Energiemanagement

Worauf Unternehmen bei neuer Norm ISO 50001:2018 achten müssen

| Redakteur: Katharina Juschkat

Auf die neue Norm ISO 50001:2018 sollten sich Unternehmen rechtzeitig einstellen – sie stellt höhere Anforderungen als bisher an das Energiemanagement.
Auf die neue Norm ISO 50001:2018 sollten sich Unternehmen rechtzeitig einstellen – sie stellt höhere Anforderungen als bisher an das Energiemanagement. (Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Ab nächstem Jahr gilt die neue Norm ISO 50001:2018 – der Übergangszeitraum ist für Unternehmen sehr knapp. Der TÜV Nord gibt einen Überblick, auf was die Unternehmen achten sollten.

Ab dem 21. Februar 2020 gilt die neue Norm DIN ISO 50001:2018 und ab dem 21. August 2021 verlieren die Zertifikate des DIN EN ISO 50001:2011-Standards ihre Gültigkeit. Der TÜV Nord rät, sich rechtzeitig auf die neuen Normen zur Energiemanagement-Zertifizierung einzustellen, da der Umstellungszeitraum sehr kurz ist. Weitere Details kann man der Umstellungsanleitung zur ISO 50001:2018 der Deutschen Akkreditierungsstelle entnehmen.

ISO 50001:2018 stellt hohe Anforderungen an das Energiemanagement

Die neue Norm stellt höhere Anforderungen an das Energiemanagement als bisher. Unternehmen müssen nun ihre energiebezogene Leistung gegenüber einer Ausgangsbasis (Energy Baseline EnB) nachweisbar machen, fortlaufend verbessern und durch Zertifizierungsgesellschaften überprüfen lassen.

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Zusätzlich unterscheidet die Norm zwischen statischen Faktoren wie tageslichtunabhängige Beleuchtung, Dauer und Anzahl von Schichten oder Hallengröße und relevanten, dynamischen Variablen wie Produktionsmengen und Außentemperatur mit Einfluss auf den Energieverbrauch für die wesentlichen Energieeinsätze (SEU: Significant Energy Use). Des Weiteren müssen sich Unternehmen bereits bei der Planung ihres Energiemanagementsystems Gedanken über Chancen und Risiken von externen und internen Einflüssen wie Politik, verfügbarer Technik oder Interessen von Eigentümern und Mitarbeitenden machen.

Intelligente Mess- und Regelkonzepte helfen bei Datenerhebung

Im ersten Schritt müssen sich Unternehmen damit beschäftigen, wie und welche Daten sie erheben müssen. Der TÜV empfiehlt deshalb, sich auch mit den Normen ISO 50006 und ISO 50015, die sich mit Methoden der Datenerhebung befassen, und der ISO 50003, die Anforderungen durch das Zertifizierungsaudit beschreibt, zu beschäftigen. Weiterhin können digitale Lösungen wie intelligente Mess- und Regelkonzepte bei der Erhebung und Kontrolle von Daten hilfreich sein.

Neben höheren Anforderungen bietet die ISO 50001:2018 aber auch Chancen für Unternehmen. Mit der Neustrukturierung gemäß der High Level Structure (HLS) ergeben sich Überschneidungen zu anderen Managementsystemen. Aufgrund gleicher Kerntexte und Grundanforderungen, zum Beispiel zum Kontext des Unternehmens und zum Chancen- und Risikomanagement, lassen sich Synergieeffekte nutzen, Ressourcen effizienter einsetzen und Prozesse verschlanken.

Mit Klimaschutz Geld sparen

Unternehmen, die ein Energiemanagementsystem einführen, tragen damit aktiv zum Klimaschutz bei und sparen Kosten. „Durch genaue Kennzahlen lassen sich wichtige Erkenntnisse zu den Energieflüssen gewinnen und weiteres Energieeinsparpotenzial erkennen“, erklärt der Tüv-Nord-Experte Dirk Gremmel. „Zusätzlich können sich Unternehmen für eine erfolgreiche Umsetzung der Norm zertifizieren lassen.“

Für größere Unternehmen besteht die Möglichkeit, auf der Grundlage eines funktionsfähigen und zertifizierten Energiemanagementsystems entsprechende Steuererstattungen oder Befreiungen zu beantragen. Kleine und mittelständische Unternehmen können sich Energieberatungsleistungen über ein Förderprogramm des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bezuschussen lassen. Außerdem werden bestimmte Effizienztechnologien ebenfalls über BAFA-Programme gefördert.

Der TÜV Nord bietet zur Revision der DIN EN ISO 50001 Seminare an, bei denen Teilnehmer mehr zur neuen Norm erfahren.

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