Nachgefragt: Sensorik 4.0

Wer löst die Henne-Ei-Frage für die Zukunft der Sensorik?

| Autor: Sariana Kunze

Sensoren gelten als grundlegender Baustein für das Internet der Ding und Industrie 4.0. Doch reichen die gängigen Sensoren dafür nur bedingt aus. Die Diskussion um und Forderung nach Smart Connected Sensors wird zunehmend lauter.
Sensoren gelten als grundlegender Baustein für das Internet der Ding und Industrie 4.0. Doch reichen die gängigen Sensoren dafür nur bedingt aus. Die Diskussion um und Forderung nach Smart Connected Sensors wird zunehmend lauter. (© chombosan - Fotolia)

Das Internet der Dinge und Industrie 4.0 sollen der Sensorikbranche einen deutlichen Schub verschaffen. Doch die Sensorikhersteller scheinen sich auf diese Chance nicht ausreichend einzustellen und vorzubereiten. Wer kümmert sich also um den Sensor 4.0? Wir haben bei den führenden Köpfen des AMA Verbands für Sensorik und Messtechnik einmal genauer nachgefragt.

Sensoren sind die grundlegenden Bausteine für das Internet der Dinge und Industrie 4.0. Ein „normaler“ Sensor wird hierfür aber nicht ausreichen. Vielmehr sind hochspezialisierte „Smart Connected Sensors“ – mit Internetverbindung und Zusatzfunktionen – erforderlich. Die AMA adressierte diesen Trend auf der Sensor+Test in diesem Jahr mit dem Sonderforum „Messtechnik in der Cloud“ und nächstes Jahr mit „Vernetzte Messtechnik für mobile Anwendungen“. Jedoch zeigte eine AMA-Umfrage aus dem Januar 2016, dass 44 Prozent der Sensorik- und Messtechnik-Unternehmen den Einsatz von Industrie 4.0-Methoden derzeit nicht geplant haben. Lediglich 14 Prozent gaben an, diese bereits implementiert zu haben. Wir haben uns mit Peter Krause, Vorstandsvorsitzender AMA Verband für Sensorik und Messtechnik e.V. und Mitglied des Management Board bei First Sensor, Prof. Andreas Schütze, Vorsitzender des AMA Wissenschaftsrates und Universität des Saarlandes, Dr. C. Thomas Simmons, Geschäftsführer AMA Verband, und Holger Bödeker, Geschäftsführer der AMA Service, über die Herausforderungen und Hürden der Sensorik-Zukunft unterhalten.

Ihr Verband meint, dass Sensorhersteller einen deutlichen Wettbewerbsvorteil erzielen könnten, wenn sie die Neuerungen der Informations- und Kommunikationstechnik-Welt einbeziehen und mit ihren Sensorkomponenten verbinden würden. Warum warten also so viele Sensorhersteller noch ab? Und warten Sie Ihrer Meinung nach zu lange?

Peter Krause: Ich gehe davon aus, dass die Industrie 4.0 und das Internet der Dinge nochmals einen deutlichen Schub für unsere Branche bewirken werden. Dabei sollten wir allerdings differenzieren, denn Sensor- und Messtechnik-Anbieter bieten bereits Produkte und Services an, die die Anwenderindustrien in die Lage versetzen, deren Produktion auf Methoden der Industrie 4.0 umzustellen. Dabei ist es nicht zwingend erforderlich, dass Sensorik- und Messtechnik-Anbieter selbst die Methoden der Industrie 4.0 in der eigenen Produktion einsetzen.

Nichts desto trotz erscheint es mir immer wieder wie die Henne-Ei-Frage. Viele AMA Mitgliedsunternehmen wollen Fehlinvestitionen vermeiden und warten ab, bis Anforderungen von Key-Kunden kommen und gehen erst dann qualitative Neuerungen an. Das ist aus Unternehmersicht im Falle von Smart Sensoren (Sensor 4.0) verständlich, da diese Sensoren meist anwendungsspezifische Funktionen übernehmen. Zunächst scheint die Vielfalt also riesig und nur wenige Firmen sind in der Lage, alle Bausteine selbst zusammenzufügen. Gerade mittelständische Firmen suchen hier den sicheren Weg gemeinsam mit dem Kunden, der die Sensoren dann auch wirklich kauft. Meines Erachtens ist das aber oft auch etwas kurz gesprungen, denn es gibt einige technische Herausforderungen, auf die sich Sensorfirmen vorbereiten können. Zum Beispiel die Vernetzung der Sensoren untereinander und das Energiemanagement für drahtlos kommunizierende Sensoren bzw. die dafür notwendige Software und Messtechnik. Wir beobachten auch, dass die Entwickler vieler Branchen derzeit daran arbeiten, neue Sensormöglichkeiten gewinnbringend einzusetzen. Aber wer dabei sein will, muss sich frühzeitig vorbereiten und investieren.

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