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Datensammler — Kopplung zwischen Feld und Datenbank Windenergie zukunftssicher betreiben und managen

Autor / Redakteur: Jörg Kubas, Sylvia / Dipl. -Ing. Ines Stotz

Erneuerbare Energien zu nutzen ist nicht nur ökologisch wertvoll, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll. Als die effektivste Energiequelle für die Stromerzeugung erwies sich die Windenergie, welche zu 40 Prozent direkt in Strom umgewandelt wird. Auf diesem Gebiet leistet das unabhängige Energieunternehmen Enertrag seit Jahren Pionierarbeit. Im Rahmen eines Projekts entstand die Idee zur Netzintegration von Windkraftanlagen. Dabei geht es darum, Daten schnell und sicher von den Anlagen in die Datenbanken zu importieren und diese den Netzbetreibern zur Verfügung zu stellen.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Das Grundproblem bei der Windenergie ist, dass die Anlagen gebaut und betrieben werden, ohne eine exakte Kontrolle oder Steuerung der eingespeisten Energie zu haben. Je mehr Windenergie in Zukunft erzeugt wird, desto wichtiger wird es darüber nachzudenken, wie die Energie verarbeitet werden soll. Die Netzbetreiber wissen wie viele Anlagen installiert sind, somit kann auch die theoretische Leistung berechnet und Prognosen erstellt werden. Die tatsächlich eingespeiste Menge kann aber von der geplanten abweichen. Es läuft also darauf hinaus, dass in der Zukunft die Regelfähigkeit nicht nur der Windkraftanlagen vorausgesetzt wird. In Deutschland ist diese Regelung im §6 des EEG definiert. Dieses Gesetz stellt sicher, dass ab 2011 alle Anlagen, die entsprechend des EEG vergütet werden, und eine Nennleistung von >100 kW aufweisen in der Lage sein müssen ihre Leistung entsprechend den Vorgaben des Netzbetreibers zu reduzieren. Sobald ein Teil der Anlagen wegen einer Wartung oder aus anderem Grund stillsteht, stimmen die errechneten Werte nicht mehr mit der tatsächlich eingespeisten Menge überein.

In einem wegbereitendem Projekt liefert Enertrag daher gemeinsam mit anderen Windenergie-Betreibern im Rahmen der Gesellschaft für Netzintegration - GENI e.V. seit 2009 kumulierte Minutenwerte an einen Übertragungs-Netzbetreiber in Deutschland. Mit dieser Erfahrung hat Enertrag nun auch international damit begonnen, nach einer Möglichkeit zu suchen, die Daten der Windkraftanlagen und des Netzes schnell und sicher zu sammeln und in einer SQL-Datenbank zu erfassen. So entstand das Pilotprojekt, bei dem Enertrag als erster Betreiber von Windkraftanlagen dem französischen Netzbetreiber RTE detaillierte Daten zur Verfügung stellt. Durch diese Netzdatenerfassung, sowie der Erfassung der Verfügbarkeit von Anlagen, steht immer genau fest, welche Menge an Energie im Moment produziert wird, und wie viele Anlangen gerade dazu beitragen.

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Dabei muss auch beachtet werden, dass je mehr Windenergie produziert wird, desto schneller muss entsprechend reagiert werden. Wenn ein Gewitter über ein Gebiet zieht, wird in einer sehr kurzen Zeit eine große Menge an Energie produziert, hier muss der Netzbetreiber unverzüglich entgegen wirken, indem er z.B. die Kraftwerksleistung reduziert.

Es geht um die Menge der Windenergie

„Generell geht es um die Menge der Windenergie“ – erklärt der Projektleiter der Enertrag, Jan-Erik Peters. „In Frankreich wurden Anlagen mit einer Nennleistung von über 4 Gigawatt installiert (ein Atomkraftwerk hat ca. 1 GW). Mit steigender Nennleistung wird eine Rückmeldung über den Zustand der Anlagen elementar. Bei Netzproblemen könnten die Auswirkungen europaweite Folgen haben.“

Durch das Pilotprojekt in Frankreich war nun die Möglichkeit gegeben, alle Daten regelmäßig zu sammeln, zu erfassen und zentral in der Datenbank abzulegen. Nur wenn alle relevanten Daten zur Verfügung stehen, lassen sich Trends erkennen und exakte Prognosen erstellen. Nach einer Recherche der Lösungen auf dem Markt, kam für Enertrag nur der Einsatz eines Datensammlers in Frage: echocollect von Inat.

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