Pic - stock.adobe.com)

Industrie 4.0 soll die industrielle Produktion unternehmensübergreifend digital verzahnen. Das Ziel sind effizientere und nachhaltige Wertschöpfungsketten, neue Geschäftsmodelle und Arbeitsplätze in Deutschland. Laut einer Bitkom-Umfrage setzten mittlerweile 62 Prozent der Unternehmen in Deutschland Industrie-4.0-Anwendungen ein. Trotz der Verbreitung von Industrie-4.0-Lösungen in den Fabrikhallen, stufen sich jedoch aktuell zwei Drittel der befragten Unternehmen als Nachzügler oder als bereits abgehängt ein.

Die neue Bundesregierung muss in der kommenden Legislaturperiode Industrie 4.0 und die digitale Transformation schneller voranbringen. Das produzierende Gewerbe ist das Herz der deutschen Wirtschaft und da müssen wir die Schlagzahl erhöhen.

Dr. Bernhard Rohleder, Bitkom-Hauptgeschäftsführer

Herausforderungen sind seit Jahren bekannt

Damit Industrie 4.0 ihr volles Potential entfalten kann, müssen vorrangig die ihr noch immer im Weg stehenden Hürden beseitigt werden. Die größten Herausforderungen sind nach Auswertung der Bitkom-Umfrage fehlende finanzielle Mittel (77 Prozent), Anforderungen an den Datenschutz (61 Prozent) und an die IT-Sicherheit (57 Prozent) sowie der Fachkräftemangel (55 Prozent). Diese Hemmnisse für den Einsatz von Industrie-4.0-Anwendungen haben sich in den vergangenen Jahren praktisch nicht verändert, heißt es. Für die repräsentative Umfrage wurden 551 Produktionsleiter, Vorstände oder Geschäftsführer von Industrieunternehmen ab 100 Mitarbeitern in Deutschland im Februar und März 2021 telefonisch befragt.

Bitkom sieht zehn vordringliche Punkte

Für die Überwindung dieser Hürden hat Bitkom eine Reihe politischer Maßnahmen als Handlungsempfehlung für die kommende Bundesregierung in einem Positionspapier zusammengestellt. Die zehn dringlichsten Punkte aus Sicht des Verbandes:

  • 1. Bessere steuerliche Rahmenbedingungen für Investitionen in Industrie 4.0
  • 2. Stärkung der steuerlichen Forschungs- und Entwicklungsförderung
  • 3. Auflage eines Investitionswettbewerbs zur Verringerung von C02-Emmissionen
  • 4. Rechtssichere Anonymisierung und Pseudonymisierung personenbezogener Daten und sicherer Datenaustausch
  • 5. Kompetenzentwicklung Industrie 4.0 und Beratungsgutscheine Industrie 4.0
  • 6. Innovationsförderung Industrie 4.0
  • 7. Stärkere Ausrichtung der Verbundforschung auf Anwendung von
  • innovativen Technologien
  • 8. Fortführung der Plattform Industrie 4.0
  • 9. Stärkung der Marke Industrie 4.0 auf europäischer Ebene
  • 10. Infrastrukturausbau

Weitere Informationen zum Thema Industrie 4:0:

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